Nach der Blamage gegen Singapur ging es zum EAFF East Asian Cup nach China. Hier wollten die Japaner gegen Nordkorea, Südkorea und China den... Japans Länderspiele im August 2015 – Siegloses Auftreten beim EAFF East Asian Cup

Japan - Flagge_abseits.atNach der Blamage gegen Singapur ging es zum EAFF East Asian Cup nach China. Hier wollten die Japaner gegen Nordkorea, Südkorea und China den Titel holen und dabei Spieler aus der heimischen J-League auf Wettkampfniveau testen. Im folgenden Artikel wird ein kleiner Überblick über den Verlauf des Turniers gegeben und versucht einen kleinen Einblick über die Leistungen einzelner Spieler und die Spielanlage Japans zu geben.

Der Kader

Da für den EAFF East Asian Cup keine Abstellungspflicht für die Vereine herrscht, werden traditionell zu diesem Wettbewerb nur Spieler aus den Ligen der teilnehmenden Mannschaften einberufen. Hierfür wurde zuerst eine Liste mit 50 möglichen Kandidaten bekanntgegeben. Später wurde der Kader auf 23 Spieler reduziert.

Tor: Masaaki Higashiguchi (Gamba Osaka), Shusaku Nishikawa (Urawa Red Diamonds), Shuichi Gonda (FC Tokyo)
Verteidigung: Kosuke Ota (FC Tokyo), Hiroki Mizumoto (Sanfrecce Hiroshima), Tomoaki Makino (Urawa Red Diamonds), Masato Morishige (FC Tokyo), Hiroki Fujiharu (Gamba Osaka), Daiki Niwa (Gamba Osaka), Wataru Endo (Shonan Bellmare), Koki Yonekura (Gamba Osaka)
Mittelfeld: Shogo Taniguchi (Kawasaki Frontale), Gaku Shibasaki (Kashima Antlers), Yosuke Kashiwagi (Urawa Red Diamonds), Hotaru Yamaguchi (Cerezo Osaka), Takuji Yonemoto (FC Tokyo), Yuki Muto (Urawa Red Diamonds)
Sturm: Kensuke Nagai (Nagoya Grampus), Shinzo Koroki (Urawa Red Diamonds), Takashi Usami (Gamba Osaka), Shu Kurata (Gamba Osaka), Takuma Asano (Sanfrecce Hiroshima), Kengo Kawamata (Nagoya Grampus)

Yosuke Kashiwagi musste verletzungsbedingt absagen und wurde durch Naoyuki Fujita von Sagan Tosu ersetzt. Kurz darauf musste auch Shuichi Gonda wegen einer Verletzung abreisen. Für ihn wurde Yuji Rokutan von Vegalta Sendai nachnominiert.

Veränderungen zur letzten Länderspielwoche

Da man beim EAFF East Asian Cup auf Spieler aus der J-League setzt, konnte nur ein kleiner Teil der eigentlichen Stammmannschaft einberufen werden. Da mit Kawashima der Stammtorwart fehlt, konnte man nun die Ersatztorhüter testen. Unter den Feldspielern zählen nur Ota, Makino, Morishige, Shibasaki, Nagai, Usami und Kawamata zu den Stammkräften.

Japan – Nordkorea 1:2

Die Auftaktpartie fand gegen Nordkorea statt und wurde, wie auch in den Monaten davor mit einem 4-3-3 System begonnen. Allerdings agierte der 10er Muto oft eher als hängende Spitze, weswegen man Phasenweise eher ein 4-2-2-2 beobachten konnte. Die Startelf bestand aus Nishikawa – W. Endo, Morishige, Makino, Fujiharu – Taniguchi, Yamaguchi, Yu. Muto – Nagai, Kawamata, Usami.

Somit war Makino der einzige Spieler, der auch bei der letzten Partie gegen Singapur zu Beginn auf dem Platz stand. Schon nach drei Minuten gelang ein Auftakt nach Maß, als Yuki Muto eine schöne Flanke von Endo erlief und zum 1:0 einnetzte. In den nächsten Minuten begann Japan mit dem unter Halilhodžić charakteristischem Kurzpassspiel und erspielte sich dadurch Chance um Chance. Allerdings war man nicht in der Lage einen weiteren Treffer zu erzielen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte zog sich Japan weiter zurück und in der 55. Minute wurde auch noch Shibasaki für Usami eingewechselt, wodurch man nun mit einem 6er und zwei 8ern auflief und Muto auf die linke Flanke rückte. Nordkorea wurde immer stärker und so konnte in der 78. Minute der Ausgleich durch Hyok-Chol Ri erzielt werden. Nun wurde Japan wieder aktiver und besonders die eingewechselten Koroki und Asano kurbelten das Offensivspiel wieder an. Doch während die Japaner zu viele Chancen vergaben, konnten die Nordkoreaner in der 88. Minute das Siegtor durch den Stürmer Hyon-Il Pak per Kopf erzielen. Somit endete Japans Auftaktpartie in Wuhan mit 2:1 für Nordkorea.

Japan – Südkorea 1:1

In der zweiten Partie des EAFF East Asian Cups gab es bei den Japanern fünf Veränderungen im Vergleich zur Startelf gegen Nordkorea. Mit Ota und Shibasaki kamen zwei Spieler mit Nationalteamerfahrung in die Mannschaft. Außerdem bekamen auch Kurata, Koroki und Fujita ihre Chance. Somit bestand die Startaufstellung aus Nishikawa – W. Endo, Morishige, Makino, Ota – Fujita, Yamaguchi, Shibasaki – Nagai, Koroki, Kurata.

Nach einem eher ereignislosen Beginn ging Südkorea in der 26. Minute in Führung. Hyun-Soo Jang verwandelte einen Elfmeter, nachdem Morishige in einem Kopfballduell den Ball an die Hand bekam. Die Japaner versuchten nun mehr für die Partie zu tun und besonders Koroki konnte als Wandspieler glänzen. In der 39. Minute nach einem Weitschuss von Yamaguchi mit dem Ausgleich belohnt.

In der zweiten Hälfte kamen beide Mannschaften stark verbessert aus der Kabine und es entwickelte sich ein regelrechter Schlagabtausch, bei dem die Südkoreaner durch einen Lattenschuss etwas näher am Führungstreffer waren. Gegen Ende warf Japan noch einmal alles nach vorne und brachte mit Asano, Usami und Kawamata noch drei frische Offensivspieler. Doch auch die Einwechslungen konnte den Spielstand nicht mehr beeinflussen und so endete die Partie zwischen Japan und Südkorea mit 1:1.

Japan – China 1:1

In der letzten Partie des Turniers trafen die Japaner auf den Gastgeber China. Auch dieses Mal gab es einige Veränderungen. So durfte beispielsweise Higashiguchi statt Nishikawa im Tor stehen. Endo rückte für Fujita ins defensive Mittelfeld, weswegen Niwa als rechter Außenverteidiger in die Mannschaft rückte. Außerdem spielte mit Yonekura im dritten Spiel schon der dritte linke Außenverteidiger. Zudem kamen Yuki Muto, Kawamata und Usami wieder in die Mannschaft. Somit bestand die Startaufstellung aus Higashiguchi – Niwa, Morishige, Makino, Yonekura – W. Endo, Yamaguchi, Yu. Muto – Nagai, Kawamata, Usami.

Japan startete gut in die Partie und Usami machte schon früh mit einem Lattenschuss auf sich aufmerksam. Doch in der zehnten Minuten ging China durch das Riesentalent Wu Lei nach einem abgefälschten Schuss in Führung. Dieses Tor beflügelte die Chinesen und so fanden sie nun ein paar weitere Chancen vor, die jedoch gut geklärt wurden. Kurz vor der Pause wurden dann die Japaner wieder stärker, Muto erzielte den Ausgleich und vergab sogar die große Chance zum Führungstreffer.

Japan konnte den Schwung aus der ersten Hälfte auch in die Zweite mitnehmen und war weiterhin tonangebend. Beide Mannschaften fanden im Lauf der zweiten Hälfte noch gute Chancen vor. Zheng Zhi beziehungsweise Wataru Endo und Yuki Muto vergaben jedoch aus aussichtsreicher Position. Zehn Minuten vor Schluss wurde bei China dann noch ein Mann mit Österreich-Vergangenheit eingewechselt. Chiming Zhang war 2009 für den SV Horn aktiv. Auch dieser Wechsel änderte nichts mehr und so beendete Japan dieses Turnier sieglos mit einem weiteren 1:1.

Fazit

Japan enttäuschte und landete mit nur zwei Punkten aus drei Spielen an letzter Stelle. Erschreckenderweise sah man in allen drei Partien die alten Schwächen, die man eigentlich unter Halilhodžić beheben wollte. Die Mannschaft hatte wenig Durchschlagskraft, konnte selbst in den dominanten Phasen des Spiels nur wenige Chancen erspielen und vergab diese dann kläglich. Ein Fakt der dies deutlich macht ist, dass in diesem Turnier kein einziges Stürmertor erzielt wurde. Dies kritisierte auch Yoshito Okubo. Der routinierte Stürmer, der auch schon in Europa für Mallorca und Wolfsburg aktiv war, machte in einem Zeitungsinterview seinem Ärger Luft und beklagte sich über seine Nichteinberufung. Obwohl diese öffentliche Kritik in Japan nicht gern gesehen ist, weiß der Stürmer seine Fans hinter sich.

Insgesamt brachte dieses Turnier kaum neue Erkenntnisse, da der Großteil der Stammspieler fehlte. Im Tor konnte sich keiner der Ersatzleute auszeichnen, wodurch Kawashima, der aktuell vereinslos ist, vermutlich weiterhin gesetzt ist. In der Innenverteidigung spielte Makino zwei gute Partien, hatte jedoch gegen Nordkorea mehrere schwere Patzer dabei. Morishige hingegen war, bis auf den verursachten Elfmeter gegen Südkorea unauffällig aber solide. Die beiden werden vermutlich weiterhin um den Platz neben dem gesetzten Yoshida konkurrieren. Auf den

Außenverteidigerpositionen herrscht durch Gotoku Sakai, Hiroki Sakai, Uchida und Nagatomo große Konkurrenz, weswegen auch hier kaum Erfolgsaussichten für die beim EAFF East Asian Cup eingesetzten Spieler besteht. Wataru Endo wird zwar mit ziemlicher Sicherheit weitere Einsätze im Nationalteam bekommen, ist aber eher ein Spieler fürs defensive Mittelfeld und auch hier eher perspektivisch angedacht. Yonekura zeigte gegen China eine gute Leistung und könnte dadurch auf Ota Druck ausüben.

Im Mittelfeld scheint mit Yamaguchi einer der Gewinner dieses Turniers zu sein, da er in allen Spielen zumindest solide war, beziehungsweise auch in den richtigen Momenten Verantwortung übernahm. Auch Yuki Muto konnte überzeugen und wurde mit zwei Toren Torschützenkönig dieses Turniers. Ob er jedoch bei der starken Konkurrenz um die 10er Position seine Einsatzzeiten bekommen wird scheint fraglich. Shibasaki wurde eher selten eingesetzt und konnte seine gewohnten Leistungen nur selten abrufen. Trotzdem wird er vermutlich weiter eingesetzt werden.

In der Offensive konnte kein Spieler durch zählbare Aktionen überzeugen. Leistungstechnisch waren Usami und Koroki die Besten, da sie immer wieder für Gefahr sorgten. Während Nagai und Asano eher unauffällig blieben, war Kawamata ein Totalausfall. Der sensible Stürmer, der in seiner Karriere nur selten Konstant treffen konnte, wurde in allen drei Spielen von der gegnerischen Verteidigung wirkungsvoll aus dem Spiel genommen. Allerdings ist in der Sturmspitze sowieso Okazaki gesetzt.

Nach diesem enttäuschenden Turnier geht es für die Japaner schon Anfang September in der WM-Qualifikation gegen Kambodscha und Afghanistan weiter.

Andreas Mejavsek, abseits.at

Andreas Mejavsek

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