In Marbella testete Dynamo Kiew gegen Slavia Prag, die zurzeit 5. in der Tabelle der Synot Liga sind. Aleks Dragovic, weiterhin von vielen Transfergerüchten... Leistungsanalyse: Aleksandar Dragovic im Testspiel gegen Slavia Prag

Aleksandar Dragovic - Dynamo Kiev, Österreich_abseits.atIn Marbella testete Dynamo Kiew gegen Slavia Prag, die zurzeit 5. in der Tabelle der Synot Liga sind. Aleks Dragovic, weiterhin von vielen Transfergerüchten umwoben, startete als linker Innenverteidiger in einem 4-2-3-1 der Ukrainer und stand 45 Minuten lang am Platz.

Dragovic‘ spielmachende Rolle

Von Beginn an wurde klar, dass Slavia ein deutlich unterlegener Gegner war. Für Kiew natürlich die geeignete Möglichkeit offensive Abläufe sowie den Spielaufbau gegen einen tief stehenden Gegner einzuüben. Dragovic ist von beiden Innenverteidigern das Spielgestaltende, eine Rolle, die er bereits bei der Austria hatte. Etwas suboptimal war jedoch, dass er als Rechtsfuß auf links auflief. Zwar nahm er den Ball immer offen mit, ab und an ließ er jedoch Chancen auf einen Vertikalpass aus, weil es sich von der Schrittfolge nicht ausging. Er stoppte dann ab und verlagerte das Spiel zum nächsten Innenverteidiger. Verlagerungen machte er übrigens sehr oft, auch ab und an über den etwas abkippenden Sechser. Durch das tiefe 4-4-2 Mittelfeldpressing der Tschechen war bei den Ukrainern Geduld gefragt. Dragovic blieb deswegen oft länger mit dem Ball am Fuß stehen, um das Pressing anzulocken. Nach Rausrücken eines Gegners spielte er im richtigen Moment ab, damit er oder sein Mitspieler den Raum, den das Herausrücken geöffnet hatte, bespielen konnte.

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Dragovic lockt den Stürmer durch langes Ballhalten an, spielt den Ball dann weiter um eine schnelle Verlagerung einzuleiten.

Oft waren es einfache Pässe zum breit und hoch stehenden Außenverteidiger, die Dragovic in diesem Spiel an den Mann brachte. Zwei Mal jedoch bespielte er das Spekulieren der Prager auf den Pass nach außen gut und brachte einen Vertikalpass auf den einrückenden Mittelfeldspieler Kiews an.

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Wie oben bereits erwähnt verpasste er es jedoch diesen öffnenden Pass öfter zu spielen. Der gebürtige Wiener überzeugte durch seine Ruhe im Spiel und seiner Antizipationsfähigkeit. Zwei Mal hatte er die Möglichkeit den Ball einfach zu klären und blind nach vor zu spielen. Unter Bedrängung entschied er sich jedoch zu einer Annahme aus der Luft, nach der er den Ball schnell zwischen zwei Gegner durchspielte und die Ballzirkulation antrieb.

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Ein hoher Ball kommt, Dragovic kontrolliert ihn aus der Luft..

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… und spielt ihn durch zwei Gegner durch.

Auch hohe Bälle spielte Dragovic in dieser Partie, derer waren es jedoch nur wenige. Die Flugbälle in die Spitze kamen nicht an, da oft der Moment unpassend war und die Präsenz mit nur einem Mittelstürmer, der kein geeigneter Zielspieler ist, unzureichend war. Eine hohe Seitenverlagerung brachte er jedoch an. Diese passte auch gut in den Moment, wo das Pressing der Prager langsam einengend wurde. Dragovic behielt die Übersicht und verlagerte den Ball diagonal.

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Dragovic lockt das Pressing von zwei Spielern an..

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…und spielt den Ball im richtigen Moment ab.

Angenehme Defensivaufgaben

Durch die hohe Überlegenheit von Dynamo gab es nur wenige Situationen, bei denen er im Ballbesitz des Gegners eingreifen musste. Die Viererkette verschob passend, horizontale sowie vertikale Kompaktheit waren auch ausreichend. Sein Stellungsspiel verhinderte Pässe in die Tiefe, die von Slavia nach Ballgewinn stets gesucht wurden. Es war stark genug, dass die Prager diese Pässe auf seiner Seite gar nicht versuchten, da die Situation aussichtslos schien. Im Gegenpressing hatte er eine hervorragende Aktion, bei der er nach Ballverlust weiträumig aufrückte und vor der Mittellinie den Gegner entscheidend bedrängte, damit der Ball zurückgewonnen werden konnte. Er ist nicht der größte oder der schwerste, seine Gegner dominierte er physisch dennoch und wusste seinen Körper richtig einzusetzen. Bei Standardsituationen spielt Dynamo Kiew eine Mischform aus Raum- und Manndeckung, wobei Dragovic einer der vier Raumdecker ist und in der Mitte steht.

Fazit

Dragovic‘ Leistung war praktisch fehlerlos. Er wurde jedoch auch nicht genug gefordert, vor allem defensiv hatte er praktisch gar nichts zu tun. Der Nationalspieler hätte jedoch auch durchaus den einen oder anderen Vertikalpass mehr spielen können, um das mannorientierte Pressing der Prager zu durchbrechen.

David Goigitzer, abseits.at

David Goigitzer

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