Den meisten ist der mittlerweile 40-jährige Marek Kincl noch von seiner erfolgreichen Zeit beim SK Rapid Wien bekannt, doch dass der Tscheche auch heute... 40 Jahre alt und noch immer nicht fußballmüde: Marek Kincls Karriereabend

Tschechien FlaggeDen meisten ist der mittlerweile 40-jährige Marek Kincl noch von seiner erfolgreichen Zeit beim SK Rapid Wien bekannt, doch dass der Tscheche auch heute noch mit seinen 40 Jahren kickt, wissen wohl die wenigsten. Es gibt kaum andere Spieler, die mehr Stationen in ihrer Karriere aufweisen können als Marek Kincl. Wie verlief seine Karriere bis er nach Wien wechselte, wo kickt er heute und wie ging es nach seinem Engagement beim österreichischen Rekordmeister für ihn weiter?

Sein Karrierestart in Tschechien

Der 1973 in Prag geborene Stürmer startete seine Karriere in seinem Heimatland und war dort in der Jugend und auch zu Beginn seiner Profikarriere bei insgesamt 11 (!) tschechischen Klubs tätig, ehe er zum AC Sparta Prag wechselte. Er kickte in seiner Jugendzeit von 1978 bis 1994 bei insgesamt fünf tschechischen Klubs u.a. Slavoj Prag oder auch bei SK Hradec Králové. Letzterer war auch der Klub, wo er seinen ersten Profivertrag 1994 unterschrieb. Doch nach einem Jahr, wo er in 22 Spielen drei Treffer erzielte, wechselte er zu FK Chmel Blšany und im gleichen Jahr noch zum bekannten Ligakonkurrenten FC Slovan Liberec. Dort kam er in einem Jahr auf nur drei Spiele, wobei ihm ein Treffer verwehrt blieb und so zog es ihn weiter zum FC Zlín. Auch dort sollte er nicht glücklich werden und nach 14 Spielen (immerhin sieben Treffer) ging die Reise weiter zu Dukla Příbram. Dort schafft er es immerhin auf 28 Einsätze (meisten Einsätze bislang in seiner Karriere bei einem Verein) und konnte dabei achtmal netzen. 1998 zog es ihn schließlich wieder zurück zu Slovan Liberec, diesmal sollte diese Station etwas erfolgreicher verlaufen – 33 Einsätzen sollten sechs Treffer gegenüberstehen. 1999 versuchte er sein Glück beim FK Viktoria Žižkov, auch dort kickte Marek Kincl nur ein Jahr aber 15 Tore in 22 Spielen sind eine beachtliche Quote.

Wechsel zu Sparta Prag

Die starken Leistungen blieben nicht unbemerkt und so klopfte Sparta Prag an und diese Chance wollte sich der Mittelstürmer nicht entgehen lassen. Sparta Prag sollte auch seine bis dato längste Station in seiner Karriere sein. Insgesamt kickte er von 2000 bis 2003 beim tschechischen Traditionsverein und erzielte in 80 Spielen 23 Treffer. Mit Sparta Prag feierte auch seine bislang größten Erfolge in seiner Karriere. Er wurde zweimal Meister (2001 und 2003), wenngleich er nicht immer in der Startformation stand. In der Champions League Saison 2003/04 erzielte er für Sparta Prag das Siegtor gegen Lazio Rom und beförderte damit sein Team ins Achtelfinale – einer seiner wichtigsten Treffer in seiner Karriere.

Über Russland nach Wien

2004 ging er wieder auf Reisen und wechselte nach Russland zu Zenit St. Petersburg, doch diese Station meinte es nicht gut mit ihm. Er kam lediglich auf fünf Einsätze und erzielte dabei einen Treffer. Im selben Jahr noch wechselte er in die österreichische Bundesliga zum SK Rapid Wien. An seine Zeit in Wien wird sich Marek Kincl mit Sicherheit gerne zurückerinnern, konnte er doch einige Erfolge mit dem SK Rapid feiern. Von 2004 bis 2007 kickte er in Wien, er kam auf 93 Einsätze und traf dabei 27-mal.

Meistertitel mit Rapid und Einzug in die Champions League Gruppenphase

Mit Rapid holte er 2005 den 31. Meistertitel der Vereinshistorie und schaffte mit der Mannschaft in der kommenden Saison – erstmals seit 1996 – den Einzug in die Gruppenphase der UEFA Champions League. Ab diesem Zeitpunkt sollte keinem österreichischen Team mehr der Einzug in die Gruppenphase vergönnt sein. Man blieb zwar in der Gruppe mit Bayern München, Juventus Turin und dem FC Brügge ohne Punktegewinn, doch die Spiele waren ein großes Highlight in Kincls Karriere.

Beim Spiel in Brügge (2:3) am 2. November 2005 stellte er dabei einen Rekord für die Geschichtsbücher auf. Genau nach 25,20 Sekunden traf er bereits zum 1:0 für Rapid und ist heute noch in der Bilanz der zehn schnellsten Tore der Champions League auf Platz 7 zu finden. In dieser Wertung ist seit dieser Saison auch ein Österreicher vertreten, David Alaba erzielte nach ca. 26 Sekunden (genaue Messung der UEFA ist noch ausständig) das 1:0 für Bayern gegen Juventus Turin – beide Teams waren Gegner von Rapid in der Champions League Gruppenphase 2005, in der der bullige Stürmer den Rekord. Das schnellste Tor in der Champions League erzielte übrigens Roy Makaay im Jahr 2007 für den FC Bayern München. Der damalige Gegner war Real Madrid und der Holländer konnte bereits nach 10,12 Sekunden scoren.

Schwadorf und Bohemians Prag als nächste Stationen

2007 wechselte Marek Kincl schließlich zum damaligen Zweitligisten ASK Schwadorf. Nach einem Jahr – 23 Spiele, 6 Treffer – zog es ihn wieder in sein Heimatland zum damaligen Erstligaaufsteiger Bohemians Prag. Von 2008 bis 2010 kickte er dort, kam dabei auf 47 Spiele und 12 Treffer.

Das Nationalteam und sein aktueller Arbeitgeber

In seiner Karriere brachte es Marek Kincl nur auf zwei Länderspiele, beide jeweils im Jahre 2000. Er debütierte im Rahmen des Carlsberg Cup gegen Mexiko, bei seinem zweiten Einsatz gegen Slowenien kam er, für einen der, im wahrsten Sinne des Wortes, größten Spieler Tschechiens – Jan Koller – aufs Feld.

Seit 2010 bis heute kickt der Angreifer beim tschechischen Viertligisten Viktorie Jirny und wird dort wohl auch seine sehr lange Karriere, in der er viel erlebt hat und herumkam, ausklingen lassen.

Martin Sein, abseits.at

Martin Sein