Usain Bolt möchte nach dem Ende seiner Leichtathletik-Karriere im letzten Jahr unbedingt in der Welt des Profifußballs durchstarten. Ob ihm das gelingen wird, bleibt... Zweiter Bildungsweg: Usain Bolt will Profikicker in Australien werden

Usain Bolt möchte nach dem Ende seiner Leichtathletik-Karriere im letzten Jahr unbedingt in der Welt des Profifußballs durchstarten. Ob ihm das gelingen wird, bleibt fraglich. Jedoch hat er zumindest ein Probetraining bei einem australischen Erstligisten ergattern können.

Der ehemalige Sprint-Superstar Usain Bolt bleibt bei der Verfolgung seines Traumes hartnäckig –  und der heißt Profifußballer zu werden. Dabei erhofft der mittlerweile 31-Jährige sich nun einen Karriere-Anschub in Down Under: Bolt hat einem Vertrag über einen sechswöchigen Test bei dem australischen Erstligisten Central Coast Mariners zugestimmt.

Ob es tatsächlich etwas wird mit der Profi-Karriere auf dem zweiten Bildungsweg, bleibt jedoch fraglich. Zumindest äußerte sich Mariners-Geschäftsführer Shaun Mielekamp eher verhalten zu den Chancen des Jamaikaners, bei seinem Verein zu reüssieren: „Jetzt warten wir mal ab und schauen, wie gut er Fußball spielt“, so Mielekamp. „Wenn alles gut läuft, wer weiß, dann spielt er vielleicht in dieser Saison A-League.“ Saisonstart wäre im Oktober. Aber: „Wenn er reinkommt und nicht mithält, dann kann das Ganze nach hinten losgehen.“

Den Nachweis seiner Befähigung, auf sehr hohem Niveau Fußball zu spielen, den ist Bolt bislang jedenfalls schuldig geblieben. Vielmehr hatten seine bisherigen Ausflüge in die Kicker-Welt eher den Charakter einer Marketingveranstaltung; so absolvierte er im März dieses Jahres ein PR-wirksames „Probetraining“ beim deutschen Erstligisten Borussia Dortmund. Kein Wunder, werden beide Parteien doch vom Sportartikelhersteller Puma ausgerüstet.

Der Meister aus San Marino, SP La Fiorita, warb Ende Mai um die Dienste von Bolt. Auf Twitter ließ der Klub verlautbaren: „Lieber Usain Bolt, wir wollen dich bei uns in der Mannschaft von San Marino haben. Warum nicht? Wir wollen Geschichte schreiben. Was hältst du davon?“ Scheinbar nicht so viel, denn für La Fiorita ist Bolt bis dato nicht aufgelaufen.

Im vergangenen Juni trainierte der achtmalige Olympiasieger und glühende Anhänger von Manchester United dann eine Woche lang beim norwegischen Erstligisten Strömsgodset IF mit; ein längeres Engagement hat sich aber auch daraus nicht ergeben.

Nun also der nächste Versuch in Australien – an dem im besten Fall alle profitieren sollen. Spielervermittler Tony Rallis nannte Bolt einen „ambitionierten Athleten“ und die A-League habe „einen Helden“ gesucht. Schwer vorstellbar jedoch, dass ein pensionierter Leichtathlet den australischen Fußball auf ein neues Level heben könnte.

Aber, vielleicht bekommt Bolt am Ende ja doch noch seine Chance – was nur folgerichtig wäre, hat die vergangene Weltmeisterschaft doch eines gezeigt: Mannschaften sind mittlerweile vor allem auf Geschwindigkeit angewiesen. Und wer wäre dann besser geeignet, als der ehemals schnellste Mann der Welt?

Ral, abseits.at