Vor dem Semifinalspiel wurde in den Medien viel diskutiert, ob die Kroaten nach den beiden aufopferungsreichen Partien gegen Dänemark und Russland noch genügend Kraft... Überraschung des Spieltages (23): Der Spielverlauf zwischen England und Kroatien

Vor dem Semifinalspiel wurde in den Medien viel diskutiert, ob die Kroaten nach den beiden aufopferungsreichen Partien gegen Dänemark und Russland noch genügend Kraft für 90 bzw. sogar 120 Minuten für England haben würden. Nach der ersten Halbzeit sahen sich einige in der Annahme bestätigt, dass Luka Modric und seine Teamkollegen bereits am Zahnfleisch gehen. Doch es sollte dann ganz anders kommen.

Es war wieder einmal eine Standardsituation, die die Engländer in Führung brachte. Kieran Trippier, der wohl der beste Rechtsverteidiger bzw. Wingback des Turniers war, brachte seine Three Lions mit einem schönen Freistoß in Führung. Auch danach hatten die Engländer zunächst die besseren Möglichkeiten und ausgerechnet der verlässliche Goalgetter Harry Kane vergab eine Chance, die er im Normalfall mit zugebundenen Augen und zusammengebundenen Beinen macht. Trotzdem wirkten die Engländer in den ersten 30 Minuten so, als ob ihnen der Finaleinzug kaum zu nehmen sei. Die Abwehr rund um Walker, Stones und Maguire machte wieder einen souveränen Eindruck, Dele Alli zeigte sich in verbesserter Form und Raheem Sterling absolvierte zahlreiche brandgefährliche Sprints in die Tiefe, die vom Gegner nur schwer verteidigt werden konnten.

In der zweiten Hälfte sahen die Fans im Stadion und vor den TV-Geräten jedoch ein ganz anderes Bild. Die Kroaten kamen entschlossen aus der Kabine und rissen das Spiel an sich. Die Engländer agierten nur noch reaktiv und konnten sich kaum aus der festen Umklammerung lösen. Nachdem Ivan Perisic den Führungstreffer erzielte, schaffte es Southgates junge Truppe nicht mehr den Schalter umzulegen und selbst wieder Akzente zu setzen. Gefährlich wurde man nur noch aus Standardsituationen, doch hier fehlte dann auch das nötige Glück, als Vrsaljko einen Stones-Kopfball auf der Linie klärte.

Southgate warnte vor dem Spiel, dass seine Mannschaft noch weit davon entfernt ist perfekt zu sein. Viele der jungen Spieler haben nicht die gleiche Erfahrung wie sie etwa auf der Gegenseite Luka Modric und Ivan Rakitic vorweisen können, die in zahlreichen Champions-League-Spielen unbezahlbare Routine erlangten. Dass Kroatien dann nicht nur die dritte Verlängerung in dem Turnier überstand, sondern sogar die Partie in dieser entschied, unterstreicht den unglaublichen Kampfgeist, den diese Mannschaft bei der Endrunde in Russland zeigt. Die Engländer müssen den Kopf jedoch auch nicht hängen lassen, denn die junge Mannschaft wird in zwei bzw. vier Jahren sicherlich noch einen Sprung machen und dann ist ihr auch der ganz große Wurf zuzutrauen.

Was ist für Kroatien nun gegen Frankreich möglich? Bei tipp3 gibt es für den gleichen Spielverlauf (Halbzeit/Endstand 1/X) eine Quote von 13,00!

Wie bei der Weltmeisterschaft gibt es übrigens auch in Wimbledon fix einen Neuling im Finale!

Stefan Karger

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