Heute , wenn es um die Tickets nach Brasilien geht, schaut ganz Europa auf das Duell zweier Nachbarn. Es ist das Spiel zwischen Kroatien... Mehr als nur ein Spiel: Kroatien trifft auf Serbien!

FIFA Weltmeisterschaft Brasilien 2014Heute , wenn es um die Tickets nach Brasilien geht, schaut ganz Europa auf das Duell zweier Nachbarn. Es ist das Spiel zwischen Kroatien und Serbien, wo es um mehr geht als nur um drei Punkte.

Einst noch spielten die Vorgänger von Modric & Co  gemeinsam Seite an Seite für Jugoslawien. Heute ist es eines der Spiele, die unter der Rubrik „Risikospiel“ eingestuft werden müssen. Seit Wochen wird in den Medien, auf der Straße und in den Wirtshäusern über nichts anderes mehr gesprochen. Da der Hass zwischen den Fans groß ist und die kroatische Polizei die Sicherheit der Anhänger Serbiens nicht garantieren konnte, wurde zwischen den Verbänden der beiden Nationen ein Ausschluss der Gästefans in beiden Qualifikationsspielen vereinbart. Somit wird das Stadion Maksimir in Zagreb zur Gänze mit kroatischen Anhängern gefüllt sein. Es geht so weit, dass Zoran Mamic (Präsident von Dinamo Zagreb, dem Aushängeschild des kroatischen Fußballs) nach seinen beleidigenden politischen Äußerungen gegen die Serben im Vorfeld des Spiels  sogar verhaftet wurde.

Ein ganz besonderes Spiel dürfte es auch für den Teamchef Serbiens, Sinisa Mihajlovic, werden, der in Vukovar  in Kroatien geboren wurde und dessen Mutter Kroatin ist. Sein gegenüber Igor Stimac, musste als Trainer der Nationalmannschaft noch keine Pflichtspielniederlage hinnehmen.

Doch wer ist als stärker einzustufen? Derzeit scheint Kroatien –  nicht nur aufgrund des Heimvorteils – die Nase vor dem Nachbarn zu haben, was sich auch in den bisherigen Qualifikationsspielen wiederspiegelte.  Während sie sich mit zehn Punkten aus vier Spielen mit Belgien um den ersten Platz streiten, liegen die Serben mit nur vier Zählern schon weit im Hintertreffen.

Tor:  Unentschieden

Stipe Pletikosa, Kroatiens Nummer Eins und Kapitän des russischen Erstligisten FK Rostov, ist ein solider, erfahrener Torhüter, der jedoch immer wieder für einen Aussetzer gut ist. Mit Zeljko Brkic von Udinese Calcio haben die Serben seit Jahren wieder einen Torwart zwischen den Posten, der sein Können in einer der stärksten Ligen der Welt Woche zur Woche bestätigt.

Abwehr:  Vorteil Serbien

Hier sind die Serben sicher stärker einzuschätzen. Mit Kapitän und Chelsea-Legionär Branislav Ivanovic, dem Dortmunder Neven Subotic und den beiden Defensivspezialisten des englischen Meisters Manchester City,  Aleksandar Kolarov, und Matija  Nastasic, verfügen sie hier über sehr hohe Qualität.

Die Abwehr um Kroatiens Rekordnationalspieler Dario Srna von Shakthar Donetsk , dem ehemaligen Grazer Gordon Schildenfled , Olympique Lyons  Dejan Lovren und Vedran Corluka (derzeit bei Lok Moskau) gehört hingegen nicht zu den Besten Europas.

Mittelfeld:  Vorteil Kroatien

Kroatiens Offensivkünstler, Superstar Luka Modric von Real Madrid, Niko Kranjcar von Dynamo Kiew und der sich derzeit in bestechender Form befindende Ivan Rakitic vom FC Sevilla, sind nur schwer zu stoppen. Einzig die Position des Abräumers vor der Abwehr ist mit Hamburgs  Milan Badelj, welcher bis jetzt bei den Hanseaten noch nicht wirklich überzeugen konnte, als Schwachpunkt anzusehen.

Die beiden wichtigsten Akteure im Mittelfeld der Gäste sind Zoran Tosic von ZSKA Moskau und der ehemalige Stuttgarter Zdravko Kuzmanovic, der derzeit bei Inter Mailand unter Vertrag, dort aber eher Ergänzungsspieler ist. Ihnen zur Seite stehen mit Aleksander Ignjovski von Werder Bermen,  Filip Djuricic vom SC Heerenven, Alen Stevanovic vom FC Turin und Nenad Krsticic von Sampdoria Genua allesamt junge Spieler zur Seite, die sich noch auf internationalem Niveau über einen längeren Zeitraum beweisen müssen.

Sturm: Vorteil Kroatien

Mit Mario Mandzukic, dem Topscorer der Bayern, dem ehemaligen Rapidler Nikica Jelavic vom FC Everton und dem beim VFL Wolfsburg immer besser in Form kommenden Ivica Olic sind die Kroaten im Angriff sehr gut besetzt. Nicht zu vergessen Mladen Petric vom FC Fulham, den wir alle noch sehr gut aus der deutschen Bundesliga kennen, und der eingebürgerte Brasilianer Eduardo, welcher  für Shakthar Donetsk  in der Ukraine dem Ball nachjagt.

Die Hoffnungen der Serben ruhen im Sturm auf Dusan Tadic vom FC Twente Enschede, der in dieser Saison nicht nur als Torschütze sondern auch als Torvorbereiter glänzt. Des weiteren verfügt die Mannschaft von Trainier Mihajlovic hier nicht wirklich über Hochkaräter.

Spielsystem

Der kroatische Auswahltrainer Stimac bevorzugt ein 4-4-2-System mit einer Doppelsechs  vor der Abwehr. Mihajlovic hingegen setzt aufgrund des Spielermaterials eher auf ein defensives 4-2-3-1 mit nur einer echten Sturmspitze.

Alles in allem, auch aufgrund des Heimvorteils, gehen die Kroaten als Favoriten in dieses prestigeträchtige Spiel, auch wenn der Druck aufgrund der Siegeserwartungen enorm ist.

Bleibt nur zu hoffen, dass es vor, während und nach dem Spiel ruhig bleibt, und es keine Provokationen der kroatischen Anhänger gegenüber den Serben gibt. Auch wenn es in diesem Spiel um mehr als um drei Punkte  und um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Brasilien geht.

Omer Tarabic, abseits.at

Omer Tarabic

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