Genug von der grauen Theorie, brotlosen Diskussionen und Einschätzungen, wer was wieder einmal falsch gemacht hat. abseits.at schreitet selbst zur Tat und stellt seine... Experiment: abseits.at stellt sein ultimatives Team auf! Teil 7: Trainer, Joker, Spaß und Glück

Genug von der grauen Theorie, brotlosen Diskussionen und Einschätzungen, wer was wieder einmal falsch gemacht hat. abseits.at schreitet selbst zur Tat und stellt seine ultimativ moderne Elf vor. Dabei erklären wir jedem einzelnen Spieler, worauf es uns ankommt. Und Sie sind live in der Kabine dabei! In Teil 7 unserer Serie sichern wir uns alles, was ein erfolgreiches Team außer elf Kickern noch so braucht.

Der Coach

Der Einfluss eines Trainers auf ein Team hat sich im Laufe der Zeit drastisch geändert. Woran das liegt? Nun ja, zuerst einmal entstand die Möglichkeit für Trainer, ein Spiel aktiv zu beeinflussen, durch Neuerungen im Regelwerk. Beispielsweise bekamen die Übungsleiter erst Schritt für Schritt das Recht zugesprochen, mit Zurufen vom Spielfeldrand aus Teams zu unterstützen, die Grundausrichtung zu ändern oder durch Spielerwechsel Einfluss auf den Spielverlauf zu nehmen. Doch durch den modernen Fußball erhielten Trainer zwar immer wieder neue zusätzliche Aufgaben, andererseits beschränken sich die Aufgaben eines Trainers oft durch die Installation von Spartentrainern auf wenige Gebiete. Die wirklich großen Trainer aus dem Jahr 2012 leiten kaum ein Training oder beschäftigen sich mit einzelnen Positionen wie den Torhütern. Dafür stehen jede Menge Spezialisten bereit. So verfügt beispielweise Jose Mourinho bei Real Madrid über 15 Assistenten, die sich um Training, Kondition, Gegnerbeobachtung, Ernährung oder Individualeinheiten kümmern. Mourinho dient auch als Beispiel dafür, wie viel Anteil ein Coach an Erfolgen eines Teams haben kann: mit ihm holte Inter 2010 das Triple (Champions League, Coppa Italia, Serie A), knapp zwei Jahre später stecken die Interisti in einer tiefen Krise.

Die Joker

Es sind die Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Es sind Geschichten von in Vergessenheit geratenen Reservisten, von bereits abgeschriebenen Stars oder von unterschätzten Talenten. Das Phänomen der Jolly Joker genießt im Fußball mittlerweile jahrzehntelange Tradition. Seit einigen Jahren gibt es auch die ersten Vertreter einer neuen Spielerspezies. Der Pionier dieses Spielertyps war Manchester Uniteds Legende Ole Gunnar Solskjaer. Der Norweger kam in den Neunzigerjahren nicht an Weltklassestürmern wie Teddy Sheringham, Andy Cole oder Dwight Yorke vorbei, ihm blieb nur die Ersatzbank. In den kurzen Einsätzen, die ihm Coach Alex Ferguson gönnte, wusste Solskjaer aber immer wieder zu überzeugen. So auch im Champions-League-Finale 1999, als United gegen Bayern München mit 0:1 zurücklag. Nachdem United in der 90. Minute ausgeglichen hatte, erzielte Solskjaer in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit das sensationelle 2:1. Nicht zuletzt wegen diesem Tor nannten ihn Uniteds Fans in den folgenden Jahren „Super-Sub“ – im deutschsprachigen Raum spricht man gerne vom Edeljoker. Jedes Team benötigt auf der Bank ernsthafte Alternativen, die einem Spiel noch die entscheidende Wendung geben – zu Beginn seiner Karriere fiel übrigens auch Martin Harnik immer wieder als treffsicherer Joker in Erscheinung.

Die Spaßmacher

In unserer Serie konzentrierten wir uns häufig auf die Unterschiede zwischen dem früheren und dem modernen Fußball. Jetzt setzen wir uns ausnahmsweise mit einem Erfolgsfaktor zusammen, der immer schon unerlässlich für siegreiche Mannschaften war: der Spaß. Das Märchen der elf Freunde wird in der Realität nicht mehr praktiziert, so ehrlich muss man sein. Trotzdem gibt es immer wieder Spieler, die nicht nur (oder nicht hauptsächlich) wegen ihrer technischen Fähigkeiten oder ihrem tollen körperlichen Zustand den Status eines Kadermitglieds genießen dürfen – sondern auch oder hauptsächlich deshalb, weil sie förderlich für das Klima innerhalb des Teams sind. Was nützen die besten Spieler, wenn sie sich nicht ausstehen können? Auch hierzu haben wir ein gutes Beispiel aus Österreich. Obwohl Stefan Kulovits mit Sicherheit nie zu den filigransten Technikern bei Rapid gehörte, zählt er seit einem ganzen Jahrzehnt zum Kader der Hütteldorfer. Sogar im Nationalteam durfte Kulovits schon im Mittelfeld werken. Mehrere Trainer hoben bereits Kulovits´ großen Beitrag zur Stärkung des Wir-Gefühls heraus. Der Spaßmacher darf eben in keiner Mannschaft fehlen. Oder wie Dortmunds Meistermacher Jürgen Klopp sagt: „Wir müssen nicht unbedingt gewinnen. Aber wir müssen Spaß haben!“

Das Sieger-Gen und das Glück

Die Münchner Bayern reden seit Jahren davon – die „Mia san mia“ – Mentalität soll sie bereits seit Jahren so stark machen, meinen die Klubverantwortlichen. Dass millionenschwere Stars und harte Arbeit dahinter stecken, ist klar, trotzdem könnte ja doch was dran sein am viel zitierten Sieger-Gen. Die Fähigkeit, in kritischen Situationen und knappen Spielen noch das entscheidende Schauferl draufzulegen, um das Spiel doch noch zu seinen Gunsten zu entscheiden, wird nicht nur den Bayern, sondern allen großen Mannschaften zugeschrieben. Ohne diese besondere Mentalität scheint Erfolg auf lange Sicht nicht möglich zu sein. Sehr eng damit verbunden ist allerdings auch das Glück. Es ist ein zufälliger Faktor, meist werden jedoch die mit Glück belohnt, die es sich auch erarbeitet haben.

Archimedes, abseits.at

Archimedes

Keine Kommentare bisher.

Sei der/die Erste mit einem Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.