Bereits zwei Tage vor der offiziellen Eröffnungsfeier der olympischen Sommerspiele in London fand die erste Runde im Fußballturnier der Damen statt. Wie bereits bei... Olympia 2012 – der erste Tag beim Fußballturnier der Damen

Bereits zwei Tage vor der offiziellen Eröffnungsfeier der olympischen Sommerspiele in London fand die erste Runde im Fußballturnier der Damen statt. Wie bereits bei der WM 2011 in Deutschland wird sich abseits.at mit den wichtigsten Begegnungen auseinandersetzen. So waren bereits am ersten Tag alle Augen auf Titelverteidiger USA, dem aktuellen Weltmeister Japan sowie der Allzeitgröße Brasilien gerichtet.

Modus und Geschichte des Damenturniers

Insgesamt gibt es drei Gruppen à vier Mannschaften (E, F, G – die Herren belegen die Gruppen A, B, C und D). Spielberechtigt fürs Viertelfinale sind die Gruppenersten – und zweiten, sowie die zwei besten Gruppendritten. Das Finale findet am 9. August im Londoner Wembley – Stadion statt.

Es wird dies das fünfte Finale sein, das einen Sieger bei den Damen ermittelt. Die USA war seit der Einführung bei den Sommerspielen 1996 in Atlanta (USA) in jedem Finale vertreten. Einer Finalniederlage (2000 gegen Norwegen) stehen drei Triumphe gegenüber. 1996 konnte man China bezwingen, bei den letzten beiden Endspielen war jeweils Brasilien der Gegner, der zweimal erst in der Verlängerung bezwungen werden konnte.

Japan – Kanada 

Mehr Mühe als erwartet hatte der amtierende Weltmeister Japan mit Kanada. Lange Zeit lief nicht viel zusammen bei den Japanerinnen. Die erste wirklich gelungene Aktion des Spiels führte auch gleich zur Führung der Asiatinnen. Nahomi Kawasumi erlöste Japan in der 33. Minute als sie nach schöner Ferserlvorlage den Ball aus spitzem Winkel kompromisslos ins Tor beförderte. Noch vor der Pause gelang dem Favoriten das 2:0. Nach einem Eckball war es Kanadas Torfrau Erin McLeod die am Ball vorbeihechtete und es somit für Aya Miyama ein vergleichsweise Leichtes war den Ball im Tor unterzubringen. Kurz nach der Pause hätte dann bereits alles klar sein können, doch die Japanerinnen ließen eine 100% Torchance in Minute 51 ungenutzt.

Infolgedessen keimte nach dem 1:2 Anschlusstreffer der Nordamerikanerinnen in der 55. Minute noch einmal Spannung auf: Melissa Tancredi beförderte den Ball aus nicht einmal fünf Metern über die Linie. In weiterer Folge ereignete sich nicht mehr allzu viel, weil den Kanadierinnen die zündenden Ideen fehlten, dem Spiel eine komplette Wende zu geben und die Japanerinnen sich auf das Verwalten des Ergebnisses beschränkten. So spielte Japan ohne zu glänzen die Zeit trocken herunter und hat damit wichtige drei Punkte auf der Habenseite.

Frankreich – USA

Als Titelverteidiger und aktueller Vizeweltmeister ging das Team der Schwedin Pia Sundhage rund um die Superstars Hope Solo, Abby Wambach und Alex Morgan als klarer Favorit ins Spiel. 14 Minuten waren gespielt und die Fußballwelt auf den Kopf gestellt. Frankreich führte zu diesem Zeitpunkt 2:0, weil gegen nervös beginnende Amerikanerinnen ein Doppelschlag gelang. In Minute elf war es Hope Solo die bei einem Fernschuss von Gaetane Thinay nicht gut aussah und einen vermeintlich haltbaren Ball passieren lassen musste, wohingegen beim zweiten Verlusttreffer in Minute vierzehn kollektives Versagen der US-Ladies voranging. Frankreich nutzte den Schwung der frühen Führung perfekt und legte das rasche 2:0 nach, weil es den Amerikanerinnen nicht gelungen war, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern. Torschützin war Marie-Laure Delie. Doch die routinierten „Amis“ erkannten die Zeichen der Zeit und fanden mit ihren Selbstbewusstsein vergangener Erfolge blitzschnell zurück in die Erfolgsspur.

In Minute 18 war es Abby Wambach,  die durch ihren Treffer bereits im Finale des Olympiaturniers 2004 (2:1 n.V. gegen Brasilien) für olympisches Gold gesorgt hatte, vorbehalten den Anschlusstreffer per Kopf zu erzielen. Fortan spielte nur noch die USA, war der Ausgleich nur eine Frage der Zeit. Dieser gelang noch vor der Pause Alex Morgan per Heber in der 32. Minute. Was wäre wenn? Diese Frage könnte das französische Team in der Halbzeitpause durchaus beschäftigt haben. Was wäre geschehen, hätte eine der zwei hochkarätigen Chancen vor der Pause (Minute 37 bzw. 39) mit einem Torerfolg geendet? So blieb es beim 2:2 zur Pause. In der 54. Minute war es dann so weit, konnte die USA das Spiel tatsächlich drehen. Sträflich vernachlässigt von der französischen Defensivabteilung konnte Carli Lloyd (sie konnte sich ebenfalls schon einmal in einem olympischen Finale in die Scorerliste eintragen; 2008 mit dem 1:0 i.V., ebenso gegen Brasilien) mit einem Schuss aus etwa zwanzig Metern die erstmalige Führung der Amerikanerinnen herstellen.

Zweifelsfrei als Frau des Spiels kann Alex Morgan ausgewiesen werden. Wurde noch in Spielminute 60 ein klares Foulspiel im Strafraum an der Stürmerin übersehen, sorgte sie mit einem verwerteten „Stanglpass“ nicht nur für einen Doppelpack sondern auch zur letztlich spielentscheidenden 4:2 Führung, ehe sie unter Sonderapplaus von den Rängen das Spielfeld verlassen durfte.

Brasilien – Kamerun

Überhaupt keine Blöße gab sich die Selecao rund um Weltstar Marta beim 5:0 Auftaktsieg gegen Kamerun. Bereits nach 10 Minuten war das Spiel in jener Bahn, die es bis zum Schlusspfiff nicht mehr verlassen sollte. Nach sieben Minuten war es Francielle die mit einem hervorragend getretenen Freistoß aus linker Position ins linke Eck die Führung besorgte. Keine drei Minuten später musste sich Kameruns Torfrau Anette Ngo Ndom ein weiteres Mal umdrehen um das Spielgerät aus ihrem Tor zu befördern. Renata Costa hatte Sekunden zuvor eben jenes mit einem wuchtigen Kopfball nach einem Eckball genau dorthin befördert.  Die nächste Stunde blieb Brasilien spielbestimmend aber im Abschluss gnädig, ehe die Spielführerin Marta einen Foulelfmeter in der 73. Minute zur 3:0 Führung versenkte. Kameruns ohnehin kaum bemerkbarer Widerstand war vollends gebrochen, Christiane und Marta (80. bzw. 88. Minute) sorgten für den klaren Einstand für Mitfavorit Brasilien.

Restliche Ergebnisse und Fazit:

Das Gastgeberteam aus Großbritannien besiegte das neuseeländische Team durch ein Freistoßtor mit 1:0.

Kolumbien – Nordkorea 0:2 – Dieses Spiel musste verspätet gestartet werden, weil den Organisatoren ein peinlicher Fauxpas passierte. Anstatt der nordkoreanischen Flagge wurde die des Erzfeindes Südkorea gezeigt, woraufhin sich die Nordkoreanerinnen über eine Stunde lang weigerten das Spiel zu bestreiten.

Schweden – Südafrika 4:1

Das olympische Turnier der Damen, das lässt sich bereits nach den ersten Spielen erkennen, setzt dort fort, wo die WM 2011 geendet hatte: Sehenswerte Spiele auf technisch und athletisch hohem Niveau. Ansprechende Kombinationen, solides Passspiel, sowie wunderschöne Tore. Alle drei Topfavoriten starteten mit Siegen und machten damit einen wichtigen Schritt Richtung Viertelfinale. Brasilien und die USA (nach verhaltenem Beginn) zeigten bereits überzeugende Leistungen, wohingegen beim aktuellen Weltmeister Japan noch spielerische Luft nach oben vorhanden ist.

Michael Redl, abseits.at

Michael Redl

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