Die Mannschaft Uruguays beinhaltet zahlreiche Topleute, die zudem in großem Maße eingespielt sind und die großen Bühnen des internationalen Fußballs bestens kennen. Nicht umsonst... Der wohl beste Sturm der Welt: Uruguay setzt in Brasilien auf seine Offensivstars

Luis Suarez - UruguayDie Mannschaft Uruguays beinhaltet zahlreiche Topleute, die zudem in großem Maße eingespielt sind und die großen Bühnen des internationalen Fußballs bestens kennen. Nicht umsonst kann man Uruguay auch 2014 wieder als Geheimtipp für einen langen Turnierverbleib handeln.

Galatasarays Fernando Muslera hütet zum zweiten Mal nach 2010 das Tor der Celeste. Der bald 28-jährige Schlussmann gilt als fangsicher, mit gutem Stellungsspiel und hervorragenden Reflexen. Trotz seiner 1,90m wirkt Muslera – wohl ob seiner nicht ganz so großen Masse – bei hohen Bällen oft unsicher und hat nicht immer das richtige Timing. Die Strafraumbeherrschung überlässt er meist seiner Innenverteidigung. Mit dem 31-jährigen Martin Silva und Rodrigo Munoz (32) hat er zwei routinierte Ersatzleute hinter sich.

Torhüter-7

Eines der Prunkstücke der Celeste ist die Innenverteidigung. Atlético-Abwehrmann Diego Godín kommt mit einer bärenstarken Saison inklusive spanischem Meistertitel und Champions-League-Finalteilnahme im Gepäck nach Brasilien. Der 1,86m große Defensivspezialist gilt als robuster Zweikämpfer mit exzellentem Stellungsspiel und herausragenden Fähigkeiten beim Kopfball.

Ihm zur Seite steht mit dem 33-jährigen Diego Lugano ein routinierter Haudegen, der für die kommende Saison noch einen Verein sucht. Seit Jahren eingespielt gewinnen die beiden gefühlt fast jeden Zweikampf und haben so bereits vor vier Jahren die Gegner zur Verzweiflung gebracht.

Mit dem jungen Sebastian Coates vom FC Liverpool und dem erst 19-jährigen Godín-Klubkollegen Jose Maria Gimenez haben die Urus zwei vor allem im Spielaufbau starke Verteidiger in der Hinterhand. Beiden Akteuren fehlt allerdings noch die entsprechende Erfahrung bei großen internationalen Turniern. Zur Not könnten jedoch auch Jorge Fucile oder Martin Caceres ins Abwehr-Zentrum rücken.

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Trainer Oscar Tabarez hat auch auf den defensiven Außenbahnen die Qual der Wahl. Die beiden Namen für die Startelf werden wohl erst am Tag vor dem ersten WM-Spiel gegen Costa Rica feststehen, wenngleich in der Vergangenheit meist Jorge Fucile auf links und Maxi Pereira auf rechts den Vorzug erhalten haben. Für die Beiden spricht, dass sie bereits eine WM auf dem Buckel haben und vor allem in der Defensive für kompromisslose Härte stehen. Die Offensiv-Ambitionen halten sich sowohl links als auch rechts in Grenzen, wenngleich Pereira ob seiner bulligen Statur und des starken Antritts eher für einen Vorstoß geeignet ist.

Als erste Alternative steht Martin Caceres von Juventus Turin parat. Der variabel einsetzbare Italien-Legionär kann sowohl in einer Vierer- als auch in einer Dreierkette sämtliche Positionen einnehmen und ist Tabarez’ Trumpf-Ass im defensiven Aufstellungspoker. FC Sao Paulos Verteidiger Alvaro Pereira ist dagegen mehr auf die linke Seite fixiert, wobei er dort ob seines Antritts und seiner Passgenauigkeit auf im Mittelfeld eingesetzt werden kann.

Außenverteidigung-8

Die Mittelfeld-Zentrale steht im Spiel von Uruguay meist im defensiven Fokus. So dürften in der angedachten Startformation zwei eher nach hinten ausgerichtete zentrale Spieler mit Walter Gargano und Diego Perez aufgeboten werden. Beide haben ihre Defizite im Spielaufbau, verfügen aber vor allem in der Rückwärtsbewegung über ein strategisch kluges Auge und damit verbunden gutes Stellungsspiel. Für die Offensivbemühungen sind beide ohnehin eher Zwischenstationen, die den Ball auf die Seiten oder direkt an eine abfallende Spitze verteilen. Fällt einer der beiden aus, scheint es zwar wahrscheinlicher, dass das System entsprechend verändert wird, mit Egidio Raul Arevalo Rios findet sich allerdings auch ein vom Spielertyp sehr ähnlicher Ersatzmann im Kader.

Für offensive Akzente könnte – bei entsprechender Taktik – in erster Linie Nicolas Lodeiro sorgen. Der quirlige und technisch hervorragende einstige Botafogo-Mittelfeldmann, der vor wenigen Tagen einen neuen Vertrag bei den Corinthians unterschrieb, könnte bei einer Aufstellung mit nur einer echten Spitze und zwei Flügelspielern als Zehner agieren. Eine weitere Option auf dieser Position wäre Gaston Ramirez von Southampton, wenngleich der ob seiner Spritzigkeit auch als Flügel-Alternative angedacht ist. Alvaro Gonzalez von Lazio Rom bleibt die Unbekannte, da er zentral defensiv wie offensiv, als auch auf den Seiten im Mittelfeld agieren kann.

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Mit Flügel oder ohne Flügel? Auf der linken Seite dürfte sowohl bei einem 4-4-2 (oder eher 4-4-1-1) auf jeden Fall Cristian Rodriguez vom spanischen Meister Atlético Madrid den Vorzug erhalten. Der unter dem Spitznamen „Cebolla“ („die Zwiebel“) bekannte Rodriguez (weil er Gegenspieler mit seinen Dribblings zum Weinen bringt) besticht durch formidable Technik, herausragendes Tempodribbling und einen starken Schuss. Unter Atlético-Boss Diego Simeone zeigte er sich auch in der Defensiv-Arbeit verbessert. Ihn ersetzen könnte einerseits Gaston Ramirez oder aber – falls wirklich mit Flügelstürmern gespielt wird – er muss für Superstar Luis Suarez weichen.

Auf rechts spielte zuletzt immer mal wieder Christian Stuani von Espanyol Barcelona. Der gelernte Stürmer könnte jedoch auch in einem „echten“ Dreier-Sturm in Kombination mit Suarez, Cavani oder Diego Forlan zum Einsatz kommen.

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Der beste Angriff der Welt? Jedenfalls gibt es nicht viele Angriffsreihen die über derartige Weltklasse-Stürmer und noch mehr Optionen verfügen. Über den Welttorjäger Luis Suarez braucht man wohl nicht allzu viel zu sagen. Edinson Cavani von PSG hat seinen Torriecher und seine Kopfballstärke auch nicht erst gestern unter Beweis gestellt. Diego Forlan will es bei seiner letzten WM noch einmal wissen, zumal er den Titel „bester Spieler des Turniers“ zu verteidigen hat. Man werfe noch den torgefährlichen Stuani und Abel Hernandez von der US Palermo in den Stürmer-Eintopf und man bekommt eine Mischung, die wohl keine Defensivreihe der Welt komplett ausschalten kann.

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Marcel Ludwig

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