Vier Runden sind nun im Frühjahr gespielt, während Teile der Austria-Fangemeinschaft bereits das Ende der Ära Vastic herbeisehnen, möchte dieser Kommentar darauf aufmerksam machen,... Gegenkommentar | Wieso das „Projekt-Vastic“ noch lange nicht gescheitert ist.

Vier Runden sind nun im Frühjahr gespielt, während Teile der Austria-Fangemeinschaft bereits das Ende der Ära Vastic herbeisehnen, möchte dieser Kommentar darauf aufmerksam machen, dass die Entwicklung bei der Austria nicht ausnahmslos schlecht ist.

Abwehr stabilisiert – Lindner profitiert

Mit Junuzovic und Barazite musste die Austria zweifellos ihre beiden besten Feldspieler – zum Wohle der finanziellen Zukunft – abgeben und konnte diese klarerweise nicht gleichwertig ersetzen. Während unter Vorgänger Karl Daxbacher die oberste taktische Marschroute das offensive Kurzpassspiel darstellte – welches zu 34 Treffern und 30 Gegentreffern führte – setzt Neo-Trainer Ivica Vastic auf eine gesicherte Defensive. Mit Heinz Lindner, der in den letzten Spielen Daxbachers besonders in der Kritik der Fans stand, profitiert ein Spieler ganz besonders von der neuen taktischen Grundausrichtung. Lindner spielte bereits drei Mal zu Null, wirkte im gesamten Auftreten wesentlich sicherer, kassierte erst einen Gegentreffer aus einem Elfmeter und zeigte, speziell im Wiener Derby, weshalb er – mit seinen für einen Torhüter sehr jungen 21 Jahren – bereits bei 50 Bundesligapartien steht.

Die Null muss stehen – der Offensivfußball leidet

In Anbetracht der Tatsache, dass die Austria in den letzten beiden Spielen vor der Winterpause eine Torbilanz von 1:8 aufzuweisen hatte, ist es aus Vastic‘ Sicht durchaus verständlich, verstärkt auf eine gesicherte Abwehr zu setzen. Die Ergebnisse geben dieser Maßnahme auch durchaus recht. Das Spiel der Austria ist zugegebenermaßen nicht sehr ansehnlich, doch die Punkteausbeute (7 Punkte aus 4 Spielen gegen Ried, Rapid, Kapfenberg und Innsbruck) sprechen für Vastic. Ob die Spiele unter Daxbacher ansehnlicher gewesen wären (wie es einige Vastic-Kritiker gerne behaupten) sei auch aufgrund der widrigen Platz und Wetterverhältnisse der letzten Wochen dahingestellt. Ob das daxbacher’sche Kurzpassspiel auf „Fußballplätzen“ wie dem Tivoli oder bei tiefsten Temperaturen gegen Ried, überhaupt praktizierbar gewesen wäre?

Abgänge nicht kompensierbar

Dass die Abgänge von Zlatko Junuzovic und Nacer Barazite nicht kompensiert werden konnten, wurde bereits mehrmals erwähnt. Dass Leovac nun den Ersatz für Junuzovic mimen muss, da Simkovic noch nicht ausreichend in die Mannschaft integriert ist, ist sicher nicht Vastic geschuldet. Dass der unter Daxbacher in Unform geratene Stankovic, nach dem Abgang von Barazite, derzeit die beste Alternative zu Kienast im Sturm darstellt ebenso wenig. Weshalb Torjäger Roland Linz in den Überlegungen von Vastic derzeit keine Rolle spielt, darf durchaus hinterfragt werden. In erster Linie aber, sollte sich diese Frage Roland Linz höchstpersönlich stellen.

Statistik spricht deutliche Sprache

Der Aufwärtstrend der Austria lässt sich außerdem mit Statistiken belegen: Heinz Lindner spielte bereits drei Mail zu Null, genau so oft wie Pascal Grünwald in den gesamten 13 Runden unter Daxbacher. Die Austria holte in den letzten 9 Spielen unter Daxbacher 8 Punkte (Punkteschnitt 0,89) unter Vastic in 4 Spielen bereits 7 Punkte (Punkteschnitt 1,75) und das ohne die beiden Millionen bringenden Transferabgänge. Die einzige Niederlage musste die Vastic-Elf ausgerechnet gegen eine völlig neu formierte und komplett unbekannte Mannschaft aus Kapfenberg hinnehmen, die mit jener „Schießbudentruppe“ aus dem Herbst nicht mehr viel gemein hat – wie auch das respektable 0:0 gegen Sturm (übrigens auf einem noch viel schlechteren Fußballplatz) zeigte.

Fazit – am richtigen Weg aber die Entwicklung muss weiter gehen

Die Austria befindet sich also am richtigen Weg, die Spiele sollten oder müssen mit Fortdauer der Meisterschaft allerdings wieder ansehnlicher werden. Die Ergebnisse passen grundsätzlich und von den Gegnern um einen Europacupplatz Ried und Admira konnte man sich sogar ein wenig absetzen.

Dominik Knapp – abseits.at

Dominik Knapp