Auch in diesem Jahr lohnt sich ein Blick auf die Anstoßzeitenverteilung in den verschiedenen europäischen Ligen, um Klarheit zu diesem bei vielen Fans umstrittenen... Anstoßzeitenanalyse zur Ligue 1 2018/19

Auch in diesem Jahr lohnt sich ein Blick auf die Anstoßzeitenverteilung in den verschiedenen europäischen Ligen, um Klarheit zu diesem bei vielen Fans umstrittenen Thema zu schaffen. Dies war die vorletzte Saison mit den aktuellen Anstoßzeiten, wurde doch bereits im Mai letzten Jahres die Rechte für den Zeitraum 2020-2024 zusammen mit neuen Anstoßzeiten vergeben.

Der Regelspieltag in der Ligue 1 sieht folgendermaßen aus:

Freitag: 1 Spiel um 20:45 Uhr
Samstag: 1 Spiel um 17:00 und 5 Spiele um 20:00 Uhr
Sonntag: je 1 Spiel um 15:00, 17:00 und 21:00 Uhr

Die beiden englischen Wochen am 7. und 16. Spieltag sowie die beiden letzten Spieltage, an denen alle Spiele parallel ausgetragen wurden, fielen nicht in die Wertung. Hier fanden alle Spiele zeitgleich samstags um 20 Uhr statt. Siebenmal gab es auch Freitagsspiele zusätzlich um 19 Uhr, die ebenfalls nicht berücksichtigt wurden. Gekennzeichnet war die Saison zudem durch viele Spielverlegungen aufgrund der Gelbwesten-Proteste.
Am 30. Spieltag rückten die Samstagabendspiele wegen des Coupe-de-la-Ligue-Finals auf Sonntag um 15 Uhr, am 34. Spieltag geschah das Gleiche wegen des Coupe-de-France-Finals. Da der Rest jedoch zu den normalen Anstoßzeiten stattfand, wurde dieser Spieltag nicht ignoriert. Das Derby du Rhône zwischen Lyon und Saint-Étienne am 14. Spieltag war das einzige Freitagsspiel um 21 Uhr, wurde aber in die Wertung der 20:45-Uhr-Spiele miteinbezogen. Am 19. Spieltag kurz vor Weihnachten trug man neun Spiele parallel am Samstag um 21 Uhr aus, die ebenso nicht gewertet wurden.


OL spielte in der Champions League und kam bis ins Achtelfinale. Folgerichtig wurden dieser Klub zur Vorbereitung vor CL-Spieltagen viele Freitagsspiele zugewiesen. Ansonsten sind Klubs mit großem Fananhang wie Lille, Saint-Étienne, Marseille und Strasbourg mit vielen Spielen bedacht worden, hat man hier doch in der Regel wenig hochklassige Konkurrenz mit Topklubs aus anderen Ligen. Die anderen beiden CL-Teilnehmer PSG und Monaco weisen im Vergleich zu OL niedrige Werte auf.


Wie beim Freitagstermin werden hier die CL-Teilnehmer vor CL-Spieltagen bevorzugt angesetzt. Wie am Freitag dominieren die CL-Vertreter, hier allerdings umgekehrt, denn PSG (13) liegt deutlich vor OL (7). Monaco hatte sogar nur ein Spiel hier, musste allerdings in der CL auch zwei Spiele weniger bestreiten als die beiden Erstgenannten. OM kommt immerhin noch auf den dritthöchsten Wert. Weil dieser Zeitslot der Topspielslot des einen TV-Rechteinhabers (beIN Sport) ist, kommt dies alles nicht einer Überraschung gleich.


Dies ist Hauptanstoßzeit eines Regelspieltags, sodass fünf Spiele parallel stattfinden. Aufgrund der Tatsache, dass dieser Termin somit nicht heraussticht, werden hier die kleinen Klubs am meisten angesetzt, vergleichbar mit der Premier League um 16 Uhr an Samstagen, der Serie A um 15 Uhr an Sonntagen und der Bundesliga um 15:30 Uhr an Samstagen. Konsequenterweise fehlen Marseille und PSG komplett, Lyon wurde nur mit einem Spiel versehen. Davor kommen weiterhin stimmig mit Lille, Rennes, Bordeaux, Saint-Étienne und Nantes Klubs, die entweder international bekannt sind oder einen großen Fananhang haben. Das letzte Spiel an diesem Termin hatte PSG übrigens 2016/17 und dies war gleichzeitig das erste seit fünf Jahren, was die Ausnahmestellung abermals unterstreicht.



Folgerichtig sind mit Bordeaux und Rennes zwei der drei EL-Teilnehmer um 17 Uhr vorne. Generell ist der 17 Uhr in der Spitze tendenziell besser besetzt als der 15-Uhr-Termin. Um 17 Uhr sticht ganz klar Lyon heraus, Marseille hat hier immerhin fünf Spiele. Auffällig ist ferner das Fehlen von PSG um 17 Uhr und auch um 15 Uhr hatten sie nur ein Spiel. Ferner kommt OL auf zusammengerechnet nur vier Spiele.


Das Topspiel des Spieltags findet zu dieser Zeit statt, was aufgrund der Auswahl des anderen Rechteinhabers (Canal+) geschieht. Wie nicht anders zu erwarten, liegen die Topklubs Marseille, PSG, Lyon und Monaco vorne. Dass OM noch vor PSG liegt, dürfte manchen Beobachter außerhalb Frankreichs verwundern, aber der immer noch beliebteste Klub des Landes wird natürlich so oft es geht für die Primetime ausgewählt. Der Abstand und die große Anzahl an Klubs mit niedrigen Werten ist sehr eklatant. So hatten zwölf Klubs gar kein oder nur ein Spiel hier. Bemerkenswert ist zudem, dass es nur folgende vier Partien gab, an denen nicht PSG oder OM beteiligt waren:
Saint-Étienne – Lyon (21. Spieltag)
Lyon – Monaco (18. Spieltag)
Nizza – Lyon (24. Spieltag)
Monaco – Lyon (26. Spieltag)
Lyon – Lille (35. Spieltag)
Die sechs Spiele von Monaco sind übrigens die gegen Topgegner PSG, OM und OL. Sonst ist dieser Klub wohl nicht interessant zu diesem Termin. Die Spiele der Topklubs untereinander werden generell nach CL und EL-Spieltagen ausgetragen, da der Sonntagabendtermin aufgrund der internationalen Wettbewerbe nur nach der Champions und Europa League geeignet ist.

Christoph Trompeter