Am ersten Tag des Viertelfinales der Weltmeisterschaft in Russland stand den Fans ein echter Kracher bevor. Brasilien traf auf die Belgier und es kam... WM-Analyse: Belgien überrascht Brasilien und zieht ins Halbfinale ein

Am ersten Tag des Viertelfinales der Weltmeisterschaft in Russland stand den Fans ein echter Kracher bevor. Brasilien traf auf die Belgier und es kam damit zu einem wahren Leckerbissen zweier spielstarker Mannschaften, weshalb die Begegnung für viele auch nicht zu unrecht quasi als ein „vorgezogenes Finale“ betitelt wurde. Während Brasilien im Achtelfinale relativ mühelos Mexiko verdient mit 2:0 besiegte, taten sich die Belgier gegen die Japaner wesentlich schwerer und lagen bereits mit 0:2 zurück, ehe sie in der Schlussphase nochmal alles riskierten und schlussendlich doch noch mit einem späten 3:2 Sieg den Sprung ins Viertelfinale schafften. Nun wartete jedoch der Rekord-Weltmeister auf die Belgier und eine Leistungssteigerung war klarerweise vonnöten, um auch diesen Gegner aus dem Weg zu räumen.

Brasilien ohne Überraschungen

Die Brasilianer unter Erfolgscoach Tite legten bislang ein ordentliches Turnier hin und wirkten als Mannschaft sehr stabil, speziell was die Arbeit gegen den Ball anbelangt. Daran sollte sich am besten auch im Duell gegen Belgien nichts ändern und die Südamerikaner traten wie gewohnt in einem 4-3-3 System an. Jedoch mussten die Brasilianer auf Casemiro verzichten, der auf der Sechs als Stabilisator eine wichtige Rolle einnahm. Mit Fernandinho von Manchester City stand jedoch ein guter Ersatz parat, während Linksverteidiger Marcelo wieder fit war und in die Mannschaft zurückkehrte. Dies war natürlich wichtig für die „Selecao“, denn Marcelo als spielmachender Außenverteidiger nimmt eine wichtige Rolle im System von Trainer Tite ein. So traten die Brasilianer zunächst auch so auf, wie man es von ihnen gewohnt ist.

Der Fokus im Ballbesitzspiel der Brasilianer liegt im Spiel ganz klar auf der linken Seite, weshalb die Angriffsbemühungen auch meist da ihren Ursprung haben. Dies ist auch nicht verwunderlich, verfügt man doch in dieser Region mit Marcelo, Coutinho und Neymar über ein brutal spielstarkes Trio, dass jedem Gegner schlaflose Nächte bereiten kann. Dabei achtet man auch darauf, die richtige Balance zu finden, weshalb man speziell was die Außenverteidiger betrifft in diesem Spiel zu einer Asymmetrie griff. Das bedeutet, Rechtsverteidiger Fagner stand recht tief und oft auf einer Höhe mit den beiden Innenverteidigern, agierte also recht konservativ und zurückhaltender, während Marcelo wesentlich offensiver und mit mehr Druck nach vorne agierte, um eben seine Spielstärke ausleben zu können. Dadurch sollte gewährleistet werden, dass man bei Ballverlust nicht zu offen stand, weshalb Miranda oft weit auf die Seite (also hinter Marcelo) hinausschob und Thiago Silva & Fagner als Restabsicherung bereitstanden. Wie man sieht ist den Brasilianer die Balance in ihrem Spiel sehr wichtig und man möchte nicht zu offensiv agieren, wie es in der Vergangenheit immer wieder der Fall war. Deswegen ist der Grundstein des Erfolgs der Selecao auch bisweilen die Defensive, die sehr stabil wirkt und die verschiedenen Phasen des Spiels kontrollieren kann. Gegen die erwartete Dreierkette im Aufbau verteidigten die Brasilianer aus einem 4-3-3 heraus, in welchem sich die drei Stürmer sich an den drei gegnerischen Innenverteidigern orientierten, das zentrale Mittelfeld an jenes der Belgier und die Außenverteidiger an die Flügelverteidiger des Gegners. Diesen Sachverhalt sieht man auch gut im nächsten Bild:

Das brasilianische 4-3-3 gegen das belgische 3-4-3, mit einer klarer Zuteilung und Ordnung.

Dabei wählten die Brasilianer eine höhere Pressinglinie und versuchten bereits früh den Spielaufbau der Belgier zu unterbinden, um den Gegner nicht ins spielen kommen zu lassen und zu einem Ballverlust, oder zumindest zu einem langen Ball zu zwingen. In tieferen Zonen wurde aus dem 4-3-3 meist ein 4-4-2, da man Neymar etwas von den Defensivaufgaben entlasten wollte, während stattdessen Coutinho seine Position einnahm und auf den linken Flügel herausrückte. Alles in allem also viele Dinge, die man von den Brasilianern bislang im Turnier sehen konnte und keine wirklichen Überraschungen. Für diese sollten letztendlich die Belgier mit ihrem Coach Roberto Martinez auf der anderen Seite sorgen.

Belgien mit Systemumstellung und verändertem Fokus

Die Belgier konnten in diesem Turnier vor allem mit ihrem gut strukturierten Ballbesitzspiel glänzen, welches aus einem recht variablen 5-2-3/3-4-3 praktiziert wurde und auch über ordentliche Durchschlagskraft verfügte. Doch bereits gegen die Japaner zeigte sich, dass die Belgier gegen den Ball so ihre Probleme haben und nicht immer stabil wirken, was sie auch beinahe das Aus im Achtelfinale gekostet hätte. Gegen die spielstarken Brasilianer musste sich Trainer Roberto Martinez also etwas einfallen lassen, um die richtige Balance zu finden und gegen den Ball besser zu stehen. Er entschied sich dafür, eine Systemumstellung vorzunehmen und veränderte es zu einem 4-3-1-2/4-3-3, rückte also von der Fünferkette ab und stellte auf eine Viererkette um. Das 4-3-1-2 wurde dabei so ausgelegt, dass man mit Fellaini, Witsel und Chadli drei zentrale Mittelfeldspieler aufbot, während De Bruyne etwas davor postiert wurde und bisweilen auch mit den beiden Stürmern Lukaku und Hazard agierte. Die beiden Stürmer agierten dabei sehr breit und de facto eigentlich mehr als Außenstürmer, wodurch die Position im Zentrum meist frei blieb oder eben von De Bruyne ausgefüllt wurde. Diese Umstellung sieht man auch beim nächsten Bild recht klar:

Brasilien im Spielaufbau, Belgien agiert aus einer 4-3-1-2 Formation heraus, wobei De Bruyne oft neben den beiden Stürmern nach vorne rückt.

Das Defensivkonzept der Belgier sah dann folgendermaßen aus: Im Spielaufbau der Brasilianer versuchte man zunächst etwas höher zu attackieren, wobei sich Zehner De Bruyne an den gegnerischen Sechser Fernandinho orientierte, während die breiten Stürmer die Innenverteidiger attackierten. Auf die Außenverteidiger rückten die beiden Achter Fellaini & Chadli heraus, während die Abwehr absicherte. Doch das höhere Pressing praktizierte man nur in der Anfangsphase, da man durch die rasche Führung auch etwas abwartender agieren konnte und die Brasilianer kommen ließ. Dadurch kam der wirkliche Schwerpunkt zum Vorschein, nämlich der Fokus auf die Strafraumverteidigung. Die Belgier zogen sich relativ rasch komplett zurück und ließen die Brasilianer bis weit in das zweite Drittel gewähren, bis man Zugriff herstellen wollte. Dabei ist auch den Belgiern nicht entgangen, dass die Brasilianer ihren Fokus stark auf die linke Seite legen. Also stellte man mit Fellaini & Witsel zwei physisch starke Spieler hin, die stark auf den Flügel hinausschoben und gemeinsam mit Rechtsverteidiger Meunier die linke Seite dicht machen sollten. Der ballferne Achter Chadli stand dabei recht weit von den beiden entfernt und sollte sich an dem torgefährlichen Paulinho orientieren und diesen zustellen, während De Bruyne im Umkreis von Fernandinho blieb. Das Besondere an dieser Strategie war, dass man de facto die Brasilianer nur mit sieben Spieler verteidigte, während drei Spieler für das Kontern zuständig waren. Dadurch hatte vor allem Linksverteidiger Marcelo bis weit in die gegnerische Hälfte viel Freiraum, da ihn Lukaku nicht verfolgte und vorne hängen blieb. Das ist insofern etwas Außergewöhnliches, da Marcelo der spielstärkste Außenverteidiger der Welt ist und eine unheimliche Kreativität ausstrahlt, weshalb man oft eher versucht, ihm so viele Gegner wie nur möglich in den Weg zu stellen, damit er nicht zu Entfaltung kommt. Martinez stattdessen wählte einen anderen Ansatz und ging einen anderen Weg, was natürlich mit viel Risiko verbunden war. Das eben beschrieben und den Plan der Belgier sieht man im nächsten Bild recht deutlich:

Brasilien im Ballbesitz, die Belgier verteidigen tief und konzentrieren sich auf die Strafraumverteidigung. Fellaini & Witsel schieben weit heraus, während Chadli bei Paulinho bleibt und De Bruyne sich zumindest etwas an Fernandinho orientiert. Marcelo steht völlig frei, da Lukaku vorne bleibt.

Jetzt stellt man sich natürlich die Frage, warum ging der belgische Trainer Martinez so viel Risiko ein? Ist es wirklich eine gute Idee, Marcelo so viele Freiräume zu gewähren und dem spielstarken Trio Marcelo, Coutinho und Neymar nicht mehr Gegenspieler entgegen zu stellen? Normalerweise würde diese Frage eine klare Antwort enthalten: Nein, natürlich keine gute Idee. In der Anfangsphase der Partie wackelte die Defensive der Belgier auch einige Male und sah nicht wirklich sattelfest aus. Doch Martinez hatte dabei etwas anderes im Sinn. Ihm ging es nämlich bei seiner Strategie vor allem um das Umschaltspiel nach Ballgewinn. Dadurch, dass er Lukaku uns Hazard so weit vorne und weit auseinander positionierte, hatten die Belgier nach Ballgewinn sofort zwei Anspielstationen zum Kontern zur Verfügung. Deswegen ließ Lukaku auch Marcelo völlig gewähren, da er nach Ballgewinn den Raum hinter ihm besetzte und anspielbar sein sollte. Die ganze Strategie der Belgier zielte also darauf, die Absicherung des Offensivspiels der Brasilianer anzubohren und ins Wanken zu bringen, aber auch die Restverteidigung der Brasilianer zu strecken und den beiden Stürmern Platz zum Dribbeln zu verschaffen. Und dieser Plan ging auch wunderbar auf. Teilweise mussten drei Brasilianer extrem viel Raum verteidigen, während Lukaku und Hazard viel Raum vor sich hatten und im Eins gegen Eins natürlich stark sind – solche Situationen also auch ausnutzen konnten. Hinzu kommt, dass sich De Bruyne zwar immer wieder an Fernandinho orientierte, sich jedoch oft paar Meter neben ihm positionierte, um dann im Konterspiel eben die Räume neben dem Sechser zu attackieren. Die Brasilianer wirkten von diesem Plan sichtlich überrascht und liefen in einige Konter, die sie nicht verteidigt bekamen und wo ihre Absicherung der Angriffe überhaupt nicht klappte. Exemplarisch dafür steht diese Szene:

Brasilien im Angriff, Willian und Fagner versuchen zu Doppeln und bringen eine Flanke in den Strafraum, die aber geklärt wird. Der Ball landete anschließend bei De Bruyne und plötzlich haben die Belgier de facto eine 3 vs.3 Kontersituation und Sechser Fernandinho sieht sich überhaupt gleich zwei direkten Gegenspieler gegenüber, da keine passende Absicherung da ist. Eine nahezu unlösbare Aufgabe für die Restverteidigung der Brasilianer.

Vor diesem Dilemma standen die Brasilianer quasi die gesamte erste Halbzeit. Besonders problematisch wurde es, wenn sich Rechtsverteidiger Fagner auch noch mit nach vorne einschaltete. Dies hatte nämlich zur Folge, dass Fernandinho (wie beim letzten Bild zu sehen) seine Position übernehmen musste und nach außen rückt, da ja ansonsten Hazard völlig frei gestanden wäre. Dadurch fehlte Fernandinho allerdings weiter vorne als Absicherung und dadurch klaffte ein riesiges Loch im Zentrum, weshalb die Belgier oft freie Fahrt hatten. Aber auch wenn Fagner nicht mitging, sah es nicht wirklich besser aus. Zwar hatte man dann eine 4 vs. 3 Überzahl, doch De Bruyne positionierte sich immer wieder geschickt versetzt neben Fernandinho und der hatte große Probleme damit, ihn zu verfolgen bzw. allgemein größere Räume zu covern. Durch den hohen Fokus auf die linke Seite fand man auch im Ballbesitzspiel nicht wirklich Lösungen, spielte sich oft fest oder rannte in die belgische Mauer mit dem Kopf gegen die Wand hinein und leistete sich dadurch leichte Ballverluste. Interessant war bei den Belgiern allerdings auch, dass man im Ballbesitz das 3-4-3 beibehielt, also mit einer Dreierkette aufbaute, während Chadli aus dem Zentrum auf die linke Seite ging und Breite geben sollte. Die Belgier zeigten sich auch effizient in der ersten Halbzeit, gingen bereits in der Anfangsphase durch ein Eigentor in Front und De Bruyne stellte nach einem schönen Konter auf 2:0, was gleichzeitig auch der Halbzeitstand war.

Brasilien stellt um und lässt eine Lawine los

Nachdem man mit 0:2 zurücklag, waren die Brasilianer nun unter Zugzwang und gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um einerseits das eigene Offensivspiel in Gang zu bringen und andererseits für eine passende Absicherung zu sorgen, damit man nicht fortlaufend in Konter der Belgier läuft. Der Trainer der „Selecao“ entschied sich auch dafür einige Anpassungen vorzunehmen und brachte darüber hinaus mit Firmino für Willian einen Stürmer, während Gabriel Jesus stattdessen nach rechts ging. Darüber hinaus nahm „Tite“ weitere Adaptionen vor, indem er das System endgültig auf ein 4-4-2 umstellte und Neymar in die Spitze zog, wodurch die Anordnung auch mal wie ein 4-2-4 wirkte, da Paulinho einerseits etwas tiefer zurückgezogen wurde, während Coutinho stattdessen nach links rückte, aber sich auch mit Neymar immer wieder abwechselte und so für Unordnung beim Gegner sorgen sollte. Das kann man beim nächsten Bild gut erkennen:

Brasilien im Ballbesitz und de facto in einem 4-2-4, wobei auch Marcelo etwas weiter aufrückt und es dadurch eigentlich sogar zum 3-2-5 wird.

Darüber hinaus wurde der extreme Linksfokus etwas aufgebrochen und die Angriffe etwas balancierter gestaltet, wodurch die rechte Seite wiederbelebt wurde und man dadurch die belgische Abwehr etwas mehr in Bewegung brachte. Ein weiteres wichtiges Element war das Verhalten gegen den Ball, denn man presste die Belgier nun nicht fortlaufend, sondern ließ die Ballzirkulation des Gegners auch mal gewähren und die Belgier aufrücken. Dies machte man natürlich aus Kalkül, um dann nämlich nach Ballgewinn blitzschnell umzuschalten und mit viel Tempo in Richtung gegnerisches Tor zu ziehen. Viel wichtiger waren jedoch die Anpassungen im Bereich der Absicherung, mit der man im ersten Durchgang große Probleme hatte. Rechtsverteidiger Fagner blieb nun durchgehend in der Verteidigung neben den beiden Innenverteidigern, bildete de facto eine Dreierkette und sollte sich um Hazard kümmern. Thiago Silva wurde angewiesen, etwas stärker auf eine Seite nachzurücken und Fagner & Miranda abzusichern. Auch Fernandinho bekam einen neuen Auftrag, nämlich sich nun ausschließlich auf De Bruyne zu konzentrieren und den Belgier nicht mehr aus dem Auge zu lassen. Das ging dann soweit, dass Fernandinho selbst bei eigenem Ballbesitz immer im Umkreis von De Bruyne blieb

Die Maßnahmen vom brasilianischen Trainer Tite schienen auch sofort zu greifen, denn Südamerikaner legten ein regelrechtes Offensivfeuerwerk hin und bohrten unaufhörlich die Defensive der Belgier an, um den Anschlusstreffer zum Umschwung zu erzielen. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf das Tor der Belgier und die hatten nun alle Hände voll zu tun, die brasilianischen Offensivbemühungen zu verteidigen. Dadurch, dass die Absicherung der Brasilianer auch besser wurde, ging die Frequenz der Konterangriffe der Belgier im Vergleich zur ersten Halbzeit deutlich zurück und gefährliche Konter blieben nun eher die Ausnahme, als die Regel. Nur gelegentlich konnte man längere Ballbesitzphasen verzeichnen und zumindest die Defensive etwas entlasten, doch die Brasilianer entfachten viel Druck, kamen vordergründig über die Flügel und schlugen viele Flanken bzw. flache Hereingaben hinein, wodurch man auch zu einigen Chancen kam. Es dauerte jedoch bis zur 76.Minute, bis der eingewechselte Renato Augusto per Kopf zum 1:2 traf und die Angriffsbemühungen der Brasilianer belohnte. Wenig später hatte dieser noch das 2:2 auf dem Fuß, vergab jedoch aus aussichtsreicher Position denkbar knapp. In den letzten Minuten nahm der Druck dann ab, da die Belgier vor allem in Person von Kapitän Eden Hazard den Ball sehr gut hielten und das Tempo verschleppen konnten. Die letzte Chance hatte noch Neymar, der einen Schuss abfeuerte und Torhüter Courtois zu einer Glanzparade zwang. So blieb es letztlich beim 2:1 Sieg der Belgier.

Fazit

27 Schüsse, Expected Goals 2,5:0,5 , 89 % Passgenauigkeit und 58 % Ballbesitz, in nahezu allen Statistiken hatten die Brasilianer die Nase vorne. Nichtsdestotrotz schied man gegen die Belgier aus, da man in der ersten Halbzeit große Probleme im Bereich der Absicherung hatte und die Offensive auch nicht wirklich in Fahrt kam. Darüber hinaus hatte man mit dem frühen Eigentor auch noch Pech und es schien, als würde an diesem Abend alles gegen die Brasilianer laufen. Doch die „Selecao“ fing sich im zweiten Durchgang und Trainer Tite nahm die richtigen Anpassungen vor, weshalb die Brasilianer viel Druck entfalten konnten und die Belgier einige Male ins Wanken brachten. Doch trotz der zahlreichen Chancen, konnte man nur einen Treffer erzielen, wobei Torhüter Courtois mit teils sehenswerten Paraden einen gehörigen Anteil daran hatten. So muss man sich nun letztendlich vom Turnier verabschieden und den Traum über den Gewinn der Weltmeisterschaft begraben.

Für die Belgier und deren „goldene Generation“ lebt dieser Traum hingegen weiter. Ausschlaggebend dafür war natürlich das mutige taktische Korsett und die Umstellungen, die Trainer Roberto Martinez vornahm. Die Spieler setzten seiner Vorstellungen auch sehr gut um und speziell in der ersten Halbzeit konnte man die schlechte Absicherung der Brasilianer entblößen und zielgerecht bespielen. In der zweiten Halbzeit sah es dann nicht mehr ganz so souverän aus und man hatte auch einige Male Glück, wie bei dem nichtgegebenen Elfmeter, allerdings brachte man das Ergebnis dann doch irgendwie über die Ziellinie und zog somit ins Halbfinale ein, wo jetzt der nächste Kracher gegen Frankreich wartet. Alles in allem kamen die Fußballfans bei diesem Spiel voll auf ihre Kosten und erlebten eine tolle Partie, mit viel Tempo, Dramatik und interessanten taktischen Aspekten. Das „vorgezogene“ Finale hielt also sein Versprechen und wer weiß, vielleicht wird dieser Erfolg letztendlich auch der Grundstein für den Turniersieg der Belgier.

Dalibor Babic, abseits.at

Dalibor Babic