Vater-Sohn-Gespanne sind im Fußball ja nichts Außergewöhnliches. Viele gute Spieler geben ihre Fußballergene an ihre Sprösslinge weiter und formen sie ebenfalls zu guten Spielern.... Titelhamster – erfolgreiche Väter und ihre erfolgreichen Söhne

Vater-Sohn-Gespanne sind im Fußball ja nichts Außergewöhnliches. Viele gute Spieler geben ihre Fußballergene an ihre Sprösslinge weiter und formen sie ebenfalls zu guten Spielern. Doch welche Familien hatten generationenübergreifend zählbaren Erfolg in Form von Titelgewinnen?

Mach 3

Die Copa America 2011 brachte nicht nur dem Team aus Uruguay den 15. Triumph – und damit den alleinigen Rekord an Titeln der Südamerikameisterschaft – sondern auch den bereits dritten Erfolg bei diesem Turnier in der Familienhistorie von Diego Forlán.
Der Torjäger der ‚Celeste’ hat nämlich einen imposanten Stammbaum aufzuweisen.

Sein Vater, der beinharte Verteidiger Pablo Forlán , nahm nicht nur an den Weltmeisterschaften 1966 sowie 1974 teil, wurde 7mal Meister in Uruguay und gewann 1966 die Copa Libertadores, sondern triumphierte auch mit dem Nationalteam 1967 bei der Copa.

Zwar war dessen Vater kein Copa-Sieger, aber Diegos Großvater mütterlicherseits, Juan Carlos Corazzo, betreute die Urus als Trainer bereits bei der Copa America 1955 und führte sie 1959 zum Sieg. Gemeinsam mit seinem Schwiegersohn absolvierte er die WM 1966 und wiederholte den Gewinn der Copa im Jahre 1967. Somit ging der Erfolgslauf bei der Copa Amerika mit Diego bereits in die dritte Generation.

Eine Familie im Zeichen eines Vereins

Cesare Maldini war als Spieler und Trainer insgesamt 15 Jahre in Diensten des AC Milan. Er gewann u.a. einige Meisterschaften und den Europapokal der Landesmeister. Die Karriere seines Sohnes Paolo, wie der Vater ebenfalls Verteidiger, sollte aber nicht nur jene des Vaters, sondern wohl auch jede andere in den Schatten stellen. Sie war nicht nur von zahlreichen Titelgewinnen mit dem AC Milan geprägt (u.a. 7 x Scudetto, 2 x Europapokal der Landesmeister, 3 x CL), sondern vor allem durch die ungebrochene Treue zu seinem Verein – 31 Jahre lang schnürte er seine Fußballschuhe für den AC und absolvierte dabei unglaubliche 902 Spiele für seinen Klub.
Auch hier wäre eine 3. erfolgreiche Generation möglich, Paolos Sprössling Christian (Jahrgang 1996) kickt, wie könnte es anders sein, in der Jugendabteilung des AC Milan.

Einzigartiges Wechselspiel

Eidur Gudjohnsen, der beste isländische Fußballer der Geschichte, ist uns mittlerweile vor allem als Wandervogel bekannt. Jedoch durfte er nicht nur 2009 das Triple mit dem FC Barcelona bejubeln, sondern holte zuvor auch Titel in England und Holland. Weit weniger berühmt war sein Vater Arnor. Der belgische Torschützenkönig der Sasion 86/87 hatte seine erfolgreichste Zeit beim RSC Anderlecht, mit denen er Meister wurde.
Ein Novum der Fußballgeschichte ereignete sich allerdings am 26. April 1996 in Tallin, beim Freundschaftsspiel Estland gegen Island, als der 17-jährige Sohn für den 34-jährigen Vater eingewechselt wurde.

‚Xabi’ und ‚Periko’

Xabier ‚Xabi‘ Alonso, ist zweifelsfrei einer der besten defensiven Mittelfeldspieler unserer Zeit, CL-Sieger, Welt- und Europameister. Aber auch sein Vater war bereits ein erfolgreicher Fußballer. Miguel ‚Periko‘ Alonso holte zwei Meistertitel mit Real Sociedad – wo auch der Sohnemann seine Karriere begann – und spielte danach für den FC Barcelona.

Die Fußballwelt als Dorf

Frank Lampard, oder genauer gesagt Frank Lampard Senior, war 18 Jahre lang ein gefürchteter Linksverteidiger bei West Ham United und gewann mit den Hammers 2 mal den FA-Cup. Sein Junior fügte der Familienhistorie noch einige Titel hinzu und entwickelte sich zu einem der weltbesten Mittelfeldspieler.
Henry ‚Harry’ Redknapp machte zwar als Spieler knapp 150 Spiele für West Ham, trat allerdings nicht sonderlich in Erscheinung. Als Trainier respektive Manager erlangte er aber den Ruf, einer der Besten seiner Zunft in der Premier League zu sein. Mit Portsmouth gewann er 2008 den FA-Cup. Sein Sohn Jamie durfte als Kapitän des FC Liverpool 2000/01 den FA-Cup entgegennehmen und auch den Triumph im UEFA-Cup feiern, obwohl er wegen gesundheitlichen Problemen in dieser Saison kaum auflaufen konnte. Der Nationalspieler musste nach zahlreichen Verletzungen seine Karriere früh beenden.

Das Besondere an diesen beiden Fußballerfamilien ist, dass sie auch noch untereinander verbandelt sind. Harry Redknapp ist der Onkel von Frank Lampard Jr.

Wie der Fußball Namen formt

Juan Sebastian Veron gewann nationale Titel in Argentinien, Italien und England sowie den UEFA-Cup und die Copa Libertadores. Bereits sein Vater Juan Ramon Veron durfte mit Estudiantes den Weltpokal bejubeln. In Anlehnung an dessen Spitznamen ‚La Bruja’ – der Zauberer – wurde sein Sohn ‚La Brujita’ – der kleine Zauberer – genannt.

Jordi Cruyff konnte zwar mit Manchester United einen Meistertitel gewinnen und führte den Provinzklub Deportivo Alaves 2001 bis ins UEFA-Cup Finale, das reicht allerdings nicht annähernd an die Erfolge seines Vaters heran. Den legendären Johan Cruyff zu übertreffen ist aber auch kaum möglich. Seine unzähligen Triumphe und Auszeichnungen sowie der Heldenstatus, den er sich vor allem beim FC Barcelona erspielt hat, machen ihn zu einem der besten Fußballer aller Zeiten. Seine Zeit bei Barca ist auch der Grund für den Namen seines Sohnes. Der heilige Georg, auf katalanisch Sant Jordi, ist der Nationalheilige der Katalonier.

Zwei Barca-Urgesteine

Vater Carles Busquets durchlief die berühmte Fußballakademie des FC Barcelona. Der Torwart war zwar selten Stammspieler, feierte mit Barca aber u.a. 5 Meisterschaften sowie den Europapokal der Landesmeister und den Europapokal der Pokalsieger. Nach seiner aktiven Zeit kehrte er als Torwarttrainer zum Verein zurück. Sohn Sergio spielt seit der A-Jugend für Barca und fügte dem familiären Trophäenraum bisher u.a. zwei CL-Pokale sowie die Weltmeistertrophäe hinzu.

Zwei Torhüter

Jose Manuel ‚Pepe’ Reina darf sich Welt- und Europameister nennen, auch wenn er bisher meist die Bank der Furia Roja hüten durfte. 2006 sicherte er dem FC Liverpool den FA-Cup, ein nationaler Meistertitel fehlt ihm noch. Einen solchen konnte sein Vater Miguel, ebenfalls Torwart, genauso wie den Weltpokal mit Atletico Madrid gewinnen. Was die beiden eint, ist je ein verlorenes Finale um den Europapokal der Landesmeister bzw. um die CL.

Eine große Familie

Shaun Wright-Phillips wurde mit Chelsea bereits Meister und gewann den FA-Cup. Sein Adoptivvater, die Arsenal-Legende Ian Wright schoss die Gunners u.a. zu einem Meistertitel, zwei Siegen im FA-Cup und dem Triumph im Europapokal der Pokalsieger. Er ist hinter Thierry Henry der zweiterfolgreichste Torschütze in der Geschichte von Arsenal. Ian hat insgesamt 5 Kinder. Sein leiblicher Sohn Bradley Wright-Phillips spielt für Charlton und ein weiterer Sohn, Brett Wright, kickt in der Jugend von Manchester City.

il capitano, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen