Nach dem gestrigen Playoff-Rückspiel zwischen dem SK Sturm Graz und dem SK Rapid waren beide Fangruppierungen höchst unzufrieden und quittierten die Leistungen ihrer Teams... Kommentar: „Nur in den Farben getrennt…“

Nach dem gestrigen Playoff-Rückspiel zwischen dem SK Sturm Graz und dem SK Rapid waren beide Fangruppierungen höchst unzufrieden und quittierten die Leistungen ihrer Teams mit Pfiffen. Kaum verwunderlich, angesichts der wirklich mühsamen Saisonen, die die Anhänger der beiden Mannschaften verdauen mussten. Was aber keinesfalls unerwähnt bleiben darf, ist eine wunderbare Geste, die eindrucksvoll beweist, dass Anstand und Solidarität schlussendlich eine Stufe höher als Rivalität und Konkurrenzdenken stehen.

Vor einigen Wochen musste die Sturm-Familie einen tragischen Todesfall verkraften. Heimo, ein langjähriges Mitglied der Brigata, kam ums Leben und hinterließ seine achtjährige Tochter, die in Zukunft als Vollwaise jede Unterstützung brauchen wird.

Die Sturm-Fans stellten Ende April in Zusammenarbeit mit dem Verein beim Spiel gegen den LASK Spendenboxen auf und legten anschließend die Einnahmen auf ein zweckgebundenes Treuhandkonto.

Die Rivalität zwischen den Rapid- und Sturm-Fans ist in der jüngeren Vergangenheit sicherlich gewachsen, denn die Grazer-Fanszene entwickelte sich hervorragend und die Duelle zwischen diesen Klubs sind in der österreichischen Bundesliga fantechnisch sicherlich die Highlights der Saison.

Umso schöner war es zu beobachten, dass die Rapid-Ultras beim Playoff-Hinspiel vor Spielbeginn mit einem Kranz und einer Geldspende von € 1.899.- – gemäß des Rapid-Gründungsjahres – beim Auswärtssektor auftauchten. Zusätzlich wurde im Block West auch ein Transparent mit der Aufschrift: „RUHE IN FRIEDEN HEIMO“ präsentiert.

Der Sturm-Anhang bedankte sich beim Playoff-Rückspiel ebenfalls mit einem Transparent mit der Aufschrift: „SO GEHT ULTRAS, DANKE BLOCK WEST“, woraufhin das gesamte Stadion Applaus spendete:

Die Rapid-Fans hatten ihr Transparent aus dem Hinspiel ebenfalls mit und ließen es nach Schlusspfiff im Stadion zurück – an dem Ort, an dem sich Heimo am liebsten aufhielt:

Aus rein sportlicher Sicht gab es für die Fans in den beiden Duellen nicht viel zu feiern, aber rein menschlich gab es auf den Rängen nur Gewinner. Es wäre schön wenn einige Mainstream-Medien nicht nur aktuell über diese Aktionen berichten, sondern zukünftig zur Abwechslung auch ein wenig reflektierter die Fanszenen betrachten. In so manchen Redaktionen kann man nämlich den nächsten „Skandal“ kaum erwarten, der wieder einmal helfen soll die Reichweite zu erhöhen.

Wer helfen will spendet an:
Kontoinhaber: Schwoaze Helfen
IBAN: AT72 3800 0000 0433 5436
BIC: RZSTAT2G
Verwendungszweck “Maya“

Stefan Karger, abseits.at

Stefan Karger

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