Trotz der Weltmeisterschaft tat sich auch während dieser etwas in Bezug auf die verschiedenen involvierten Stakeholder im Fußballbusiness. Ebenso gab es vorher und nachher... Rückblick auf das Business rund um den Fußball (06/2018 & 07/2018)

Trotz der Weltmeisterschaft tat sich auch während dieser etwas in Bezug auf die verschiedenen involvierten Stakeholder im Fußballbusiness. Ebenso gab es vorher und nachher interessante Meldungen.

Ausrüster

Zunächst einmal waren bei Adidas einige Abgänge festzustellen. Lokomotive Moskau wechselte nach vier Jahren mit den drei Streifen ab sofort zu Under Armour. Eine Vertragslaufzeit wurde nicht kommuniziert. Der israelische Fußballverband verließ Adidas nach zehn Jahren ebenfalls und trägt nun in den vier nächsten Jahren Trikots von Puma. Osasuna musste sich nach fünf Jahren mit Adidas ebenfalls einen neuen Ausrüster suchen und fand ihn in Hummel bis 2022. Zwei Jahre vor der eigentlich 2015 beschlossenen fünfjährigen Laufzeit hat Real Betis den Vertrag mit Adidas von sich aus vorzeitig beendet, weil man unzufrieden mit dem Standard-Trikotdesign war. Kappa übernimmt das Mandat ab sofort für die nächsten vier Jahre. Nach Schalke, Milan, Marseille und Nürnberg beendete Adidas eine weitere über mehrere Jahrzehnte bestehende Zusammenarbeit und zwar die seit 1996 bestehende mit Dynamo Kiew. Der ukrainische Hauptstadtklub wird in den nächsten drei Saisonen in Trikots von New Balance auflaufen. Eine Vertragsverlängerung gab es dann immerhin doch noch bei Adidas, denn mit dem FC Basel wurde eine Ausdehnung bis 2022 beschlossen.

Zeus Sport ist für die nächsten drei Jahre neuer Ausrüster von Serie-A-Aufsteiger Frosinone Calcio, sodass die zwölfjährige Partnerschaft mit Legea endete. Mitaufsteiger und Serie-B-Meister Empoli unterzeichnete einen fünfjährigen Vertrag mit Kappa, wodurch nach drei Jahre Joma ersetzt wird.

Bei La-Liga-Aufsteiger SD Huesca endete der Vertrag mit Bemiser nach der abgelaufenen Saison. Die ebenfalls aus Spanien kommende Firma Kelme stellt nun die Trikots.

Eine Vertragsverlängerung konnten der FC Augsburg und Nike vermelden. Der seit 2014 bestehende Kontrakt wurde bis 2021 verlängert. Dagegen arbeitet Nike nicht mehr mit Trabzonspor zusammen, wurde doch ein Wechsel zu Macron öffentlich.

Ein ungewöhnlicher Fall ereignete sich bei Rubin Kazan. Nach einem einjährigen Intermezzo von New Balance 2017/18 läuft der Klub aus Tatarstan nun wie bereits 2016/17 in Trikots von Jako auf.

Capelli Sport hat mit AEK Athen einen Vertrag über eine unbekannte Laufzeit abgeschlossen. Von 2015 bis 2018 war Nike der Ausrüster.

Logos

Aufgrund des Titelgewinns musste der französische Fußballverband natürlich ein neues Logo mit zwei Sternen präsentieren, wobei es sogar zwei gab, nämlich eins für den Verband und eins für die Nationalteams.

Nach 17 Jahren erhielt der Toulouse FC ein neues Logo. Wenige Tage vorher gab der OSC Lille ebenfalls ein neues Logo bekannt, allerdings wurde hier bereits nach sechs Jahren das alte ausgetauscht.

Zum ersten Mal überhaupt gibt es in der bereits laufenden russischen Liga ein einheitliches Design für die Rückennummern.

Nachdem die Europa League im Mai eine neue Brand Identity bekommen hatte, folgte logischerweise auch die Champions League.

Finanzen

KMPG veröffentlichte den Report „The Ronaldo Economics“, welcher die ökonomischen Auswirkungen des Transfers zu Juventus beleuchtet.

Der genaue finanzielle Verteilungsschlüssel für die Spielzeit 2018/19 in der Champions und Europa League wurde bekannt gegeben.

Deloitte publizierte seinen „Annual Review of Football Finance 2018“, der sich mit den Finanzen im europäischen Klubfußball aus der Saison 2016/17 beschäftigt.

Marketingmaßnahmen

Im April wurde bekannt, dass Konami sich nicht mit der UEFA bezüglich der Integration der Champions und Europa League sowie des Super Cups in PES einigen konnte. Im Juni folgte dann die Bekanntgabe, wonach EA die Wettbewerbe in FIFA integriert.

Hier gibt es eine Übersicht der kuriosesten Transferankündigungen des Sommers. Nantes sticht mit seinem Vorgehen über Fortnite besonders heraus.

Napoli hat als erster Klub einen eigenen Shop bei Amazon eingerichtet.

Sponsoring

Das Estadio Balaídos von Celta Vigo trägt in den nächsten zehn Jahren den Namen „Abanca Balaidos“.

In Düsseldorf trägt die Heimstätte von Fortuna Düsseldorf nun nach neun Jahren nicht mehr den Namen „Esprit Arena“, sondern wegen des zehnjährigen Vertrags mit der Gauselmann Gruppe „Merkur Spielarena“.

In Amiens heißt das „Stade Amiénois de la Licorne“ des dortigen Erstligisten Amiens SC durch den Vertrag mit Crédit Agricole jetzt Crédit Agricole La Licorne.

Während der Mobilfunkanbieter TIM die Namensrechte an der Serie A um drei Rechte verlängerte, machte er dies nicht für die Coppa Italia und Supercoppa Italiana, sodass das Eisenbahnverkehrsunternehmen Trenitalia hier ab sofort als Namensgeber fungieren wird.

Hyundai fokussiert sich auf europäische Hauptstädte. So wurden Ärmelpartnerschaften mit Chelsea, Atlético und Hertha sowie mit der AS Roma für den Bereich unter der Trikotnummer abgeschlossen.

In Italien wird jegliche Werbung für Wettanbieter ab dem 1. Januar 2019 verboten sein, was zu geringeren Einnahmen für die Fußballklubs führen könnte. Letztere drückten bereits Sorgen aus, da ihnen gegenüber anderen Ligen Nachteile entstehen, haben doch mehr als die Hälfte der Klubs aus der Serie A Verträge mit Wettanbietern.

Medien

Die Premier League verteilt künftig die internationalen Gelder anders. Bislang bekamen alle den gleichen Teil, ab 2019/20 geschieht dies bis zu der bisherigen Summe von 3,3 Mrd. Pfund weiterhin, aber alles darüber wird nach der Tabellenplatzierung vergeben. Die Treiber für diese Änderung waren natürlich die Großklubs, die für sich aufgrund ihrer globalen Anziehungskraft einen größeren Anteil als gerechtfertigt sahen.

Amazon und BT Sports haben die im Februar übrig gebliebenen zwei Pakete der nationalen Übertragungsrechte an der Premier League gekauft. Amazon kommt so auf 20 Spiele, BT Sports hatte vorher bereits 32 eingekauft und kann so 52 Spiele pro Saison ab 2019/20 übertragen. Mit dem Prime Abo können die Spiele in UK übrigens ohne zusätzliche Kosten gesehen werden.

Die nationalen Übertragungsrechte der Serie A für den Zeitraum 2018-2021 gingen an Sky Italia und DAZN. Sky erwarb 266, DAZN 114 Spiele. Die Aufteilung im Einzelnen gibt es hier. Nebenbei besteht auch für Kinos die Möglichkeit, ausgewählte Spiele zu übertragen.

Turniere

Im Rahmen der Präsentation des neuen Spielplans für La Liga wurde bekannt, dass es erstmals keinen symmetrischen Spielplan geben wird. Damit haben von den fünf großen europäischen Ligen nur noch die Bundesliga und die Serie A einen solchen, da die Ligue 1 und noch länger die Premier League auf einen asymmetrischen Spielplan setzen.

Das Format in der Copa del Rey ändert sich ab der Saison 2019/20. Bislang wurden im Sechzehntel- und Achtelfinale die Spiele wie in allen folgenden Runden in Hin- und Rückspiel ausgetragen, ab dann geschieht dies für die ersten beiden angesprochenen Runden, in denen übrigens die Erstligisten einsteigen, nur noch in einem Spiel.

Die Premier League hat eine „Winterpause“ beschlossen, welche 2019/20 in Kraft tritt. Dabei findet ein Spieltag aufgeteilt mit fünf Spielen an einem Wochenende und fünf Spielen am darauffolgenden Wochenende statt, sodass die Liga zwei Wochen ruht.

Während der spanische Supercup einmalig in einem Spiel aufgrund der Teilnahme von Sevilla an der Europa-League-Qualifikation im marokkanischen Tanger am 12. August stattfindet, wurde der italienische Supercup für drei der nächsten fünf Spielzeiten nach Saudi-Arabien vergeben, wobei er in der kommenden zwischen dem 12. und 16. Januar 2019 ausgetragen wird.

Christoph Trompeter