Das Finale der Europa League 2015 sollte im polnischen Nationalstadion zu Warschau (polnisch: „Stadion Narodowy im. Kazimierza Górskiego w Warszawie“) stattfinden. Grund genug, um... Groundhopper’s Diary | Europa League Finale in Warschau und das Saisonfinale in der polnischen Ekstraklasa

_UEFA Europa League LogoDas Finale der Europa League 2015 sollte im polnischen Nationalstadion zu Warschau (polnisch: „Stadion Narodowy im. Kazimierza Górskiego w Warszawie“) stattfinden. Grund genug, um eine Reise in die polnische Hauptstadt zu organisieren und dem 2012 für die EURO eröffneten Stadion einen Besuch abzustatten. Glücklicherweise hatte die polnische Ekstraklasa am darauffolgenden Wochenende noch eine der letzten Runden zu absolvieren, sodass auch noch drei nationale Partien, wovon zwei Spiele in der Ekstraklasa und eines in der zweitklassigen 1.Liga stattfanden, angeschaut werden konnten.

FK Dnipro Dnipropetrowsk – FC Sevilla 2:3 (2:2)

Per Auto ging am Mittwoch in der Früh über die Tschechische Republik in polnische Hauptstadt. Nach der Ankunft wurde nicht viel Zeit verschwendet, um ins Stadtzentrum und an das Ufer der Weichsel, an dem sich auch das Nationalstadion befindet, zu kommen. War man im Vorfeld der Partie noch etwas enttäuscht gewesen, dass sich der ukrainische Vertreter FK Dnipro – aufgrund mangelnder Fanunterstützung – für dieses Finale qualifizierte, wurde man vor Ort eines besseren belehrt. Die ukrainischen Fans waren sogar ziemlich zahlreich nach Warschau gekommen, was vor allem an der Nähe der polnischen Hauptstadt zur ukrainischen Grenze lag. Die Ukrainer strömten förmlich aus allen Landesteilen zu diesem Spiel und erklärten dieses Finale zu einer nationalen Angelegenheit. Dies war seitens des FC Sevilla natürlich anders, aber da die Andalusier bekannt reisefreudige Fans haben, waren sie keineswegs in der Unterzahl.

Nach der Eröffnungszeremonie, gab es auf beiden Seiten schöne Choreographien und zum Anpfiff war das Stadion mit 56.000 Zuschauern sehr gut gefüllt. Schon in der siebenten Minute schockte Dnipropetrovsk den Favoriten und Titelverteidiger aus Sevilla, denn der Kroate Kalinić vollendete einen perfekt ausgeführten Konter zur überraschenden Führung. Es dauerte einige Zeit bis sich der FC Sevilla von diesem Gegentreffer erholte, aber die Antwort der Andalusier hatte es in sich. In der 28. Minute trifft der Pole Krychowiak aus einem Gestocher zum Ausgleich. Es jubelte hierbei nicht nur die Kurve des FC Sevilla, sondern auch zahlreiche polnische Fans, die ihrem Landsmann dieses Tor natürlich besonders gönnten. Nur drei Minuten später brachte der kolumbianische Topstürmer Bacca die Andalusier in Führung. Der FC Sevilla hatte diese Partie gedreht und nun schien alles wieder nach Plan zu laufen. Doch weit gefehlt, denn Rotan konnte noch kurz vor dem Pausenpfiff durch einen großartigen Freistoßtreffer den Ausgleich der Ukrainer erzielen.

Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie etwas, aber es sollte zu keiner Verlängerung kommen, weil Carlos Bacca in der 73. Minute an diesem Abend zum zweiten Mal traf und für die Entscheidung zu Gunsten des FC Sevilla sorgte. Der FK Dnipro rannte in der Schlussphase zwar noch einmal mit letzter Kraft an, doch die Andalusier verteidigten ihren Vorsprung. Bevor der FC Sevilla mit den Feierlichkeiten für die erfolgreiche Titelverteidigung beginnen konnte, gab es noch eine Schrecksekunde, denn der in den Reihen Dnipropetrovsks spielende Brasilianer Mateus brach ohne Feindeinwirkung plötzlich zusammen und wurde vom Platz getragen. Zum Glück konnte der Spieler bald wieder das Krankenhaus verlassen und mit seinen Mitspielern die Heimreise antreten.

Der FK Dnipro brachte in diesem unterhaltsamen und kurzweiligen Endspiel den Favoriten aus Sevilla gehörig ins Wanken. Letztlich waren die Andalusier ausdauernder und konnten aufgrund ihrer großen internationalen Erfahrung dieses Spiel für sich entscheiden. Als Fazit bleibt nur zu sagen, dass die Europa League und der FC Sevilla passen eben sehr gut zusammen.

Korona Kielece – Piast Gliwice 2:1 (1:0)

Nach dem Europa League Finale am Mittwoch war am Freitagabend Abstiegskampf in der polnischen Ekstraklasa angesagt. Polens höchste Spielklasse wird übrigens nach 30 Runden in zwei Achtergruppen – eine Meister- und eine Abstiegsrunde geteilt – und nach sieben weiteren Spieltagen beendet. So traf Korona Kielce in der Kolporter Arena, die bis zum Vorjahr noch Stadion Miejski genannt wurde, auf Piast Gliwice. Die Gastgeber standen nur mehr einen Punkt über dem Strich und auch für Gliwice könnte es bei einer Niederlage noch einmal eng werden.

5.408 Zuschauer kamen zu diesem Spiel und sie sahen beherzt aufspielende Gastgeber, die zur Pause bereits mit 1:0 führten, wobei Kielce noch weitere hochkarätige Chancen ausließ. Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste aus Gliwice auf und so war es eine logische Konsequenz, dass sie den verdienten Ausgleich erzielten. Das Publikum wurde nervös, denn Mitte der zweiten 45 Minuten war Gliwice dem Führungstreffer sehr nahe dran und eine Niederlage Kielces würde aufgrund der am Samstag stattfinden Begegnungen einen Rückfall auf einen Abstiegsplatz zu Folge haben.

Allerdings startete Kielce zehn Minuten vor dem Ende eine Schlussoffensive. In der Nachspielzeit fiel mit der letzten Aktion der erlösende zweite Treffer und so wurden die Gastgeber doch noch mit drei Punkten belohnt. Durch diesen 2:1-Sieg wurde ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt seitens Kielce gemacht. Dieser sollte schließlich auch beiden Mannschaften gelingen, denn nach 37 Runden mussten Zawisza Bydgoszcz und GKS Bełchatów den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Wisła Płock – Stomil Olsztyn 2:2 (0:0)

Am Samstag sollte die Stadt Płock besucht werden. Sie ist nach Warschau und Radom die drittgrößte Stadt in der Woiwodschaft Masowien und nebenbei auch eine der ältesten Städte Polens. Dort trägt im Kazimierz Górski Stadion Wisła Płock seine Heimspiele aus. Der erfolgreichste Fußballverein der Stadt spielt in der polnischen 1. Liga (2. polnische Spielklasse) und hatte vor dem letzten Spieltag als Drittplatzierter noch eine Chance auf den Aufstieg in die Ekstraklasa. Neben einer Niederlage von Nieciecza war ebenso ein Sieg gegen Stomil Olsztyn dafür Voraussetzung.

In der ersten Halbzeit gab es auf dem Rasen relativ wenig Sehenswertes. Dafür sorgten die beiden befreundeten Fanblöcke, die sich gemeinsam auf der Gegengerade einfanden, für Aufmerksamkeit. Während diese am Anfang des Spiels die Polizei beschäftigten, besann man sich dann doch darauf abwechselnd beide Mannschaften stimmkräftig und gemeinsam zu unterstützen. Die Fans von Wisła Płock machten ihrerseits noch kurz vor der Pause eine schöne Choreographie mit einer Überziehfahne und blau-weißem Rauch.

Nach dem Seitenwechsel gab es aber vor 1.500 Zuschauern einen offenen Schlagabtausch, bei dem Płock zweimal in Führung ging. In der Schlussminute beendete ein Tor für Olsztyn per Fallrückzieher die Aufstiegsträume der Gastgeber, wobei ihnen auch drei Punkte nicht geholfen hätten, weil Nieciecza sein Spiel gewann.

Legia Warszawa – Wisła Kraków 1:0 (0:0)

Den Schlusspunkt des Polenwochenendes machte am Sonntag die Partie Legia Warszawa gegen Wisła Kraków im Stadion Wojska Polskiego im. Marszałka Józefa Piłsudskiego, das auch unter dem Namen Pepsi Arena bekannt ist und vor einigen Jahren zu einer modernen Arena umgebaut wurde.

Da sich Legia noch im Titelrennen befand, kamen 24.429 Zuschauer zu diesem Spiel in der Meisterrunde der polnischen Ekstraklasa. Die Legia-Fans unterstützten ihr Team lautstark, doch anfangs wollte der Funke nicht auf die Mannschaft überspringen. Nach dem Seitenwechsel verstärkte Legia seine Offensive und ging durch Rzeźniczak in Führung. Die Mannschaft rund um Altstar Saganowski konnte den knappen Vorsprung über die Zeit bringen. Allerdings verletzte sich der Slowake Duda unglücklich, sodass er den Hauptstädtern im Saisonfinale fehlte. Trotz des 1:0-Sieg von Legia fiel die Titelentscheidung zu Gunsten Lech Posens aus, das unter anderem aufgrund des einfacheren Restprogramms die Tabellenspitze auch in den letzten beiden Runden verteidigen konnte.

 

Heffridge, abseits.at

Heffridge

Philipp Karesch alias Heffridge wurde 1979 in Wien geboren und hatte von Kindesbeinen an die Lust am Reisen und Fußball zu spielen. Durch diese Kombination bedingt, zieht es ihn nach wie vor auf die Fußballplätze dieser Welt. Die dort gesammelten Eindrücke sind ein fixer Bestandteil der abseits.at-Kolumne Groundhopper's Diary.

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