Im Rahmen einer sechsteiligen Serie nutzen wir den Winter um einen Blick in einige der Top-10-Ligen Europas bzw. heute nach Südamerika zu werfen und... Aktuelle Helden der Effizienz (6) – Bernard (Atlético Mineiro)

Fußball in BrasilienIm Rahmen einer sechsteiligen Serie nutzen wir den Winter um einen Blick in einige der Top-10-Ligen Europas bzw. heute nach Südamerika zu werfen und dort Spieler zu finden, die trotz einer großartigen Saison nicht im Rampenlicht der Presse stehen, aber dennoch Kandidaten für einen neuerlichen Sprung auf der Karriereleiter sind.

Der Star des brasilianischen Vizemeisters Atlético Mineiro ist zweifelsfrei der ehemalige Weltfußballer Ronaldinho. Doch an seiner Seite lernt gerade das nächste Top-Talent Fußball zu spielen: Bernard Anício Caldeira Duarte wurde im September 20 Jahre alt und war in der Saison 2011 erstmals Teil des Teams aus Belo Horizonte. Damals absolvierte er 23 Spiele, bereitete vier Tore vor. Das Talent des 162cm großen Linksaußen war unverkennbar, aber so richtig effizient wurde er vorerst noch nicht.

Topschnitt bei Leihverein in der dritten Liga

Auf sich aufmerksam machte Bernard mit einem Leihgeschäft. Bevor er seine ersten Einsätze für Atlético Mineiro bekam, wurde er für ein Jahr an den drittklassigen Satellitenklub Democrata FC verliehen, wo er in 16 Spielen 14 Tore erzielen konnte. Bereits da war auffällig, dass es Bernard im Grunde nichts ausmacht, auf welche offensive Position man ihn stellt. Seine Heimat war zwar immer schon der linke Flügel, aber auch hinter der Spitze oder als Rechtsaußen wusste er zu überzeugen.

Viele Tore, viele Assists – und die meisten davon „wichtig“

Die Saison 2012 sollte einen ersten Durchbruch für den 20-Jährigen bringen. Bernard kam in 36 Ligaspielen zum Einsatz, erzielte 11 Tore und steuerte 12 Assists dabei. Auffällig ist dabei, dass jeweils etwa die Hälfte seiner Treffer und Assists eine markante Wichtigkeit im Spielverlauf darstellten: Alleine dreimal brachte er sein Team mit 1:0 in Führung, weitere drei Male glich er aus. Das macht den jungen Mann mit seinen 23 Scorerpunkten zu einem der wertvollsten Spieler des Campeonato Brasileiro.

Drei Kopfballtore – trotz 162cm Körpergröße

Ebenfalls beeindruckend ist die Art und Weise wie er seine Treffer erzielt: Fünf von elf Toren erzielte er mit rechts, zwei mit links, eines aus einem Freistoß – den er immerhin trotz der Anwesenheit des großen Ronaldinho verwandeln durfte. Auffällig sind allerdings vor allem seine drei Kopfballtreffer, die man von einem 162cm großen Flügelspieler nicht unbedingt erwarten muss. Was beim jungen Brasilo jedoch außer seiner Schnelligkeit, Spritzigkeit und unglaublicher Technik noch auffällt, ist zweifelsohne seine Art dort hin zu gehen, wo’s weh tut. Bernard scheut keine Zweikämpfe, versucht auch gegen körperlich überlegene Gegner in Kopfballduellen und Laufduellen alles.

Chelsea, Milan und Grozny buhlen um Jungnationalspieler

Der Shootingstar der brasilianischen Liga wird natürlich bereits mit zahlreichen europäischen Topklubs in Verbindung gebracht. Mit dem FC Chelsea wird ein Spieler wie Bernard naturgemäß verlinkt, auch der AC Milan bekundete reges Interesse. Ein konkretes Angebot aus Tschetschenien, von Terek Grozny, schlug Atlético Mineiro aus. Der Hauptstadtklub aus der russischen Teilrepublik bot 11,5 Millionen Euro für Bernard. Allerdings betont der junge Offensivmann, dass er noch etwas länger bei Atlético Mineiro bleiben möchte und der Verein wiederum stellt fest, dass man Bernard noch für die diesjährige Copa Libertadores behalten wird. Allerspätestens in einem Jahr wird man diesem hocheffizienten Burschen aber in Europa auf die Beine schauen dürfen – im brasilianischen Nationalteam durfte er im November erstmals gegen Argentinien ran.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen