Der zweite Turniertag stand natürlich im Zeichen des medizinischen Notfalls um den dänischen Star Christian Eriksen. Wir versuchen uns in dieser Tageszusammenfassung dennoch rein... EURO 2020, Tag 2: Fußball im Schatten einer schrecklichen Szene

Der zweite Turniertag stand natürlich im Zeichen des medizinischen Notfalls um den dänischen Star Christian Eriksen. Wir versuchen uns in dieser Tageszusammenfassung dennoch rein auf die sportlichen Aspekte zu beziehen und lassen die Spielverläufe noch einmal Revue passieren.

Anhand der Trendgrafiken von overlyzer.com sehen wir uns an, welche Mannschaften mehr Druck ausgeübt haben und welche Phasen die entscheidenden in den drei Samstagsspielen waren.

Wales – Schweiz 1:1 (0:0)

Für die Schweiz war das 1:1 gegen Wales schlussendlich weniger ein gewonnener Punkt, als viel mehr zwei verlorene. Die Schweizer bauten im Laufe des Spiels großen Druck auf, hatten die besseren Möglichkeiten, wurden aber in der einzigen Druckperiode der Waliser kalt erwischt. Aus zwölf Eckbällen und 63% Ballbesitz müsste man schlussendlich mehr machen, wenngleich die Schweizer dennoch ein heißer Kandidat für den Aufstieg ins Achtelfinale sein sollten. Die Waliser wiederum erwiesen sich als diszipliniert und kampfkräftig und es kam das Spiel zustande, das hier im Vorfeld zu erwarten war: Kein spielerisches Schmankerl, aber Kampf um jeden Zentimeter und reichlich individuelle Fehler. Gegen Italien werden beide Teams so ihre Probleme bekommen, mit der Türkei sollte man aber jeweils auf Augenhöhe sein.

Dänemark – Finnland 0:1 (0:0)

Es war definitiv eines der seltsamsten Spiele in der Geschichte von Europameisterschaften. Nach Christian Eriksens Kollaps wurde das Spiel für fast zwei Stunden unterbrochen, aber die Teams einigten sich dennoch darauf weiterzuspielen und den Rest des Spiels nicht auf den nächsten Tag um die Mittagszeit zu verschieben. Die dänischen Spieler argumentierten, dass sie nach den schrecklichen Szenen rund um ihren Kapitän in der Nacht kein Auge zugemacht hätten und das Spiel dementsprechend gerne schnell hinter sich hätten. Dominanz konnten die Dänen auch nach der Unterbrechung aufbauen und Finnland wurde praktisch 90 Minuten an die Wand gespielt, aber man sah auch ganz deutlich, dass der Schock bei den dänischen Teamspielern sehr tief saß – unter anderem beim schlecht geschossenen Elfmeter von Pierre-Emile Höjbjerg, den Lukas Hradecky einfach entschärfen konnte. Die Finnen schossen schließlich aus ihrer einzigen Chance das entscheidende 1:0 und sorgten für den ersten massiv konträren Spielverlauf des Turniers.

Belgien – Russland 3:0 (2:0)

Die Belgier präsentierten sich wie erwartet sehr abgebrüht und effizient. Romelu Lukaku zeigte mit seinen zwei Treffern einmal mehr, dass er aktuell in die Riege der weltbesten Stürmer gezählt werden kann. Der Inter-Mailand-Legionär widmete seinen ersten Treffer standesgemäß seinem Mitspieler bei Inter, Christian Eriksen und erklärte nach dem Spiel, dass es einer der schwersten Abende für ihn als Profifußballer war. Dass er Russland dennoch praktisch im Alleingang abschoss, zeigt die Einstellung des kongolesisch-stämmigen Angreifers. Das Ergebnis fiel unterm Strich jedoch höher aus, als es der Spielverlauf vermuten ließ. Russland hielt dagegen, stand weitgehend kompakt und hielt die Belgier über weite Strecken des Spiels in Schach. Die Zeitpunkte der Tore spielten jedoch den Belgiern in die Karten und obwohl die Mannschaft von Roberto Martínez überraschenderweise nur auf zwei Eckbälle und vier Torschüsse kam, holte man das Beste aus einer zwar souveränen, aber keineswegs vollkommen dominanten ersten Partie. Die Belgier dürfen nun, ähnlich wie Italien, bereits mit dem Achtelfinale planen.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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