29 Tore in sieben Pflichtspielen. Viktoria Pilsen ballert sich nach drei Spieltagen an die Tabellenspitze der tschechischen Gambrinus Liga, sowie in die Champions-League Play-offs.... Viktoria Pilsen auf dem Weg in die Champions-League

Tschechien Flagge29 Tore in sieben Pflichtspielen. Viktoria Pilsen ballert sich nach drei Spieltagen an die Tabellenspitze der tschechischen Gambrinus Liga, sowie in die Champions-League Play-offs. Ein Blick auf den aktuellen Kader soll zeigen, warum  Sparta Prag, Slovan Liberec und der Geheimfavorit FK Mladá Boleslav es schwer haben werden Pilsen von der Spitze zu verdrängen und warum Pilsen auch im Champions-League Play-off, gegen welchen Gegner auch immer, die Favoritenrolle einnehmen wird.

Keine prominenten Abgänge, dafür punktuelle Verstärkungen

In den vergangenen Jahren war es so, dass Viktoria Pilsen in der Sommertransferperiode immer wieder Leistungsträger abgeben musste, die sich durch starke Auftritte in der heimischen Liga und auf  europäischer Bühne für höhere Aufgaben empfehlen konnten. Dies war zwar auch in der letzten Saison wieder einmal der Fall (siehe Vladimir Darida), doch sah sich die Vereinsführung in der komfortablen Lage die Leistungsträger nicht um jeden Preis verkaufen zu müssen. Lediglich unzufriedene Reservisten wie Roman Adamov und Martin Zeman konnten den Verein im Sommer verlassen; Abgänge die man in Pilsen nicht bedauert.

Neu im Team sind dafür drei alte Bekannte. Der Armenier Edgar Malakyan, Jakub Hora (beide 22) und Tomáš Wágner (23) kehrten nach einem Leihgeschäft im Sommer zurück. Zudem gelang es Milan Petržela (30) vom FC Augsburg zurück nach Westböhmen zu holen. Der rechte Mittelfeldspieler, der sich beim FCA nie so richtig zurechtfinden konnte, wechselte zurück zu seinem alten Arbeitgeber und erhöht den Konkurrenzdruck auf dem rechten Flügel, weshalb sich der sonst gesetzte František Rajtoral (27) nun zunehmend öfter auf der Bank wiederfindet. Zudem wurde mit Tomáš Hořava (25) von Sigma Olomouc ein Wunschspieler von Trainer Pavel Vrba verpflichtet. Der 25-jährige defensive Mittelfeldspieler soll ab nächster Saison die Geschicke im Mittelfeld lenken, da Kapitän Pavel Horváth (38) nach dieser Saison seine Karriere beendet und das Ausnahmetalent Vladimir Darida (23) voraussichtlich den Verein verlassen wird. Daher bekommt Hořava schon in dieser Saison verhältnismäßige viele Einsatzzeiten und wird somit von Pavel Vrba schon jetzt in die Pflicht genommen.

Keine Veränderungen in der Verteidigung

Die Defensive um Keeper Matúš Kozáčik (29), die in der abgelaufenen Spielzeit die beste Defensive der gesamten Liga mit nur 21 Gegentoren darstellte, wird auch in dieser Saison in der gleichen Konstellation spielen. Links der Ur-Pilsner und Nationalspieler David Limberský (29), rechts Radim Řezník (24) oder wahlweise auch František Rajtoral und in der Mitte das eingespielte Duo Václav Procházka (29) und der Slowake Marián Čišovský (33). Eine Abwehr, die auch in dieser Saison bereits gute Arbeit ablieferte mit Ausnahme der drei Gegentreffer in der Champions-League Qualifikation gegen Sarajevo, wobei hier festzuhalten ist, dass das 4:3 den Spielverlauf in keiner Weise widerspiegelt. Die Bosnier kamen zu drei Torschüssen, die allesamt den Weg ins Tor fanden. Manch einer nennt das Effektivität, manch einer Glück.

Das defensive Mittelfeld: Ein Prunkstück mit Ablaufdatum

Pavel Horváth und Vladimir Darida bilden den Kopf  des Teams von Viktoria Pilsen. Doch wie bereits erwähnt endet ihre Kooperation spätestens zum Ende dieser Saison. Der 38-jährige Kapitän Horváth wird definitiv seine aktive Karriere beenden und den Platz für Tomáš Hořava räumen. Bei Vladimir Darida ist ein Verbleib über diese Saison hinaus zwar möglich, scheint allerdings doch recht unwahrscheinlich. Möglicherweise steht sogar ein Wechsel zum SC Freiburg noch im August bevor, doch im Hinblick auf die mögliche Champions-League-Teilnahme ist ein solcher Transfer eher unrealistisch. Im offensiven Mittelfeld wird bei einer Champions-League-Teilnahme wohl auch

Daniel Kolář nicht zu halten sein. Dem 27-Jährigen lagen bereits im Sommer dieses Jahres, nach tschechischen Medienberichten, Angebote aus dem Ausland vor, doch der Verein schob dem Wechsel einen Riegel vor.

Die Qual der Wahl im Sturm

Drei Stürmer und nur ein Platz. Dieses Luxusproblem findet Pavel Vrba bei der Besetzung des Sturmzentrums vor. Der Junioren-Nationalspieler Stanislav Tecl (22) hat dabei momentan die schlechtesten Karten, da Marek Bakoš (30), trotz seiner Verletzung während der Vorbereitung, das Vertrauen von Pavel Vrba genießt und der, aus Příbram zurückgekehrte, Tomáš Wágner trifft wie er will. Der ehemalige Stürmer Nr. 2, Michal Ďuriš (25), hat bereits in der letzten Saison aus der Not eine Tugend gemacht und sich zum Linksaußen umschulen lassen. Eine Position, die zwar mit Jan Kovařík (25) ebenso gut besetzt werden kann, doch kommt der Slowake Ďuriš auf wesentlich mehr Einsatzzeiten. als noch zu seiner Zeit als Mittelstürmer. Bleibt abzuwarten ob auch einer seiner Kollegen eine ähnliche Entwicklung durchläuft.

Ausblick

Für Viktoria Pilsen gilt das Motto „Jetzt oder Nie“. Solange diese Mannschaft noch in dieser Konstellation zusammenspielt, ist ihr viel zuzutrauen. Schon die ersten Spiele in dieser Saison zeigen, dass die Abwehr immer dann steht, wenn sie auch gefordert wird, dass Pavel Horváth immer noch auf internationalem Niveau spielen kann und dass die Offensive in dieser Saison zur absoluten Torfabrik avancieren kann, sodass es für jede Mannschaft schwer werden wird, ein Mittel gegen Viktoria Pilsen zu finden. Zudem hat Pilsen es nun geschafft, den Kader in der Breite qualitativ zu verbessern. Somit sollte das Europa-League-Qualifikations-Aus und die damit verbundene, fehlende Doppelbelastung für Sparta Prag wohl kaum einen Vorteil bedeuten.

Max Teubner, www.abseits.at

Max Teubner

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