Derzeit wird das europäische Wettergeschehen von Dieter bestimmt. Dieter ist ein mächtiges Hochdruckgebiet, dessen Kern sich über Russland befindet und eiskalte Luft bis nach...

Derzeit wird das europäische Wettergeschehen von Dieter bestimmt. Dieter ist ein mächtiges Hochdruckgebiet, dessen Kern sich über Russland befindet und eiskalte Luft bis nach Mitteleuropa schaufelt, da im Winter die großen Landmassen Osteuropas und Asiens stark auskühlen. In den letzten Tagen mischte sich dazu noch ein Italientief, das den Regionen südlich der Alpen erstmals in diesem Winter ergiebige Schneefälle bescherte. Dies beeinträchtigt naturgemäß auch den Fußballbetrieb in großen Teilen Europas, so dass es zu zahlreichen Spielverschiebungen kommt.

Österreich und Schweiz: Spiele wackeln

In Österreich startet die Bundesliga am kommenden Wochenende in die Frühjahrssaison, wobei die Spiele Admira – Kapfenberg und Wacker Innsbruck – Salzburg nach aktuellem stand stark gefährdet sind. Auch für die zweite Frühjahrsrunde tun sich Fragezeichen auf, denn auch hier sollte Innsbruck ein Heimspiel austragen und des Weiteren gleicht das Kapfenberger Stadion derzeit einem Eislaufplatz.

Die Schweiz startete bereits am vorigen Wochenende in die Rückrunde. Alle vier Spiele (da Xamax Neuchatel die Lizenz entzogen wurde, ist eine Mannschaft immer spielfrei) konnten plangemäß stattfinden, wenn auch bei zweistelligen Minusgraden und trotz Rasenheizungen teils gefrorenem Boden. Für die kommende Runde sieht es hingegen schlechter aus, die Austragung der Spiele Sion – Young Boys Bern und Lausanne – Basel ist derzeit mehr als fraglich. In beiden Stadien existiert keine Rasenheizung, so dass man von stark gefrorenem Geläuf ausgehen muss. In Sion wurde der Rasen über den Winter zwar abgedeckt und beheizt, nach der Entfernung dieser Planen droht über Nacht aber das sofortige Gefrieren. Schnee ist hingegen kaum ein Problem, da das Wallis zu den niederschlagsärmsten Regionen der Alpen zählt.

Deutschland: Alles läuft nach Plan

Zu keinen Absagen kam es bisher in der 1. und 2. Bundesliga, was auch daran liegt, das dort jeder Verein über eine Rasenheizung verfügen muss. Dennoch herrschten nicht allerorts ideale Bedingungen, denn so beschwerte sich Bastian Schweinsteiger etwa nach Bayerns Auftaktniederlage über die schlechten Platzverhältnisse in Mönchengladbach. Als besonders problematisch stellen sich jene Teile des Spielfelds dar, die dauerhaft im Schatten liegen, beispielsweise aufgrund der hohen Tribünen. So war am Aachener Tivoli am vergangenen Samstag trotz Heizung ein in weiten Teilen gefrorener Rasen zu sehen.

Frankreich und Italien: Mehrere Absagen

In Italien wurden wegen der extremen Kälte am vergangenen Wochenende die Abendspiele auf 15:00 verlegt, die Partie zwischen Cesena und Catania konnte dies jedoch auch nicht mehr retten. In der Runde zuvor, die unter der Woche angesetzt worden war, fielen gleich vier Spiele dem Wintereinbruch zum Opfer, starke Schneefälle erlaubten kein Fußballspiel in den oberitalienischen Städten Parma, Bergamo, Siena und Bologna.

Auch in der französischen Ligue 1 mussten drei Spiele verschoben werden, in der Ligue 2 traf es vier Partien.

Niederlande und Belgien: Die zweite Liga ruht

In den Niederlanden hinken nun zwei Spitzenmannschaften dem Spielplan hinterher, denn Den Haag – Alkmaar und De Graafschap – Twente Enschede konnten nicht durchgeführt werden. Komplett abgesagt wurde hingegen gleich die gesamte Runde der zweiten Liga.

Dieses Schicksal ereilte auch die zweithöchste belgische Spielklasse, die ausgefallene Runde wurde bereits für Ende März neu angesetzt. In der ersten Liga kam es zu keinen Absagen, das Rückspiel im Semifinale des belgischen Cups zwischen Lierse und Lokeren wurde hingegen aufgrund des vereisten Spielfelds um zwei Wochen verschoben.

In der englischen Premier League kam es bisweilen zu keinen Spielausfällen, sehr wohl jedoch in den Ligen darunter. Dies liegt zumeist jedoch nicht am schlechten Zustand des Spielfelds, sondern an den vereisten Zugangswegen zu den Stadien.

Demnächst setzen auch die letzten sich in der Winterpause befindlichen Ligen Mittel- und Osteuropas den Spielbetrieb wieder fort. In Polen ist in einer Woche Frühjahrsauftakt, ebenso in Tschechien. Die rumänische Liga nimmt ihren Spielbetrieb in zwei Wochen wieder auf, die ungarische und ukrainische Meisterschaft Anfang März. Auch hier kann man Spielverschiebungen nicht ausschließen, sollte sich die Großwetterlage nicht bald ändern.

Frostiger Europacupauftakt

Auch die UEFA-Bewerbe starten ab kommender Woche in die entscheidenden KO-Phasen; besonders frostige Bedingungen darf man hier etwa bei der Champions League-Partie zwischen Zenit St. Petersburg und Benfica erwarten, die für 21:00 Ortszeit angesetzt ist. In der Woche darauf empfängt CSKA Moskau zur selben Uhrzeit Real Madrid und auch in der Europa League dürfen sich die Spieler auf einige „Gefrierschränke“ einstellen, denn auch Rubin Kazan tritt um 21:00 an (das Spiel wurde bereits aus Tatarstan nach Moskau verlegt), selbiges gilt für Lokomotive Moskau. Das Rückspiel zwischen Metallist Kharkiv und Salzburg ist gar für 22:00 angesetzt,  obwohl in der ukrainischen Stadt zuletzt das Thermometer mehrfach unter die -20 Grad-Marke gefallen ist. Es besteht jedoch die Möglichkeit seitens der UEFA, das Spiel auf 18:00 vorzuziehen, was bereits auch vor einem Jahr mit Leverkusens Gastspiel in Kharkiv gemacht wurde.

Enger Terminplan

Aufgrund des engen Terminplanes, können Nachholspiele defakto nur unter der Woche angesetzt werden und dies zumeist auch nur bis spätestens 19:00, da die UEFA es nicht gestattet, dass Meisterschaftsspiele parallel zur Champions League, deren Achtelfinale sich seit zwei Jahren nun über vier Wochen erstreckt, stattfinden.

OoK_PS, abseits.at

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