Die ersten 48 von insgesamt 64 Spielen bei der WM-Endrunde in Brasilien sind vorbei, die Gruppenphase abgeschlossen. In einer achtteiligen Serie blickt abseits.at auf... Rückblick auf die WM-Gruppenphase – Gruppe C

Kolumbien - FlaggeDie ersten 48 von insgesamt 64 Spielen bei der WM-Endrunde in Brasilien sind vorbei, die Gruppenphase abgeschlossen. In einer achtteiligen Serie blickt abseits.at auf die Leistungen der 32 Teams zurück. In diesem Artikel nehmen wir die Gruppe C mit Kolumbien, Griechenland, Elfenbeinküste und Japan unter die Lupe.

Kolumbien: auch ohne Falcao top

Dem kolumbianischen Team hat man nach der Qualifikation gute Chancen eingeräumt als Außenseiter weit im Turnier zu kommen. Diese Erwartungen erfuhren mit der Verletzung von Superstar Radamel Falcao einen argen Dämpfer. In der Gruppenphase präsentierten sich die Südamerikaner aber auch ohne den Torjäger in Topform. In Abwesenheit des 28-Jährigen übernahm dessen Monaco-Teamkollege James Rodriguez die sportliche Verantwortung. Der 22-Jährige zählt nicht nur aufgrund seiner drei Tore und zwei Assists zu den besten Spielern des Turniers.

Besonders mit seiner Vielseitigkeit und überragenden Technik sticht er heraus. Rodriguez bestimmt den Rhythmus des Spiels und spielt dabei mit einer enormen Ruhe und Konstanz. Neben ihm gibt es aber auch andere Akteure, die dabei helfen Falcaos Ausfall zu kompensieren – Juan Cuadrado zum Beispiel. Der dribbelstarke und dynamische Flügelspieler kann bereits vier direkte Torbeteiligungen vorweisen und dient oft als Zielspieler für die beschleunigenden Pässe Rodriguez‘. Im Grunde genommen steigerte sich aber jeder einzelne Spieler ein bisschen und so kann Kolumbien selbstbewusst ins Achtelfinale gehen.

Griechenland: Minimalismus erneut erfolgreich

Griechenland zeigte sich einmal als Meister des Minimalismus‘. Nachdem die Hellen mit nur 12 Toren die WM-Qualifikation überstanden, schaffte man mit lediglich zwei Treffern den Sprung in die Runde der letzten 16. Das erste Spiel gegen Kolumbien ging klar mit 0:3 verloren. Zwar erarbeiteten sich die Griechen die eine oder andere gute Chance, letztlich gab es am Ergebnis aber kaum was auszusetzen. Besonders im Mittelfeld fehlte die Kompaktheit um die kombinationsstarken Kolumbianer zu stoppen. Das 0:0 im zweiten Spiel gegen Japan war wohl eines der am meisten enttäuschenden Begegnungen in der Gruppenphase.

Nachdem Ausschluss für Kostas Katsouranis stellten die Griechen auf eine ultradefensive Ausrichtung um, während Japan kaum direkt nach vorne spielte. Für diese Magerkost entschädigte dann die letzte Partie gegen die Elfenbeinküste. Griechenland praktizierte ein ungewohnt hohes Pressing, infolge dessen auch das 1:0 fiel. Danach sah man auf beiden Seiten Umstellungen im zentralen Bereich, ehe die Ivorer nach dem Ausgleich bis in die Nachspielzeit wie der sichere Achtelfinalist aussahen. Ein Foulelfmeter, verwandelt von Georgios Samaras, ließ das Pendel aber noch zugunsten der Griechen ausschlagen.

Elfenbeinküste: viel Athletik, wenig Plan

So bitter das Aus für die Elfenbeinküste am Ende auch kam, so wenig lässt sich darüber diskutieren, ob es sich die „Elefanten“ den Aufstieg mehr verdient hätten. Die Truppe von Sabri Lamouchi definierte sich in erster Linie über seine enorme Physis, mit der man den Erfolg gewissermaßen brachial erzwingen wollte. Dabei beschränkte man sich in erster Linie auf Durchbrüche auf den Seiten. Rechtsverteidiger Serge Aurier ist dafür das perfekte Sinnbild: athletisch und durchschlagskräftig, taktisch aber mangelhaft.

Auf den Flügelpositionen setzte man auf Akteure, die mit ihren Dribblings die Durchschlagskraft erzeugten. Dadurch kam zwar zu einer hohen Anzahl an Abschlüssen, diese waren jedoch in aller Regel von niedriger Qualität Nachdem im ersten Spiel gegen die Japaner diese Taktik noch erfolgreich zu Ende spielte – beide Tore fielen per Kopf nach Hereingaben von rechts – stellten sich die weiteren Gegner gut darauf ein. So war es am Ende die starre und strategisch instabile Ausrichtung, aufgrund der die Ivorer zum dritten Mal in Folge in der Vorrunde ausschieden.

Japan: Asienmeister enttäuscht

In dieser zwar individuell schwach, aber ausgeglichen besetzen Gruppe durfte man auch mit Japan als Achtelfinalist rechnen. Die blauen Samurai enttäuschten aber in fast jeder Hinsicht. Dabei begann die Endrunde für sie durchaus gut. Im Spiel gegen die Elfenbeinküste ging man durch einen schönen Treffer von Keisuke Honda nämlich schnell in Führung. Danach beging man aber einen durchaus schwerwiegenden Fehler: man isolierte das Zentrum und ließ auf der Seite Platz für Vorstöße. Das nutzten die Ivorer und bombardierten den japanischen Strafraum, mit dem Ergebnis, dass auf diese Art und Weise zwei Tore fielen.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Japan durchschnittlich 59% Ballbesitz hatte – nur vier Teams wiesen höhere Werte auf. Allerdings machten die Asiaten daraus wenig; besonders das oben erwähnte Duell mit Griechenland ist ein Symbol dafür. Es fehlte jegliche Direktheit im Spiel nach vorne. Andererseits öffnete man durch das strukturlose Hochziehen der Akteure Räume für Konter. Insbesondere Kolumbien nutzte das im letzten Spiel eiskalt aus und schickte die Japaner mit einem 1:4 nach Hause.

Die besten Elf

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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