„Man sieht an den Kindern wie die Zeit vergeht.“, hat Michael Konsel einmal in irgendeine Societykamera gesagt. Mittlerweile sind seine Söhne selbst fast schon... Anekdote zum Sonntag (122) – Windelprinz

Man sieht an den Kindern wie die Zeit vergeht.“, hat Michael Konsel einmal in irgendeine Societykamera gesagt. Mittlerweile sind seine Söhne selbst fast schon junge Erwachsene, es sind die Jahre ins Land gezogen. Der Ex-Torwart sieht immer noch beinahe genauso aus, wie damals als er für Rapid oder Roma zwischen den Pfosten stand. Einzig Michis Haupthaar ist monochrom ergraut. Als daran noch lange nicht zu denken war, wurde Klein-Michael von seinem Opa zum Fußball gebracht.

Zunächst kickte er als Feldspieler, ehe er zwischen die Pfosten wechselte. Bereits als 16-jähriger spielte er in der Kampfmannschaft des FC Kritzendorf. 1985 transferierte er schließlich zu Rapid. Bei den Hütteldorfern löste er den alternden Herbert „Funki“ Feurer langsam ab und blieb 12 Jahre lang. Der „Panther von Hütteldorf“ machte 384 Partien, wurde dreimal Meister, dreimal Cupsieger und stand zweimal in einem im Europacup-Endspiel. 1997 wurde der „Panther“ zum „Pantera“ als er zur Roma wechselte und dort binnen kürzester Zeit zum besten Torhüter gewählt wurde. In Rom machte Konsel Nägel mit Köpfen und heiratete seine Tina. Bald danach erblickte Sohn Moritz das Licht der Welt, später sollte Sohn Valentin die Familie komplettieren. 1999 sagte Konsel „Arrividerci, Roma!“ und ging nach Venedig, wo er noch ein Jahr spielte. Am 28. Jänner 2002 beendete er seine Fußballkarriere.

Die Vereinsverantwortlichen bei der Roma hatten ihn nicht vergessen und luden ihn zum Abschiedsspiel von Brasiliens Star Aldair ein, an dem auch Totti, Cafu und andere prominente Spieler teilnahmen. Moritz Konsel war damals 2 Jahre alt und kapierte schon, womit sich sein Vater die Zeit vertrieb. Irgendwie schaffte es Michael seinen Junioren als Einlauf-Bambino unterzubringen, obwohl der Hosenmatz dafür eigentlich noch zu jung war. Mama Tina steckte ihren eigentlich schon sauberen Junior sicherheitshalber doch in eine Windelhose, ehe sie das eigens geschneiderte Mini-Dress darüberstülpte.

Der Einzug ins Olympia-Stadion war atemberaubend! Volles Haus, schönes Wetter, Vater und Sohn Hand-in-Hand, beide waren begeistert. Da der Boden allerdings etwas feucht und Moritz noch klein war, musste er sich ganz schön anstrengen mit seinem athletischen Papa Schritt zu halten. Konsel zog seinen Sohn beinahe hinter sich her und merkte schon nach wenigen Metern, dass dieser immer schwerer wurde. Später behauptete der Torwart, dass – unglaublich, aber wahr – die volle Windelhose irgendwie unterwegs abhanden kam. Als die beiden Konsels jedenfalls nebeneinander Aufstellung genommen hatten, bedeckte nur das längere Trikot Moritz Allerwertesten. Konsel wollte Konsel Junior schon auf den Arm nehmen, als er realisierte, dass sein Filius dabei war sich ein weiteres Mal zu erleichtern. Das Missgeschick wurde nicht nur von tausenden Zuschauern live im Stadion gesehen, sondern auch via TV übertragen. Moritz dachte sich (naturgemäß) nicht viel dabei und erledigte sein Geschäft. Irgendwie gelang es Michael seinen Buben zurück zum Eingang zu lotsen, wo seine Frau sofort wusste, was zu tun war. Eine Sache ist jedoch bis heute mysteriös: Die vollgesch****** Windel ward nie wieder gesehen.

Marie Samstag, abseits.at

Marie Samstag