Die nationalen Meisterschaften starten wieder und wir werfen den fünften Blick auf die österreichischen Kicker, die im Ausland ihr Geld verdienen. Diesmal sind die... Wie geht es den Legionären? – Die Spieler in den Top 11-30-Ligen (5)

Die nationalen Meisterschaften starten wieder und wir werfen den fünften Blick auf die österreichischen Kicker, die im Ausland ihr Geld verdienen. Diesmal sind die Kicker in den Ligen der Ränge 11 bis 30 der UEFA-Fünfjahreswertung dran.

Türkei

Ekrem Dag – Gaziantepspor

Eigentlich besaß der 31-Jährige noch einen Vertrag bis Juni 2013. Weil er aber in den Planungen des neuen Trainers Samet Aybaba keine Rolle mehr spielt, wurde der Vertrag vorzeitig aufgelöst. Nach vier Jahren kehrt Dag, der schon zwischen 2005 und 2008 in Gaziantep gespielt hatte, nach Südostanatolien zurück. Für die Istanbuler absolvierte er 134 Partien, nun will er Gaziantepspor nach dem unzufriedenstellenden zehnten Platz in der vergangenen Saison mit seiner Routine wieder in höhere Sphären bringen.

Yasin Pehlivan – Gaziantepspor

Sehr freuen über Dags Wechsel wird sich Yasin Pehlivan. Der Ex-Rapidler wirkte in 20 Süper-Lig-Spielen mit und hatte als Abräumer und Stabilisator sowie durch ein Tor und einen Assist maßgeblichen Anteil an der Siegesserie am Ende der Saison. Durch sieben Siege in Serie konnte der drohende Abstieg verhindert werden. Allerdings soll es noch weiter rauf gehen. Und Pehlivan soll ein Bestandteil des Teams sein, das wie zur Jahrtausendwende zur nationalen Elite gehören soll.

Veli Kavlak – Besiktas Istanbul

Beachtliche 45 Saisonspiele absolvierte der nun bärtige Mittelfeldspieler für den Traditionsverein. Er ist absoluter Stammspieler, was bei Teamkollegen wie Guti oder Quaresma keine einfache Sache war. Der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler entwickelte sich zu einem guten Achter, Torausbeute und Assistwertung sind aber noch ausbaufähig, zwei Tore und vier Vorlagen sind noch etwas wenig. Dass der neue Trainer nicht zimperlich ist mit seinen Plänen, zeigt Ekrem Dags Geschichte, auf Kavlak wird allerdings gebaut. In der Europa League darf man nicht antreten, da Besiktas das UEFA-Reglement verletzte und folgerichtig vom Europacup ausgeschlossen wurde.

Tanju Kayhan – Besiktas Istanbul

Der bullige Außenverteidiger, der bei Besiktas auf beiden Seiten eingesetzt wurde, muss sich noch durchbeißen. Während für die linke Seite mit Emre Özkan ein neuer Mann geholt wurde, bleibt rechts der Deutsche Roberto Hilbert seine Konkurrenz. Diese Übung sollte aber nicht die unbedingt allerschwerste werden, denn Hilbert geizte mit Toren und den für Außenverteidiger wichtigen Assists. Wenn Kayhans kämpferischer Spielstil beim neuen Trainer ankommt, kann er in seinem zweiten Jahr in Istanbul einen Stammplatz erobern.

Atdhe Nuhiu – Eskisehirspor

Der 196cm-Mann, der beim SK Rapid Wien trotz eines noch bis 2013 laufenden Vertrags kein Land sah, wechselte auf Leihbasis nach Anatolien. Nach 37 Jahren kehrte Eskisehirspor in den Europacup zurück, Nuhiu wurde gegen St. Johnstone zwei Mal eingewechselt und traf im Hinspiel gegen Olympique Marseille. Mit Karadeniz Batuhan (21) gibt es einen talentierten Türken als Konkurrenz, mit dem 31-jährigen geborenen Franzosen, der für Senegal spielt, Diomansy Kamara, einen arrivierten Legionär. Diese drei kämpfen um den einzigen Platz im Mittelsturm. Nuhiu wird vor allem eines brauchen: Tore, Tore, Tore.

Dänemark

Florian Hart – SönderjyskE

Der 22-jährige Rechtsverteidiger ist ein neuer Legionär, wechselte vom LASK zu SönderjyskE. Das „E“ im Namen des Fusionsvereins steht für „Elitesport“ und genau diesen suchte der Außenbahnspieler, nachdem seinem Stammklub die Lizenz verweigert wurde. Trainer ist ein alter Bekannter: Lars Söndergaard. Er machte in der Saisonvorbereitung gut mit, ist aber noch nicht ganz angekommen, kam erst zu einem Kurzeinsatz in der dritten Runde gegen Esbjerg. Söndergaard entschied sich noch für Jarl André Storbaek, 33 Jahre alt. Der 14-fache norwegische Nationalspieler sollte für Hart zu biegen sein.

Schweiz

Aleksandar Dragovic – FC Basel

Barcelona, Inter und Co. – wohin wurde Aleksandar Dragovic nicht schon „transferiert“. Doch der 21-jährige Innenverteidiger entschied sich, der Mannschaft, die mit David Abraham (Getafe CF), Granit Xhaka (Borussia Mönchengladbach) und Xherdan Shaqiri (Bayern München) drei sehr wichtige Spieler abgab, noch mindestens ein Jahr zu helfen. Stammplatzgarantie, ein begeistertes Heimpublikum und die Champions League bewogen ihn zum bleiben. Das ist für einen so jungen Innenverteidiger kein Fehler. Nach oben zu kommen ist eines, dort zu bleiben ist schwer. Spielt der FC Basel wieder zumindest eine überzeugende Gruppenphase, wird bald ein Topklub zugreifen. Nun zählen aber erstmal Spiele, Spiele, Spiele.

Manuel Sutter – FC St. Gallen

Der 21-jährige ehemalige AKA Vorarlbergspieler könnte der zweite wichtige Export in der Schweizer Super League sein. Von den Ostschweizern behutsam aufgebaut machte er als Wechselspieler im Aufstiegsjahr vier Tore, bisher wurde er einmal eingewechselt. In diesem Jahr muss er zeigen, dass er das Zeug zum Stammspieler hat. Sein Konkurrent im linken Mittelfeld, Alberto Regazzoni, verbuchte doppelt so viel Einsatzzeit, machte auch nicht mehr Tore. Wenn Sutter die Torgefährlichkeit erhöht, wird er über kurz oder lang zum wichtigen Spieler in St. Gallen.

Polen

Daniel Sikorski – Wisla Krakau

Nun also Wisla Krakau. Seit der bullige Mittelstürmer die Bayern Amateure 2010 in Richtung Land seiner Vorfahren verließ, stand er schon bei Gornik Zabrze und Polonia Warschau unter Vertrag. Nach einer guten Einstandssaison in der Ekstraklasa kann die letzte als verhaut bezeichnet werden. Bei Krakau, die zwischen 1999 und 2011 nur in der Saison 2006/07 schlechter als Zweiter waren, soll es wieder klappen. Wisla landete zuletzt auf dem enttäuschenden siebten Rang und möchte mit Michal Probierz, der im März das Amt übernahm, wieder ganz nach oben. Sikorski kann dabei helfen.

Norwegen

Martin Pusic – Valerenga Oslo

Der Linksaußen ist mittlerweile Stammspieler in Oslo, verpasste in der Saison 2012 erst zwei Ligaspiele. Der 24-jährige Mittelfeldspieler rangiert zur Halbzeit knapp hinter den EC-Startplätzen. Es scheint, als sei Pusic nach dem Experiment bei Hull City im Ausland angekommen, markierte zwei Treffer und zwei Assists, setzte zuletzt beim 1:1 gegen Brann Bergen Pedersen gut ein, das Spiel ging nicht verloren. Immerhin stabilisierte sich Valerenga nach einem schlechten Saisonstart, seit Pusic wirklich im linken Mittelfeld im 4-4-2 aufgeboten wird. Und das ist auch nicht schlecht.

Ungarn

Michael Stanislaw – Egri FC

Der U20-WM-Akteur von 2007 steht seit Sommer beim ungarischen Aufsteiger Egri FC unter Vertrag. Stanislaw brach somit nach sechs Jahren bei Schwanenstadt/Wiener Neustadt die Zelte in Österreich ab und suchte und fand mit 25 Jahren eine neue Herausforderung. Kürzlich debütierte er beim 2:4 gegen Szombathely in der höchsten Spielklasse unseres Nachbarlandes.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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