Der ehemalige Weltklassestürmer strebt in seinem Geburtsland Liberia das Amt des Staatsoberhaupts an. George Weah ist bislang der einzige Afrikaner, der jemals zum Weltfußballer... George Weah for President!

Der ehemalige Weltklassestürmer strebt in seinem Geburtsland Liberia das Amt des Staatsoberhaupts an.

George Weah ist bislang der einzige Afrikaner, der jemals zum Weltfußballer des Jahres gewählt wurde. 1995 war das. Ganz schön lange her also. Zu seiner aktiven Zeit war Weah der Held eines ganzen Kontinents. Ganz besonders aber für die Einwohner des kleinen westafrikanischen Landes Liberia, Weahs Herkunftsort. Damals tobte in Liberia ein blutiger Bürgerkrieg. Weah gab den Menschen in den dunklen Zeiten durch seine Tore ein kleines bisschen Hoffnung auf bessere Tage.

Nun möchte George Weah Präsident seines Landes werden. Bereits 2005 trat er zur Wahl an, unterlag aber der nun abtretenden Ellen Johnson Sirleaf. In diesem Jahr schaut es für Weah aber besser aus. Zwar gibt es ganze 19 MitbewerberInnen, doch bei Weahs Wahlkampfveranstaltungen finden sich, wenig überraschend, die meisten BesucherInnen wieder. Dies muss zunächst als einziger Indikator dafür gelten, in welche Richtung sich die Wahl entwickelt, denn großangelegte Meinungsumfragen gibt es nicht.

Seine Popularität speist sich dabei nicht aus seinen Fähigkeiten als Politiker oder gar ausgeklügelten Wahlprogrammen. Vielmehr ist es der Werdegang Weahs, der ihm offensichtlich das nötige Maß an Glaubwürdigkeit verleiht, wenn er sagt: „Liberianer sollen sicher und geeint leben können.“ Dieser führte ihn aus einem Slum der Hauptstadt Monrovia, in das für viele Menschen in Afrika geheiligte Land Europa; hin zu Reichtum und Luxus. Seine sportlich erfolgreichsten Zeiten erlebte er in den prunkvollen Weltstädten Paris und Mailand, die im Vergleich zu den damaligen Zuständen im Liberia genauso gut auf dem Mond hätten liegen können.

Doch es gibt in Liberia auch viele Kritiker des Nationalhelden. Seit 2014 sitzt Weah im Senat des Landes. Angeblich glänzte er in dieser Zeit vor allem durch Abwesenheit. Einen vernünftigen Gesetzesvorschlag habe er nicht auf den Weg gebracht. Sein Wahlkampf fuße zudem nicht unbedingt auf Argumenten, sondern rein auf seiner Popularität. Wieder andere sagen: das Einzige, was Weah bislang für Liberia getan habe, sei der Bau seiner Fußballakademie. Weah sieht dies natürlich anders.

Irritiert sind viele Menschen auch aufgrund der Tatsache, dass Weah von vielen Vertrauten des brutalen Warlords und ehemaligen Despoten Charles Taylor umgeben wird, der das Land bis 2003 regierte. Ausgerechnet dessen Ex-Frau will Weah zudem zur Vize-Präsidentin machen.

Und doch werden Weah gute Chancen eingeräumt, zumindest als einer von zwei Kandidaten in den zweiten Wahldurchgang einzuziehen. Denn wer braucht schon ein echtes Wahlprogramm, wenn er George Weah heißt…

Ral, abseits.at

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