Wie bereits an dieser Stelle berichtet, befinden sich die Glasgow Rangers in einer äußerst prekären finanziellen Situation und selbst eine Einstellung des Spielbetriebs bzw.... Was passiert, wenn die Rangers den Spielbetrieb einstellen müssen?

Wie bereits an dieser Stelle berichtet, befinden sich die Glasgow Rangers in einer äußerst prekären finanziellen Situation und selbst eine Einstellung des Spielbetriebs bzw. Liquidierung des Vereins während der Saison ist nicht auszuschließen. Sollte dies geschehen, bestünde die Möglichkeit, einen Nachfolgeverein zu gründen, der wieder in die Scottish Premier League (SPL) integriert werden könnte. Die BBC hat dieses Szenario durchleuchtet und sich den wichtigsten Fragen gewidmet, die auch den Lesern von Abseits.at nicht vorenthalten werden sollen.

Was passiert, wenn die Rangers liquidiert werden?

Ein neu gegründeter Nachfolgeclub muss um die Aufnahme in die SPL ansuchen. Laut Artikel 11 der Durchführungsbestimmungen der Liga hat das so genannte Six-Man-Board darüber zu entscheiden, ob der neue Verein als Nachfolgeclub geführt akzeptiert wird und auch Trainingsareal (Murray Park) und Stadion (Ibrox Park) übernehmen darf. Fällt das Votum positiv aus, steigt der neue Verein in die SPL ein.

Wer ist das Six-Man-Board?

Dieses Führungsgremium der Liga besteht aus Präsident Ralph Topping, CEO Neil Doncaster, Eric Riley (Vertreter von Celtic), Stephen Thompson (Dundee United), Derek Weir (Motherwell) und Steven Brown (St. Johnstone).

Die Abstimmung muss nicht einstimmig ausfallen, es wird lediglich ein Mehrheitsbeschluss benötigt. Kein anderer Verein besitzt ein Mitspracherecht, die Entscheidung obliegt alleine diesem Gremium.

Der neue Besitzer des Vereins müsste zudem in einem Treffen mit dem schottischen Fußballverband (SFA) jegliche Zweifel an seiner Person ausräumen.

Was passiert, wenn das Six-Man-Board den Antrag ablehnt?

In diesem Fall dürfte der neu gegründete Verein nicht an der SPL teilnehmen. Die Liga würde mit elf Teams fortgesetzt werden.

Was geschieht mit dem Verein, der die Saison auf dem letzten Tabellenplatz beendet, wenn die Liga nur mehr aus elf Vereinen besteht?

Der Tabellenletzte, aktuell Dunfermline, würde nicht vor dem Abstieg gerettet werden. Die Durchführungsbestimmungen der SPL besagen, dass der Tabellenletzte auf jeden Fall in die First Division abzusteigen hat. Jedoch würden, um erneut auf die Anzahl von zwölf Vereinen zu kommen, aus ebendieser Liga zwei Clubs aufsteigen. Derzeit wären dies Ross County und Falkirk.

Was geschieht dann mit den neu gegründeten Rangers?

Der Verein kann um eine Aufnahme in die Third Division (Vierte Liga) ansuchen oder vom schottischen Verband direkt zu einer Teilnahme an dieser eingeladen werden. Auch der Nachfolgeclub des 2008 bankrott gegangen Gretna, Annan Athletic, wurde auf diese Weise in jene Spielklasse eingegliedert.

Könnte die Scottish Football League (SFL), der die Spielklassen unter der SPL unterstehen, den Antrag der Rangers ablehnen?

SPL und SFL sind sehr gut vernetzt, so dass die Möglichkeit bestünde, dass die SFL sich nach den Gründen erkundigt, weshalb die SPL sich gegen eine Aufnahme der Rangers entschieden hat und das Ansuchen aufgrund dieser ebenfalls ablehnt.

Wäre die rasche Wiedereingliederung nicht ein falsches Signal für die anderen Vereine?

Mehrere Clubs der SPL befinden sich momentan in finanziellen Problemen und mit einer Liquidation und Neugründung könnten sich die Vereine der Schulden entledigen. Würden die Rangers wieder eingegliedert werden, könnten SPL und SFL dieses Recht nur schwer auch anderen Clubs vorenthalten.

Was geschieht mit den bisherigen Ergebnissen der laufenden SPL-Saison, wenn die Rangers liquidiert werden?

Für diesen Fall liegen keine eindeutigen Regelungen vor, wie auch die SPL zugibt. Eine Option wäre, dass alle Spiele, an denen die Rangers teilgenommen haben, annulliert werden, wobei sich gegen dieses Szenario wohl Vereine wie Kilmarnock und St. Mirren aussprechen würden, da sie gegen den Glasgower Club punkten konnten.

Alle noch ausstehenden Spiele würden mit 3:0 für den Gegner gewertet werden.

Dürften die Rangers ihre gewonnenen Titel behalten?

Es liegen hier zahlreiche Präzedenzfälle vor, wie etwa jener von Olympique Marseille, das 1994 aufgrund von Spielabsprachen in die dritte Liga absteigen musste. Zudem wurden dem Verein alle in der Saison 1992/93 gewonnenen Titel aberkannt.

Die Entscheidung über solche Sanktionen liegt bei SFA und SPL, wobei davon auszugehen ist, dass Rangers gegen eine Titelaberkennung beim internationalen Sportgerichtshof klagen würden.

OoK_PS, abseits.at

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