Die Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2018 ist absolviert. Doch mit dem Beginn des Achtelfinales nimmt das Turnier jetzt erst richtig Fahrt auf. Das Power Ranking... Das Achtelfinale startet! Wie stark sind die Außenseiter und „Sonderfälle“?

Die Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2018 ist absolviert. Doch mit dem Beginn des Achtelfinales nimmt das Turnier jetzt erst richtig Fahrt auf. Das Power Ranking soll einen kurzen Überblick darüber geben, welche Teams sich nach den bisher gezeigten Leistungen Chancen auf den Gesamtgewinn ausrechnen können und für wen das Achtelfinale wahrscheinlich sportlich das höchste der Gefühle darstellt.

Die Außenseiter

Japan: Die Qualifikation Japans für das Achtelfinale ist sicher eine der größten Überraschungen der bisherigen WM. Doch gänzlich unverdient steht die Mannschaft von Trainer Akira Nishino nicht in der Runde der letzten 16. Sicher, beim einzigen Erfolg in der Gruppenphase gegen Kolumbien (2:1) profitierten die „Samurai Blue“ von einem frühen Platzverweis. Aber: Japan hat die Überzahl fast optimal genutzt – die Expected Goals in dieser Partie wiesen 2,4 für die Japaner aus. Generell überzeugen die Asiaten mit einem ansehnlichen Ballbesitzspiel und taktischer Disziplin. Die übertriebene Passivität am Ende der Partie gegen Polen, wirft aber einen kleinen Schatten auf die bisherigen Leistungen. Japan trifft nun auf Belgien. Die Wahrscheinlichkeit auf ein Weiterkommen beziffert die Webseite FiveThirtyEight dabei auf nur 24 Prozent.

Russland: Auch mit einer Teilnahme des Gastgebers am Achtelfinale konnte man nicht unbedingt rechnen. Souveräne Siege gegen Ägypten (3:1) und Saudi-Arabien (5:0) sorgten jedoch für einen letztlich ungefährdeten Aufstieg. Dass Russland jedoch gegen stärke Kontrahenten Probleme bekommen wird, zeigte die deutliche 0:3-Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Uruguay. Trainer Stanislav Cherchesov ist es bis dato gelungen, aus einer Ansammlung individuell eher weniger begabter Spieler eine Einheit zu formen. Die große Stärke der Russen liegt bislang in der Chancenverwertung. Die Statistikseite Squawka führt die Sbornaja hier auf dem ersten Platz. Auch in den Laufstatistiken liegt Russland überall weit vorne. Im kommenden Spiel gegen Spanien sieht FiveThirtyEight die Chance auf einen russischen Sieg bei 22 Prozent.

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Dänemark: Das Team um Superstar Christian Eriksen qualifizierte sich über einen zweiten Platz in Gruppe C hinter Frankreich für das Achtelfinale. Trainer Age Hareide lässt einen soliden, wenn auch keinen sonderlich einfallsreichen Fußball spielen. Die Stärke des Europameisters von 1992 liegt dabei in der Defensive. Dänemark kassierte in der Gruppenphase nur einen Gegentreffer – und dieser fiel aus einem Elfmeter im Spiel gegen Australien. Aus dem Spiel heraus ist Danish Dynamite also noch unbezwungen. Dafür hapert es im Angriff: Dänemark ist laut whoscored die einzige Mannschaft, die im Schnitt mit weniger als einem Tor pro Spiel in das Achtelfinale eingezogen ist. Dort sollten die Nordeuropäer für Kroatien einen unbequemen Gegner darstellen. FiveThirtyEight beziffert die Chance auf ein Weiterkommen trotzdem nur auf 36 Prozent. Interessante Statistik zum Schluss: Die Expected Points sahen Dänemark mit nur einem Zähler als Letzten der Gruppe C.

Schweiz: Für die Eidgenossen trifft das nicht zu. Auch laut den Expected Points hätte sich die Schweiz als Gruppenzweiter hinter Brasilien für das Achtelfinale qualifiziert. Trotzdem bedurfte es dafür etwas Glück und in Yann Sommer einen starken Torhüter: Nur vier Teams ließen laut whoscored in der Gruppenphase mehr Schüsse zu, als die Schweizer. Hängen geblieben von ist dabei vor allem die starke Leistung im Spiel gegen Serbien, als Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri ein 0:1 zur Pause noch in einen 2:1-Erfolg verwandelten. Die Schweiz tritt bei dieser WM bislang insgesamt solide auf – mehr aber auch nicht. Im Achtelfinale hat das Team von Trainer Vladimir Petkovic etwas Glück, dass man mit Schweden auf einen vom Potenzial her ähnlich starken Gegner trifft. FiveThirtyEight sieht ebenfalls ein Spiel auf Augenhöhe, mit leicht favorisierten Schweizern: Die Wahrscheinlichkeit auf ein Weiterkommen liegt bei 52 Prozent.

Die Sonderfälle

Argentinien: Bewertet man nur die bisherigen Auftritte der Argentinier, müssten sie eigentlich im Feld der Außenseiter eingeordnet werden. Doch einem Team mit Lionel Messi muss auch weiterhin alles zugetraut werden – auch ein Sieg gegen Frankreich im Achtelfinale. Dennoch steht Argentinien im Ranking der Achtelfinalisten von whoscored auf dem letzten Platz. Begründet wird dies damit, dass kein Team mit einer schlechteren Tordifferenz in die Runde der letzten 16 eingezogen ist (-2) und keiner eine schlechtere Chancenverwertung aufweist. Immerhin hatte die Mannschaft des umstrittenen Trainers Jorge Sampaoli bislang den drittmeisten Ballbesitz bei dieser WM. Allein, damit anfangen konnte die Albiceleste eher wenig. Die Wahrscheinlichkeit auf ein Weiterkommen laut FiveThirtyEight: 45 Prozent.

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Mexiko: Nach dem 1:0-Erfolg gegen Deutschland im ersten Gruppenspiel der Gruppe F schwebte die El Tri auf Wolke Sieben. Das 2:0 über Südkorea im zweiten Spiel schien den Status Mexikos als Geheimfavorit zu zementieren. Doch das deutliche 0:3 gegen Schweden sorgte für große Ernüchterung im Lager der Mexikaner. Letztlich war man für ein Weiterkommen auf Schützenhilfe der Koreaner gegen Deutschland angewiesen. Und nun trifft man im Achtelfinale auch noch auf eine der großen Turnierfavoriten – Brasilien. Besonders beunruhigend dabei ist die Tatsache, dass Mexiko die meisten Schüsse aller Achtelfinalteilnehmer zugelassen hat. Gegen Brasilien könnte das fatal enden. Trotzdem: Mexiko könnte auch gegen den Rekordweltmeister für eine Überraschung sorgen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt laut FiveThirtyEight aber nur bei 17 Prozent.

Kolumbien: Für einige Experten galt Kolumbien vor der WM als Geheimfavorit. Während der Gruppenphase konnten die Südamerikaner die hohen Erwartungen aber (noch) nicht erfüllen. Das Auftaktspiel gegen Japan ging mit 1:2 verloren, wobei die Cafeteros fast das gesamte Spiel – aufgrund eines Platzverweises gegen Carlos Sanchez bereits in der dritten Minute – mit zehn Spielern auskommen musste. Beim 3:0 gegen Polen ließ Kolumbien dann einen starken Auftritt folgen, bei dem vor allem Superstar James Rodriguez brillierte. Von ihm hängt im kolumbianischen Spiel viel ab. Und genau das könnte zum Problem werden. Denn ob James im Achtelfinale mitwirken kann, ist aufgrund einer Verletzung aus dem Spiel gegen den Senegal (1:0) noch ungewiss. Wahrscheinlichkeit auf ein Weiterkommen laut FiveFortyEight: 40 Prozent.