abseits.at wirft einen Blick auf die Mediendaten der vergangenen Fußballsaison. Im Zentrum der vierteiligen Serie stehen die Zuseherzahlen von Fußballübertragungen auf heimischen TV-Sendern. Es... TV-Check der Saison 2014/15 | Bundesliga

tipico Bundesligaabseits.at wirft einen Blick auf die Mediendaten der vergangenen Fußballsaison. Im Zentrum der vierteiligen Serie stehen die Zuseherzahlen von Fußballübertragungen auf heimischen TV-Sendern. Es wird dokumentiert, an welchen Spielen und Bewerben die österreichischen Fernsehzuschauer besonders großes Interesse hatten. Alle Grafiken lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Die im Folgenden präsentierten Daten beruhen auf Erhebungen der Arbeitsgemeinschaft Teletest (www.agtt.at). Am Teletest nehmen 1.605 österreichische Haushalte teil, die die Bevölkerung mit all ihren Facetten repräsentieren sollen. Die erhobenen Daten dieser ausgewählten (und regelmäßig wechselnden) Haushalte werden auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet, um das Sehverhalten aller Österreicherinnen und Österreicher abzubilden.

Mit der Reichweite (RW) wird in absoluten Zahlen beschrieben, wie viele Zuschauer sich eine bestimmte Sendung im Durchschnitt angesehen haben. Der Marktanteil (MA) gibt an, wie viel Prozent der zu diesem Zeitpunkt fernsehenden Bevölkerung dies waren.

Bundesliga – Reichweite

An dieser Stelle werden ausschließlich die Zuseherzahlen des wöchentlichen Bundesliga-Livespiels auf ORF1 präsentiert, da Sky seine Daten nicht öffentlich ausweist.

In der Bundesligasaison 2014/15 wurden 36 Runden ausgetragen. Mit einer Ausnahme waren alle Spiele auf ORF1 zu sehen (Admira – Rapid Wien in Runde 21 wurde wegen der Nordischen Ski-WM auf ORF2 ausgestrahlt). Zwei Partien fanden am Mittwoch um 19:00 respektive 20:30 statt, alle anderen am Sonntagnachmittag, vornehmlich um 16:30.

Die nachfolgende Tabelle weist die Reichweiten und Marktanteile der Livespiele in chronologischer Reihenfolge aus.

BL1

Betrachtet man die Reichweiten im Saisonverlauf, ergibt sich folgendes Bild:

BL2

Der lineare Trend zeigt ein konstantes Verhalten der absoluten Zuseherzahlen vom Saisonbeginn bis zum Ende der Spielzeit, wobei die höchsten Werte mitunter in der kalten Jahreszeit erreicht wurden, wenn die Fernsehnutzung am höchsten ist.

Das meistgesehene Spiel der Saison 2014/15 war das Aufeinandertreffen von Rapid und Salzburg in der 28. Runde, das erst um 18:00 angepfiffen wurde, mit 446.000 Zuschauern. Zum Vergleich: In der Vorsaison lag der Bestwert bei 573.000, aufgestellt beim Wiener Derby. Allerdings profitierte dieses vom Umstand, dass die Übertragung in die Berichterstattung von den Olympischen Winterspielen eingebettet war. Ein Sonderfall, der in dieser Spielzeit nicht gegeben war.

Das mit Abstand meistgesehene Bundesligaspiel der letzten Jahre ist weiterhin die Partie zwischen Sturm Graz und Wacker Innsbruck aus der letzten Runde der Saison 2010/11, welche an einem Mittwochabend stattfand und von 722.000 Zuschauern verfolgt wurde.

Den zweiten Platz in der vergangenen Saison belegte das Wiener Derby in der 24. Runde mit 401.000 Zuschauern, gefolgt von Sturm Graz gegen Salzburg (16. Runde, 399.500).

Fünf Spiele blieben unter der Marke von 200.000 Zuschauern, darunter auch die Begegnung zwischen der Admira und Salzburg. Dieses Spiel fand am Mittwochabend um 19:00 statt und lief damit parallel zu den Nachrichtensendungen auf ORF2 – der geringe Wert kommt also nicht von ungefähr.

Das Schlusslicht der Rangliste stellt Wiener Neustadt gegen Altach aus der letzten Runde mit lediglich 157.000 Zuschauern dar, obwohl in dieser Partie über den Absteiger aus der Bundesliga entschieden wurde. Jedoch wurde gleichzeitig auf ORF2 von den Landtagswahlen in der Steiermark und dem Burgenland berichtet, was zahlreiche Seher kostete.

Somit bleibt Grödig gegen Wolfsberg aus der dritten Runde mit 179.500 die Partie mit den wenigsten Zuschauern, bei der es keine außergewöhnlichen Umstände zu verzeichnen gab, die sich negativ auf die Reichweite auswirkten – vom sommerlichen Wetter, das nicht unbedingt dazu verleitete, am Sonntagnachmittag vor dem TV-Schirm zu sitzen, abgesehen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die 36 Bundesligaspiele geordnet nach der durchschnittlichen Reichweite.

BL3

Im Schnitt wurden die Bundesligaspiele der Saison 2014/15 von 291.528 Fernsehzusehern verfolgt, das ist im Vergleich zur Vorsaison ein Minus von 19.250 oder 6,1 Prozent. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass sich 2013/14 aufgrund der Olympischen Winterspiele eine Sondersituation ergab und die Zuschauerzahlen dadurch „künstlich“ in die Höhe getrieben wurden.

SaisonDurchschn. Zuschauerzahl
2011/12290.569
2012/13298.556
2013/14310.778
2014/15291.528

Bei lediglich drei der 36 Spiele kam es von der ersten zur zweiten Halbzeit zu einem Zuschauerabfall, was dem langjährigen und bewerbsübergreifenden Trend entspricht. Geht es um die Entscheidung, schalten mehr Leute zu als in der Anfangsphase einer Partie.

Durchschnittlich verfolgten die ersten Halbzeiten 263.167 Zuschauer, während in den zweiten Spielhälften 319.889 einschalteten, das ist eine Zunahme um 21,5 Prozent.

Bundesliga – Marktanteil

BL4

Unbeeinflusst von saisonalen Effekten ist der Marktanteil, da er prozentuell angibt, wie viele der gerade fernsehenden Menschen sich eine bestimmte Sendung ansehen.

Im Gegensatz zum Trend der Reichweiten nimmt der Marktanteilstrend über den Saisonverlauf ab. Das Spiel mit dem höchsten Marktanteil war der Saisonauftakt zwischen Austria Wien und Grödig mit 29%, was dafür spricht, dass an diesem warmen Julinachmittag insgesamt relativ wenige Zuschauer vor dem TV-Schirm saßen.

Den geringsten Marktanteil verbuchten die Spiele der beiden englischen Wochen. Admira gegen Salzburg erreichte lediglich 7%, und das ebenfalls am Mittwochabend stattfindende Spiel zwischen Sturm Graz und Salzburg kam nicht über 12% hinaus. Aufgrund der besonderen Umstände wie der späten Ankickzeit und dem Parallelprogramm können diese Werte aber nicht mit den Zahlen der Sonntagnachmittagsspiele verglichen werden.

Die 36 Bundesligaspiele erreichten einen durchschnittlichen Marktanteil von 20,5 Prozent, das sind 0,8 Prozentpunkte weniger als in der Saison 2013/14 und der geringste Wert seit vier Saisons.

SaisonDurchschn. Marktanteil
2011/1222,7%
2012/1322,2%
2013/1421,3%
2014/1520,5%

Zum Vergleich: ORF1 erreichte 2014 einen durchschnittlichen Jahresmarktanteil von 13,3%. Die Bundesligaübertragungen liegen damit weit über dem Senderschnitt.

OoK_PS, www.abseits.at

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