Die UD Levante gewann am 26. Spieltag der La Liga 2025-2026 im Estadio Ciudad de Valencia mit 2:0 gegen Deportivo Alaves. Zur Pause blieb die Partie torlos, bevor Levante in der Schlussphase durch zwei Treffer von Carlos Espi entschied. Zuvor hatte Alaves nach Gelb-Rot für Víctor Parada ab der 61. Minute in Unterzahl gespielt.
Chancenprofil und Strafraumpräsenz
Der Spielverlauf lässt sich über das Chancenbild klar ablesen: Levante erzeugte über neunzig Minuten mehr und vor allem gefährlichere Aktionen im letzten Drittel. Das Schussverhältnis von 22:16 zugunsten der Gastgeber war dabei nicht nur ein Volumenfaktor, sondern spiegelte sich auch in der Qualität wider. Levante kam auf 2,48 Expected Goals, Alaves auf 1,28, was den Unterschied in der Durchschlagskraft über mehrere Phasen hinweg stützt.
Auffällig war die deutlich höhere Strafraumaktivität von Levante. Fünfzehn der zweiundzwanzig Abschlüsse entstanden innerhalb des Sechzehners, bei Alaves waren es zehn von sechzehn. Diese Verschiebung zugunsten kurzer Distanzen erklärt, warum Levante trotz nahezu ausgeglichener Ballbesitzwerte von 49 zu 51 Prozent die insgesamt klarere Abschlusslage hatte. Alaves brachte zwar sogar einen Schuss aufs Tor mehr zustande, sechs zu fünf, jedoch verteilten sich diese Aktionen weniger konzentriert auf die gefährlichsten Zonen und blieben in der Endabrechnung ohne Ertrag.
Auch die Zahl abgewehrter Schüsse zeigt, wie häufig Levante in Abschlusspositionen kam, in denen noch ein Block nötig wurde. Neun geblockte Versuche von Alaves gegenüber fünf geblockten Levante-Schüssen deuten darauf hin, dass Alaves in tieferen Verteidigungsmomenten öfter im eigenen Strafraum verteidigen musste, während Levante häufiger in Situationen kam, in denen der Abschluss zumindest ausgelöst werden konnte. Dass es bis zur 88. Minute 0:0 stand, passt zu einem Bild, in dem Levante das größere Offensivpaket schnürte, die Entscheidung aber erst sehr spät fiel.
Disziplin, Unterzahl und Spielkontrolle nach der 61. Minute
Ein zentraler Wendepunkt war die Gelb-Rote Karte gegen Víctor Parada in der 61. Minute. Bis dahin bewegte sich das Spiel trotz unterschiedlicher Chancenqualität in einer offenen Statik, was sich auch an den nahezu identischen Offside-Werten von jeweils eins und dem engen Ballbesitzbild zeigt. Mit der Unterzahl musste Alaves seine Verteidigungsarbeit unter höherem Druck organisieren, während Levante die Anzahl der Angriffe in Strafraumnähe leichter hochhalten konnte.
Die Disziplinwerte unterstreichen diese Entwicklung. Alaves sammelte fünf Gelbe Karten und zusätzlich Gelb-Rot, Levante nur eine Gelbe. Die Häufung der Verwarnungen auf Auswärtsseite, inklusive einer Karte wegen Unsportlichkeit für Carles Aleñá in derselben Minute wie der Platzverweis, markierte eine Phase, in der Alaves viele Zweikämpfe verteidigend führen musste und dadurch häufiger in Foulmomente kam. Insgesamt standen sechzehn Fouls von Alaves vierzehn Fouls von Levante gegenüber, was angesichts der Unterzahl und der späten Spielentscheidung vor allem als Belastungsanzeiger für Alaves’ Defensivarbeit zu lesen ist.
Im Anschluss an die 61. Minute blieb Alaves zwar im Spiel, aber die Daten zeigen eine zunehmende Einseitigkeit in der gegnerischen Hälfte. Levante erspielte sich insgesamt zehn Eckbälle gegenüber fünf von Alaves, was zur Vorstellung passt, dass nach der Unterzahl häufiger zweite Bälle und abgewehrte Angriffe in erneute Drucksituationen mündeten. Der späte Doppelschlag fiel dann in eine Phase, in der Alaves nicht mehr über längere Ballbesitzfolgen entlasten konnte und zusätzlich in der 88. Minute noch eine Gelbe Karte für Torhüter Antonio Sivera wegen Zeitspiels erhielt.
Wechselwirkung: Einwechselspieler entscheiden die Schlussphase
Levante traf mit seinen Wechseln den Spielverlauf besonders in der letzten halben Stunde. Carlos Espi kam in der 58. Minute für Carlos Álvarez und erzielte später beide Tore zum 2:0, in der 88. Minute und in der siebten Minute der Nachspielzeit. Die Wirkung lässt sich auch an seiner individuellen Statik festmachen: Espi kam in rund zweiunddreißig Minuten auf fünf Schüsse und drei Schüsse aufs Tor, also auf einen sehr hohen Abschlussanteil bezogen auf seine Einsatzzeit. Dass Levante trotz nur fünf Schüssen aufs Tor insgesamt zwei Treffer erzielte, hängt wesentlich an dieser Zuspitzung der Abschlüsse durch den eingewechselten Angreifer.
Auch Karl Etta Eyong, ab der 79. Minute im Spiel, prägte den Endpunkt der Partie: Er lieferte die Vorlage zum 0:2 in der Nachspielzeit. Die Kombination aus frischen Offensivspielern und dem Umstand, dass Alaves ab der 61. Minute zu zehnt spielte, machte es Levante möglich, die Schlussphase mit mehr Läufen in den Strafraum zu füllen und die Entscheidung in zwei Momenten zu erzwingen, statt das Spiel über die gesamte zweite Halbzeit hinweg sofort zu öffnen.
Auf der individuellen Ebene ragt bei Levante vor allem Adrián de la Fuente mit einem Rating von 8,9 heraus, das höchste im Team und ein Hinweis auf seine breite Beteiligung am Spielgeschehen. Sein Profil stützt das Bild der anhaltenden Feldvorteile: drei Key-Pässe, vier Interceptions und sechs gewonnene Duelle bei insgesamt sieben. Ergänzend war Mathew Ryan mit einem Rating von 8,2 ein stabiler Faktor im Ergebnismanagement, gestützt durch vier Paraden, die das 0:0 über lange Zeit hielten, bis Levante offensiv durchbrach. Auf Seiten von Alaves sticht Pablo Ibáñez mit 7,2 heraus, weil er viele Zweikämpfe gewann und häufig in direkte Duelle kam, während Lucas Boyé mit Rating 6,0 und fünf begangenen Fouls in einer Partie mit vielen Verwarnungen eher über defensive Arbeit auffiel als über offensive Durchschlagskraft.
Zusammenfassung
- Levante gewann in La Liga 2025-2026 gegen Deportivo Alaves mit 2:0 nach 0:0 zur Pause
- Levante hatte das bessere Chancenprofil mit 22:16 Schüssen und 2,48 zu 1,28 Expected Goals, besonders über Abschlüsse im Strafraum
- Die Gelb-Rote Karte gegen Víctor Parada in der 61. Minute verschob die Belastung zugunsten von Levante und erhöhte den Druck auf Alaves’ Defensive
- Carlos Espi entschied nach seiner Einwechslung mit zwei Toren, Karl Etta Eyong bereitete den zweiten Treffer vor
- Levante verband späte Effizienz mit defensiver Absicherung, gestützt durch vier Paraden von Mathew Ryan