Das Unternehmen Wien Energie tritt im Sport als Sponsor auf. Als Trikotsponsor des SK Rapid Wien, des Wiener Sportklubs und des FAC Team für... Sponsoring in Österreich | Alexandra Radl: „Der Topklub SK Rapid bringt uns großen Mehrwert“ (1/2)

Das Unternehmen Wien Energie tritt im Sport als Sponsor auf. Als Trikotsponsor des SK Rapid Wien, des Wiener Sportklubs und des FAC Team für Wien unterstützt der Energiekonzern gleich drei Teams aus Wien. Im ersten Teil stellt Alexandra Radl, die Leiterin der Marktkommunikation, das Sponsoring des Konzerns vor, spricht über den Premiumpartner SK Rapid Wien und die Kooperationsstrategie.

 

Abseits.at: Bitte umreißen Sie  den Gesamtumfang des Fußballsponsorings von Wien Energie!

Alexandra Radl: In der Topliga sind wir mit dem SK Rapid vertreten, in der Regionalliga mit dem Wiener Sportklub und dem FAC Team für Wien. Es ist ein Engagement, das auf Basis einer langjährigen Partnerschaft basiert. Wir haben das vor einigen Jahren begonnen, im Allgemeinen seit 2003. Es ist sicherlich so, dass uns der Topklub SK Rapid einen großen Mehrwert bringt, weil es TV-Übertragungen gibt, viele Berichte in den Medien und man hat aufgrund der Erfolge  natürlich viele Möglichkeiten, seine eigenen Leistungen zu präsentieren.

 

Und warum machen Sie Sponsoring im Fußball?

Fußball hat die Chance, ein großes Publikum zu erreichen und schafft es, positive Werte wie Emotion, Einsatz, Teamgeist und Leistung natürlich zu vermitteln. Sport ist die Quelle für Fitness, Ausdauer und Gesundheit. Und das sind Dinge, die im Kinder und Jugendbereich viel Gutes bewegen können, denn uns ist die Nachwuchsarbeit sehr wichtig. Aber es gibt auch Synergien zur Wirtschaft. Gerade diese Emotionalität, die es im Fußball gibt, ist ein Thema für Energie, das ja eher trocken ist und im Grunde genommen nicht sehr emotional, da ist es eine tolle Möglichkeit, Strom, Erdgas und Fernwärme angreifbarer zu machen. Das schafft man über die Dimension Sport sehr gut. Darum engagieren wir uns in dem Bereich. Wir unterstützen Vereine und Veranstaltungen im kommunalen Einzugsgebiet und keine Einzelsportler. Das ist unsere Strategie, den Breitensport zu unterstützen, wobei sich das im Fußball mit dem Spitzensport überschneidet.

 

Wie wichtig ist im Sinne des Marketings, diese Emotionen und Leidenschaft für einen Energielieferanten?

Um unser Unternehmen und unsere Produkte bekannt zu machen und emotional aufzuladen, sind eine Reihe von Maßnahmen notwendig. Auch Sponsoring zählt für uns dazu und hat einen festen Platz neben klassischen Werbeformen. Wir spannen mit unseren Partnern den Bogen zwischen Energie und Sport, denn Sport bringt Energie und braucht Energie. Wir haben einen integrierten Marketingansatz (Anm.: Koordinierung sämtlicher Bereiche mit direktem oder indirektem Marktbezug), das heißt, es muss auch alles in die Kundenbindung einzahlen. Das haben wir bei Rapid sehr stark. Wir sind stolz auf diese emotionale Bindung. Es gibt aber auch die andere Seite, denn ein Austrianer wird das weniger toll empfinden. Fußball polarisiert natürlich auch, aber in Summe ist Rapid nun mal der größte Fußballklub. Mit so einem Klub schafft man es, in der Kinder- und Jugendarbeit viel zu erreichen. Wir machen gemeinsam spezielle Aktivitäten mit den Kindern und Jugendlichen, wo sie auch die Spieler kennenlernen können und spielerisch Fußball und Energie erleben.

 

Wie viele Sponsorentermine „müssen“ die Spieler für Wien Energie im Monat machen? Werner Kuhn sprach beim Fußballforum im Jänner von 100 Terminen.

Zu Spitzenzeiten kann ich mir vorstellen, dass wir da die Hälfte davon einnehmen. Wir versuchen uns gut einzubinden und wir haben ja auch die Wien Energie Sportwochen, die nächstes Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiern und das ist auch eine Möglichkeit, Marketing und Sport zu verbinden. Wir wollen gemeinsam Leute für den Sport begeistern und das geht über Fußball sehr gut.

 

Ich möchte diese Frage positiv formuliert stellen, da Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft oftmals als sehr negativ dargestellt werden. Wie viel Politik steckt im Marketing der Wien Energie, in Bezug auf den Einstieg bei Rapid 2003?

Der Hintergrund ist folgender. Sportsponsoring heißt für Wien Energie nicht nur mit der Marke präsent zu sein sondern auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, die Unternehmen der verlängerten öffentlichen Hand wahrnehmen sollen und müssen. Das sehe ich als positive Komponente. Es geht um die Erhaltung von Breitensport in einem Gebiet und dazu gehört, dass es viele Sportarten, -Vereine und – Veranstaltungen gibt. Die brauchen Unterstützung. Und aus diesem Verständnis, gesellschaftliche Verantwortung wahr zu nehmen, sind wir im Breitensport engagiert. Natürlich gibt es auch einen marktwirtschaftlichen Hintergrund, denn wir stehen als Wirtschaftsunternehmen im Wettbewerb. Es muss daher der Werbewert gewährleistet sein, der bei einem großen Klub natürlich stärker da ist. Wir evaluieren auch jedes Jahr, ob der Werbewert passt und ob wir die entsprechende Leistung zurück kriegen. Ein wichtiger Aspekt ist aber auch die Nachwuchs- und Jugendförderung im Sport, da sehen wir einen Sinn darin. Da geht es nicht um Parteipolitik, sondern um das Verständnis eines Unternehmens für seine gesellschaftliche Verantwortung.

 

Oftmals ist diese Verbindung im Sinne einer „Subvention“ negativ behaftet…

Wir bemühen uns, nicht nur Rapid zu unterstützen, sondern eben auch kleinere Vereine wie den Wiener Sportklub oder das  FAC Team für Wien. Das betrifft auch andere Sportarten wie Handball, Volleyball, Basketball oder American Football. Aber auch Laufveranstaltungen, die wir zum Teil selbst veranstalten oder wo wir kooperieren. Beispielsweise der Wien Energie Halbmarathon, der Wien Energie Businessrun oder der Vienna City Marathon. Gerade beim Laufen ist das Involvement unserer Kundinnen und Kunden besonders hoch. Es geht um die Bandbreite  bei unseren Sportkooperationen. Aus dem Verständnis heraus passt das gut in unsere Sponsoringphilosophie. Und durch Einbindung in den Kommunikationsmix generieren wir individuelle Vorteile für die Kunden und schaffen Mehrwert zum Produkt Strom oder Erdgas.

 

Im zweiten Teil des Interviews geht es um die Abwicklung des Sponsorings.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

  • Volker Pliem

    29.April.2012 #1 Author

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  • chiho

    29.April.2012 #2 Author

    Viel mehr als das Sponsoring stört mich die Sonderstellung die hier vor allem Rapid einnimmt, wenn andere Bundesligisten ebenso im „Notfall“ auf einem staatsnahen Sponsor zurückgreifen können schön und gut, aber ist ja nicht der Fall. So wird ein Verein indirekt subventioniert, neben den zusätzlichen öffentlichen Subventionen, während andere Vereinen für jede kleine Förderung quasi betteln gehen müssen. Für mich ein klarer Fall von Wettbewerbsverzerrung, da man hier eben die Regeln des Marktes außer Kraft setzt, entweder eben alle oder keiner.

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