Teamsport hin oder her, große Events wie eine Fußballweltmeisterschaft leben in der „Männerdomäne Fußball“ auch bei den Frauen von einzelnen Charakteren: Tolle Spielerinnen, mutige... Sawa, Wambach, Solo – das waren die schillernden Figuren der Damen-WM!

Teamsport hin oder her, große Events wie eine Fußballweltmeisterschaft leben in der „Männerdomäne Fußball“ auch bei den Frauen von einzelnen Charakteren: Tolle Spielerinnen, mutige Torfrauen und auch so manche Antiheldin. Hier eine subjektive Auswahl der tragenden Figuren der WM (ohne Reihung).

HOMARE SAWA (JAPAN)
Die Torschützenkönigin (Goldener Schuh) wurde auch zur besten Spielerin des Turniers gewählt (Goldener Ball), und hat mit ihren fünf Toren (u.a. das rettende 2:2 im Finale) erheblichen Anteil am historischen Triumph der Japanerinnen. Sawa ist 32 Jahre alt und spielt aktuell, nach einem einjährigen Gastspiel bei Washington Freedom, in Japan für INAC Kobe Leonessa.

ABBY WAMBACH (USA)
Die wohl auffälligste Spielerin der USA, die mit ihren wuchtigen Kopftoren und ihrer Präsenz auf dem Platz auffiel. Sie wurde zur zweitbesten Spielerin des Turniers gewählt (Silberner Ball). Wambach ist 31 Jahre alt und spielt in Florida für „Magic Jack“ (ehemals Washington Freedom).

HOPE SOLO (USA)

Im Spiel gegen Brasilien avancierte die US-Torfrau zur Matchwinnerin. Bereits im Spiel konnte sie einen Elfmeter parieren, wobei dieser in einer Wiederholung verwandelt wurde. Im Elfmeterschießen schließlich brachte sie ihr Team endgültig auf die Siegerstraße. Auch im restlichen Turnierverlauf stach sie als stärkste Torfrau der WM ins Auge und wurde dafür mit dem goldenen Handschuh geehrt. Im Internet wird sie bereits wie ein Popstar gefeiert. Solo ist 29 Jahre alt und spielt in Florida für „Magic Jack“ (ehemals Washington Freedom).

SILVIA NEID (DEUTSCHLAND)
Nach dem Scheitern im Viertelfinale rückte die Bundestrainerin in den medialen Fokus. Mangelnde Fehlereinsicht direkt nach dem Spiel wurde ihr ebenso vorgeworfen wie die Ausbootung von Rekordstürmerin Birgit Prinz. Da war es plötzlich wichtig, dass Spielerinnen unter 25 Jahren Frau Neid zu sagen hatten, und es wurde darüber spekuliert, dass Neid die Generationen gegen einander ausspielen wollte. Zwei Tage nach dem verlorenen Spiel gegen Japan gaben der DFB und Neid bekannt, dass sie ihren bis 2016 laufenden Vertrag erfüllen werde.

MARTA (BRASILIEN)
Technisch Hui, menschlich Pfui. Was die Brasilianerin am Ball kann, steht außer Frage. Ihre technischen Einlagen und Tore zählten zu den Highlights dieser WM. Allerdings verspielte sie, wie ihre Teamkolleginnen, sämtliche Sympathien spätestens gegen die USA. Aber auch zuvor war sie mit harten Einlagen immer wieder negativ aufgefallen. Solche Persönlichkeiten auf dem Platz braucht der Fußball aber dennoch auf alle Fälle. Marta Vieira da Silva ist 25 Jahre alt und spielt für Western New York Flash.

BIRGIZ PRINZ (DEUTSCHLAND)
Es sollte der Höhepunkt ihrer erfolgreichen Karriere sein, doch konnte sie die (zu) hohen Erwartungen nicht erfüllen und stand lediglich 100 Minuten auf dem Platz, ohne ein Tor zu erzielen. Nach dem Aus gegen Japan verkündete sie ihren Rücktritt aus dem Team. Birgit Prinz ist 33 Jahre alt und spielte zuletzt neun Jahre für den 1.FFC Frankfurt.

FAZIT DER WELTMEISTERSCHAFT

Die WM präsentierte sich, wie erhofft, als mehr als ein Lückenbüßer des Sommerlochs. Die Erwartungen wurden größtenteils erfüllt, auch wenn ein Abfall des Zuschauerinteresses nach dem WM-Aus der Gastgeberinnen festzustellen war. Dieser WM fehlte es an nichts, zahlreiche und schöne Tore waren ebenso zu beobachten wie taktische Disziplin und spannende Entscheidungen. So bleibt zu hoffen, dass ein weiterer Schritt Richtung Akzeptanz gemacht wurde. Kritiken wonach das Niveau einfach schlecht gewesen sei (z.B.: Rosemarie Schwaiger, profil), sind nicht nachzuvollziehen, sah man doch eine spannende und hochkarätige Großveranstaltung.

Patrick Redl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen