Nun ist sie also da, die WM 2022. Sportlich wurde nicht sehr im Vorfeld über diese berichtet. Es waren bei weitem andere Themen, die... Groundhopping: Auf der Suche nach dem wahren Fußball (1)

Nun ist sie also da, die WM 2022. Sportlich wurde nicht sehr im Vorfeld über diese berichtet. Es waren bei weitem andere Themen, die es in die Medien schafften. Ob Korruption bei der Vergabe oder Einhaltung der Menschenrechte oder Toleranz der Meinungsfreiheit. Es gibt so viele Kritikpunkte, die im Zuge der WM Vergabe und deren Vorbereitungen ans Licht gekommen sind. Abgesehen davon, dass sich der Profifußball in den letzten Jahren sowie immer weiter vom Fan entfernt, waren mir die zahlreichen Possen und Verfehlungen der FIFA und des Gastgebers schließlich genug, um für mich den Entschluss zu fassen, mir kein Spiel dieser Weltmeisterschaft anzuschauen. Auf Fußball verzichten, wollte man dennoch nicht. Auch wenn hierzulande bereits Winterpause ist und die oberen Ligen in Europa pausieren, findet man dennoch einige Alternativen vor.

Söpte SE – Szentgotthárdi VSE 1:0 (1:0)

Eigentlich hätten wir an diesem Samstag, dem Tag vor der Eröffnung der WM, bei Nachtragspielen in Salzburg oder beim Regionalliga-Kracher im bayerischen Vilzing gegen den SV Wacker Burghausen sein wollen. Aber der von Westen einfallende Wintereinbruch machte diese Pläne allesamt zu Nichte, denn da der Schnee selbst bis Wien kam, fielen fast alle Nachtragsspiele in Salzburg an diesem Samstag und das Regionalligaspiel in Vilzing den Witterungsverhältnissen zum Opfer. Die Alternative ist in dieser Zeit, wie so oft Ungarn, wo noch den gesamten November durchgespielt wird.

Am heutigen Samstag gibt es in Budapest und im Komitat Vas die Möglichkeit mehr als eine Partie zu machen. Aber es gibt auch eine gemütliche Variante im grenznahen Komitat Vas, wo man zwei Spiele der höchsten Komitatsliga besuchen kann. Wir sind schließlich auch nicht mehr die Jüngsten und da das erste Spiel erst um 13.00 Uhr steigt muss man auch nicht allzu früh los.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt erreichen wir rund zehn Minuten vor dem Anpfiff Söpte. Im Ort, der sich wenige Kilometer nordöstlich von Szombathely befindet, wird heuer auch in der I.osztály im Vas Megye gespielt, denn nach dem Rückzug von Kőszeg bekam der Söpte SE die Möglichkeit, als Tabellenzweiter auch der Nordgruppe der Megye II., sich in der höchsten Spielklasse in diesem Komitat zu profilieren. Nun, in der Herbstsaison war man nicht wirklich erfolgreich. Acht Punkte reichen nur für den vorletzten Platz in der Liga.

Der heutige Gegner, der Szentgotthárdi VSE, ist mit seinen 13 Punkte auch nur zwei Positionen vor Söpte, aber für die Gastgeber ist klar, will man die Klasse halten, dann muss man dieses Sechs-Punkte-Spiel heute gewinnen. Rund 50 Besucher finden sich zu diesem Abstiegskracher ein und sie sehen auch ein ausgeglichenes und spannendes Spiel. Es sollte Hujber sein, der in der 30.MInute nach einem schön gespielten Angriff die Gastgeber mit 1:0 in Führung bringt.

Szentgotthárd war in der ersten Spielhälfte spielerisch nicht vorhanden, setzt aber nach dem Seitenwechsel alles auf eine Karte und Söpte ordentlich unter Druck. Jedoch gelingt den Gästen keine wirklich zwingende Torchance und in der Schlussphase werden auch die Kräfte etwas schwächer und so kommt Söpte auch wieder öfters vor das Tor Szentgotthárds.

Ein weiterer Treffer will heute aber nicht fallen und so bleibt sie Abstiegsfrage in der I.osztály im Vas Megye im Frühjahr mehr als spannend. Zwar ist der Tabellenletzte aus Bük wohl nicht mehr zu retten, aber sechs Vereine sind nur durch drei Punkte getrennt und jeder von diesen könnte nach 30.Runde auf dem undankbaren 15. Platz in der Tabelle landen.

 

Haladás VSE-Zanati SE – Jánosháza VSE 8:0 (3:0)

 Nach dem Spiel in Söpte ging es zurück in die Komitatshauptstadt Szombathely, wo wir noch einen Besuch im Supermarkt machten, ehe wir zum Haladás Sportkomplexum fuhren. Nun wurde das neue Stadion von Haladás schon vor einigen Jahren gemacht, aber daneben befinden sich noch zwei, durch einen Bach und Zäune, räumlich getrennte Plätze, die auch unter dem Namen Kenderesi úti pálya geführt werden. Dort trägt der Haladás VSE-Zanati SE seine Heimspiele in der I. osztály des Komitates Vas aus. Dieser Kooperationsverein fungiert quasi als zweite Mannschaft des Zweitligisten Haladás Szombathely und sucht in diesem Jahr verzweifelt Konkurrenten in der Liga, denn bis auch ein Unentschieden hat man bislang all seine Spiele gewonnen und ist somit auch Tabellenführer.

Ein solcher Konkurrent ist der heutige Gegner Janosháza VSE jedenfalls nicht, denn dieser liegt lediglich an 14.Stelle in der Tabelle und somit mittendrin im Abstiegsstrudel zwischen den beiden Teams, die wir heute im ersten Spiel des Tages gesehen haben. Die heutige Begegnung wird übrigens auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen. Das ist ob der winterlichen Bedingungen, insbesondere durch die immer wieder einsetzenden Schneeschauer, auch nachvollziehbar und auch gut so, denn auf dem Kunstrasenplatz befindet sich eine kleine, aber feine und vor allem überdachte Tribüne. Auf dieser finden sich auch die meisten der rund 50 Besucher heute ein.

Sie sehen gleich eine überlegene Heimelf, die keine Zweifel aufkommen lässt, wer heute die Punkte holen wird. Sály stellt bereits nach drei Minuten auf 1:0 und Pap sorgt mit seinen Toren in den Minuten 12 und 35 für den Pausenstand von 3:0. Auf der Gegenseite gibt es eigentlich nichts Nennenswertes zu erzählen, denn Janosháza kommt kaum über die Mittellinie.

Nach dem Seitenwechsel ist es dann schon dunkel in Szombathely und somit wird die zweite Spielhälfte auch zumeist auf der Tribüne verbracht. Im immer stärker werdenden Schneetreiben stellt Szenczi in der 51.Minute auf 4:0 und Simon trifft sehenswert in der 58.Minute zum 5:0.

In der letzten halben Stunde gibt es noch Festspiele von Stürmer Pap, der mit einem Hattrick durch Tore in der 65., 82. und 88.Minute auf 8:0 für die Gastgeber stellt. Ein völlig unterlegenes Jánoshaza wäre selbst ohne die fünf Treffer von Pap noch mit einer klaren Niederlage heimgeschickt worden.

Abgesehen vom Wehrmutstropfen, dass die Anzeigetafel mit dem pünktlichen Schlusspfiff nach 90 Minuten und einer Sekunde abgedreht wurde, war der heutige Ausflug ins Vas Megye wieder einmal ein voller Erfolg. Die Ligakomplettierung der Megye I. muss bis 2023 warten, denn auf das Sonntagspiel in Csepreg wird aufgrund eines Dopplers in der Region um Győr verzichtet.

Es folgen einige Impressionen, die sich per Klick vergrößern lassen:

Heffridge

Philipp Karesch alias Heffridge wurde 1979 in Wien geboren und hatte von Kindesbeinen an die Lust am Reisen und Fußball zu spielen. Durch diese Kombination bedingt, zieht es ihn nach wie vor auf die Fußballplätze dieser Welt. Die dort gesammelten Eindrücke sind ein fixer Bestandteil der abseits.at-Kolumne Groundhopper's Diary.

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