Das Leben von Diego Maradona in den letzten Jahren zu beobachten war vor allem eins: traurig. Der Argentinier schlitterte dabei zielsicher von einer Peinlichkeit... Die ganz große Show: Diego Maradona als Vorsitzender von Dinamo Brest vorgestellt

Das Leben von Diego Maradona in den letzten Jahren zu beobachten war vor allem eins: traurig. Der Argentinier schlitterte dabei zielsicher von einer Peinlichkeit zur nächsten. Nun versucht sich er als Vorsitzender des weißrussischen Klubs Dinamo Brest.

Diego Maradona ist auch weiterhin für Schlagzeilen gut. Während der Weltmeisterschaft fiel der ehemalige Weltklassespieler auf der Tribüne durch sein, nun ja, auffälliges Benehmen auf. Im Gruppenspiel zwischen Argentinien und Nigeria rastete er stellenweise vollkommen aus, nur um Minuten später vor sich hin zu dösen und am Ende den Nigerianern den Mittelfinger zu präsentieren.

Es wirkt schon etwas verwegen, diesem doch eher unsteten Menschen, die Geschicke eines Fußballvereins anzuvertrauen. Der weißrussischen Erstligisten Dinamo Brest hat Maradona dennoch als Vorsitzenden verpflichtet. Kein Scherz: Diego Maradona ist tatsächlich der Vorsitzende eines Fußballvereins! In Weißrussland…

Den Vertrag in Brest über bei drei Jahre hatte der 57-Jährige bereits im Mai unterzeichnet. Dieser soll ihm laut der argentinischen Zeitung La National 20 Millionen Dollar einbringen. Maradona soll dabei etwas vom Glanz der großen Fußballwelt in der 300.000-Einwohner-Stadt nahe der polnischen Grenze verbreiten.

Ein Glanz, der Maradona zwar immer noch umgibt, der aber wesentlich schwächer geworden ist. Und dass nicht erst seit den gescheiterten Abenteuern als Trainer bei Al-Wasl (Dubai) und Al-Fujairah (Vereinigten Arabischen Emirate): Seit mehreren Jahren lässt Maradona die Öffentlichkeit an der (Selbst -) Demontage des eigenen Denkmals teilhaben – ob sie will oder nicht.

Bei Dinamo Brest soll nun jedenfalls alles anders, und vor allem besser werden. Zwar steht der Verein aktuell nur auf dem sechsten Rang der Tabelle (Stand: 20 Juni 2018), Besserung ist dank dem Geld eines Scheichs aus den Emiraten zumindest in Sichtweite, das Stadion regelmäßig gut gefüllt. Im Vorjahr holte Dinamo Brest den weißrussischen Pokal und schaltete in der zweiten Runde der Europa -League- Qualifikation den SCR Altach aus. Jedoch noch ohne Maradona.

„Wir werden versuchen, ein Team zu schaffen, das um die besten Plätze kämpfen wird“, sagte Maradona. Dabei helfen soll zukünftig auch eine moderne Jugendakademie. Benannt wird sie übrigens nach ihm selbst, wie er stolz bei einer Pressekonferenz verkündete. „Das wird eine Akademie für die größten Talente„, so Maradona überschwänglich.

Es fällt schwer zu glauben, dass die Verpflichtung des Weltmeisters von 1986 mehr ist, als ein Marketing-Gag. Bei der offiziellen Vorstellung Anfang dieser Woche fuhr Maradona übrigens in einem riesigen Militärjeep vor, der eher an einen Monstertruck erinnerte, während er dabei Handküsse an die Zuschauer verteilte. Wer Maradona verpflichtet, holt sich eben auch die ganz große Show ins Haus.

Ral, abseits.at