Die Wintertransferzeit ist in vollem Gange und wir blicken ab sofort wieder regelmäßig auf die interessantesten Transfers in ganz Europa. Zahlreiche Spieler nutzen den... Transferupdate: Lúcio zu Palmeiras, Sosa nach Spanien, Gercaliu nach Rumänien

Vertrag TransferDie Wintertransferzeit ist in vollem Gange und wir blicken ab sofort wieder regelmäßig auf die interessantesten Transfers in ganz Europa. Zahlreiche Spieler nutzen den Winter, um neue Vereine zu finden, aber über viele von ihnen wird in heimischen Gefilden nur sehr wenig oder gar nicht berichtet. abseits.at gräbt im Transferkarussell etwas tiefer.

José Ernesto Sosa – > Atlético Madrid (leihweise)

Eine durchaus interessante und wechselhafte Karriere hat der mittlerweile 28-jährige José Ernesto Sosa hinter sich. Im Alter von 22 Jahren wechselte der argentinische Rechtsaußen um damals beeindruckende neun Millionen Euro von den Estudiantes La Plata zum FC Bayern München. Für die Bayern kickte er fast drei Saisonen lang, enttäuschte aber auf der ganzen Linie. Es folgte ein schwaches Jahr beim SSC Napoli und schließlich 2 ½ Jahre bei Metalist Kharkiv, wo Sosa bis zum Kapitän aufstieg. Obwohl er in der Ukraine unumstrittener Stammspieler war, wechselt der 18-fache Teamspieler nun leihweise zu Atlético Madrid. Die Leihgebühr für ein halbes Jahr beträgt 1,5 Millionen Euro.

M’baye Niang – > Montpellier (leihweise)

Der 19-jährige Franzose M’baye Niang gilt als riesiges Talent, aber auch als schwieriger Charakter. Im Herbst 2012 wechselte er um drei Millionen Euro von Caen zum AC Milan und wurde dort auch einigermaßen forciert. In 28 Serie-A-Spielen gelang dem Stürmer aber kein Treffer und so ist die Zeit reif für eine Leihe. Der HSC Montpellier sicherte sich für ein halbes Jahr die Dienste des Talents.

Alexander Madlung – > Eintracht Frankfurt

Sein letztes Spiel über 90 Minuten absolvierte der 31-jährige Alexander Madlung am 16.April 2013, als sein Langzeitklub VfL Wolfsburg im DFB-Pokal mit 1:6 bei den Bayern unterging. Seit Sommer war der 193cm große Innenverteidiger vereinslos. Immer wieder hatte Madlung mit Rückenproblemen zu kämpfen, baute auch leistungsmäßig merklich ab. In Frankfurt erhält er nun einen leistungsbezogenen Vertrag bis 2015.

Lúcio – > Palmeiras

Er gewann die Champions League, spielte 105-mal im brasilianischen Nationalteam und war als Innenverteidiger für seine Vorstöße mit riesigen Schritten gefürchtet. Der heute 35-jährige Lúcio ist einer der kultigsten Abwehrspieler des letzten Jahrzehnts und hat auch fast 2 ½ Jahre nach dem Ende seiner Nationalteamkarriere noch Lust aufs Kicken. Seine besten Jahre verlebte er bei Bayer Leverkusen, Bayern München und Inter Mailand. Zuletzt spielte er je ein halbes Jahr für Juventus und Sao Paulo. Am Neujahrstag begann ein neuer Einjahresvertrag bei der SE Palmeiras.

Abdul Majid Waris – > Valenciennes (leihweise)

In der Saison 2012 wurde der ghanaische Teamspieler Abdul Majid Waris schwedischer Torschützenkönig. Für BK Häcken erzielte er in besagter Spielzeit 23 Treffer in der Allsvenskan. Vor einem Jahr folgte der Wechsel zu Spartak Moskau um knapp drei Millionen Euro, die der 22-jährige Angreifer bisher nicht wieder einspielte. In zwölf Pflichtspielen erzielte Waris nur einen Treffer. Der 10-fache Nationalspieler wurde nun für ein halbes Jahr an Valenciennes verliehen, das etwas überraschend gegen den Abstieg spielt und bisher in 19 Ligaspielen nur 17 Treffer erzielen konnte.

Mathias Ranégie – > Watford FC

Der gerade beschriebene Waris war der Nachfolger von Mathias Ranégie im Dress von BK Häcken. Dieser wechselte gegen Ende der Saison 2011 zu Malmö FF, nachdem er in 1 ½ Jahren für Häcken 30 Tore erzielte. Weil Ranégie auch in Malmö weitertraf, unter anderem auch in der Europa League gegen die Wiener Austria, war der 196cm große Angreifer schnell in aller Munde. Um zwei Millionen Euro wechselte er zu Udinese Calcio, das sich aber mit dem Stoßstürmer verkalkulierte. Der Schwede konnte sich im italienischen Fußball nie zu Recht finden und erzielte in 30 Spielen nur ein Tor. Nun wechselt Ranégie bis 2017 zum FC Watford, was aufgrund der starken Bande zwischen Udine und dem englischen Zweitligisten nicht überraschend kommt.

Johan Vonlanthen – > Schaffhausen

Knieprobleme, Einstellungsprobleme, psychische Probleme – Johan Vonlanthen beendete seine Karriere eigentlich schon. Im Jahr 2011 ging er nach seiner Zeit bei Red Bull Salzburg – inklusive einjähriger Leihe beim FC Zürich – nach Ecuador und machte dort fünf Spiele für Itagüí. Dann verschwand der Schweizer mit kolumbianischen Wurzeln für 1 ½ Jahre von der Bildfläche, ehe er im Juli 2013 wieder bei den Grasshoppers Zürich anheuerte. Der Flügelspieler, immerhin 40-mal Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft, spielte beim Traditionsverein aber keine Rolle mehr. Das nächste halbe Jahr kickt der 27-Jährige daher beim aktuellen Dritten der zweiten Schweizer Liga, dem FC Schaffhausen.

Ronald Gercaliu – > Universitatea Cluj

Im Nachhinein ist es schwer zu glauben, dass der heute 27-jährige Ronny Gercaliu 14 Länderspiele für Österreich auf dem Buckel hat. Die Karriere des Linksverteidigers war ein sukzessiver Abstieg: Vom Stammspieler und Senkrechtstarter beim SK Sturm Graz, zum Mitläufer bei Red Bull Salzburg und unliebsamen Leihspieler bei der Wiener Austria, bis hin zum Ende seiner Österreich-Karriere beim SC Wiener Neustadt. Danach verdingte sich Gercaliu in Deutschland und Polen, spielte für Ingolstadt, LKS Lodz und Erzgebirge Aue. Glücklich wurde der gebürtige Albaner aber nirgendwo. Nächster Versuch: Rumänien. Universitatea Cluj ist derzeit Vorletzter der rumänischen Liga und wird vom erst 35-jährigen Trainer Mihai Teja betreut, nachdem der einstige Stuttgart-Goalgetter Ionel Ganea gefeuert wurde.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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