Kamerun, Ghana, die Elfenbeinküste, Nigeria und Algerien schickten sich bei der WM in Brasilien an, nach den Sternen zu greifen. Nicht nur, um ihr... Afrika: Ein (Fußball)-Kontinent steht sich selbst im Weg (4) – Nigeria

Nigeria - FlaggeKamerun, Ghana, die Elfenbeinküste, Nigeria und Algerien schickten sich bei der WM in Brasilien an, nach den Sternen zu greifen. Nicht nur, um ihr Land, nein gewissermaßen um einen gesamten Kontinent in Ekstase zu versetzen. Man fühlt sich jedoch an die Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert. Vor jeder WM wird afrikanischen Teams das Potenzial zugesprochen, den ganz großen Coup zu landen, stattdessen folgt beinahe wie das Amen im Gebet die unsanfte Landung am Boden der Realität.

Nigeria: Verletzungspech, der obligatorische Prämienstreit, ein umstrittenes Foto Manipulationsvorwürfe und eine deutliche Leistungssteigerung

Als regierender Afrika-Cup-Sieger reisten die „„Super Eagles““ mit berechtigten Hoffnungen, erstmals in ein WM-Viertelfinale einzuziehen und nach Erreichen dieses Zwischenziels zum ganz großen Höhenflug anzusetzen, nach Brasilien. Unbestrittene Stützen wie Vincent Enyeama, der als bester afrikanischer Schlussmann gehandelt wird, Emmanuel Emenike und Peter Peter Odemwingie absolvierten teils überragende, teils solide Spielzeiten für ihre Klubs. Mittelfeldstratege und Leithammel John Obi Mikel hingegen sah bei seinem Verein Chelsea FC kein Land, konnte nur knapp über 1000 Spielminuten in der Premier League verbuchen, kam meist über die Joker-Rolle nicht hinaus. Aus der Auswahl von Nationalcoach Khesi ist er als Taktgeber und Motor im Mittelfeld allerdings nicht wegzudenken. Aufstrebende Youngsters wie Omeruo, Moses und Oboabona sollten ihren Teil zum Erfolg beitragen, insgesamt konnte Keshi auf eine gute Mischung zurückgreifen.

Doch ausgerechnet Letztgenannter verletzte sich in Nigerias Auftaktmatch gegen den Iran bereits in Minute 29. Der 23-jährige, auf den Nationaltrainer Keshi große Stück hielt, der südafrikanische Coach hat mittlerweile seinen Rücktritt verkündet, hatte sich dank guter Leistungen einen Stammplatz erkämpft und sollte gemeinsam mit dem 20-jährigen Jungspund Kenneth Omeruo eine blutjunge Innenverteidigung bilden. Omuero debütierte bereits als 19-Jähriger, kommt aber dennoch schon auf beachtliche 21 Einsätze im Dress der „Super Eagles“, bei Oboabona sind es derer 36. Ein deutliches Zeichen dafür, dass man in Nigeria durchaus auf den Nachwuchs baut und den Jungen das nötige Vertrauen schenkt. Bedingt durch den verletzungsbedingten Ausfall Oboabonas rückte der 33-jährige Routinier Joseph Yobo wieder in die Startelf, mit nunmehr 100 Länderspieleinsätzen Rekordinternationaler seines Landes. Yobo führte die Auswahl in den verbleibenden Begegnungen auch stets als Kapitän aufs Feld. Seine langwierige Verletzung, die ihn den Großteil der vergangenen Saison zum Zuschauen verdammte, war ihm kaum anzumerken, er agierte sicher und ruhig.

Abseits dieser sportlichen Widrigkeiten mussten sich Yobo und Keshi auch mit unangenehmen Fragen von Journalisten auseinandersetzen. All der Aufregung vorausgegangen war, wieder einmal, wie könnte es anders sein, ein Prämienstreit. Dessen Auswirkungen offenbarten sich allerdings erst nach dem Einzug ins WM-Achtelfinale – ein Unterfangen, das sich als weitaus schwieriger herauskristallisierte, als den Nigerianern wohl lieb war.

Grottenschlechter Kick gegen den Iran lässt Hoffnungen schrumpfen

Zum Auftakt wollten Emenike und Co der Welt zeigen, dass mit ihnen schwer zu rechnen sei. Nun, es blieb beim Vorhaben. Nach einer durchaus verheißungsvollen Anfangsphase, in den ersten zehn Minuten ließ man zwei hochkarätige Chancen ungenützt, fanden die Afrikaner nie wieder Zugriff aufs Spiel. Der Iran seinerseits besann sich auf seine Stärken und setzte alles daran, so lange wie möglich die Null zu halten. Ihre Offensivbemühungen beschränkten Dejagah und Kollegen auf ein absolutes Minimum, abgesehen von den beiden großen Gelegenheiten Nigerias fanden sie mittels Corner allerdings die beste Chance des Spiels vor. Bei Razas Kopfball aus kürzester Distanz war Enyeama gezwungen sein ganzes Können aufzubieten, um den Favoriten vor einem Rückstand zu bewahren. Bei eigenem Ballbesitz mangelte es dem Afrikameister an Spielwitz, Esprit und Geschwindigkeit. Starstürmer Emenike rieb sich an vorderster Front über die gesamte Spielzeit gegen gleich mehrere Verteidiger auf, da es keiner seiner Mitspieler schaffte Gefahr auszustrahlen, und so einen Abwehrspieler an sich zu binden. Der Fenerbahce-Legionär verfügte somit nie über die so dringend benötigten Räume. Die Spieleröffnung erfolgte stets langsam, das gesamte Spiel wirkte unstrukturiert und träge. Je länger die Partie andauerte, umso deutlicher war die Hilf- und Ratlosigkeit der Akteure in Grün auch aus ihren Gesichtern abzulesen. Neben der Behäbigkeit im Aufbauspiel ist sicherlich auch die fehlende Bewegung im Offensivbereich einer der Gründe für die desolate Leistung gegen aufopferungsvoll kämpfende und hervorragend verteidigende Iraner. Jede Offensivbemühung Nigerias wirkte nicht nur
berechenbar – sie war es letztendlich auch. Immer wieder scheiterte der Versuch Emenike in Szene zu setzen kläglich, er sah, von den Kollegen in Stich gelassen, gegen den gut gestaffelten Defensivverbund einfach kein Land. Auch Viktor Moses, Liverpool-Legionär, vermochte seine enorme Schnelligkeit und Agilität nie auszuspielen. So holte der Iran zwar überraschend, aber doch völlig verdient einen Punkt. In Nigeria rumorte es nach dem ersten WM-Spiel schon gewaltig, zu tief saß der Schock über das inspirations- und teilweise auch lustlos wirkende Auftreten.

„Super Eagles“ zeigen gegen enttäuschende Bosnier ihr anderes Gesicht

Zwar legte der WM-Neuling los wie die Feuerwehr, doch Enyeama zeigte sich hellwach und stets auf dem Posten. In der Anfangsphase hatte Bosnien das Heft des Handelns eindeutig in der Hand und ging folgerichtig nach einem Angriff, den Dzeko gewohnt gekonnt abschloss, mit 1:0 in Führung. Denkste – Schiedsrichter Peter O’Leary aus Neuseeland und seine Assistenten erkannten eine vermeintliche Abseitsposition des City-Angreifers und verwehrten dem Treffer fälschlicherweise die Anerkennung. Doch auch schon in der Drangperiode der Susic-Truppe ließ Nigeria erkennen, dass die Elf rund um Kapitän Yobo die Zeichen der Zeit erkannt hatte, gewillt war, die eigenen Angriffe schneller und zielgerichteter vorzutragen. Im Gegensatz zur Partie gegen den Iran verfolgten die „Super Eagles“ einen genauen Plan, der bereits in Minute 29 Früchte trug. Emenike setzte sich dank einer Zweikampfführung, die hart an der Grenze zum Foulspiel wandelte, am rechten Flügel gegen den ein ums andere Mal hüftsteif wirkenden Routinier Emir Spahic durch, legte in die Mitte zurück, Stoke-Legionär Odemwingie fackelte nicht lange und brachte Nigeria in Front. Vor allem das Privatduell Emenike gegen Spahic sollte sich als entscheidend herausstellen, immer wieder setzte sich der bullige Stürmer durch. Spahic erhielt allerdings auch viel zu wenig Unterstützung und so fand der Fenerbahce-Akteur im Konter in Summe mehr und vor allem qualitativ höherwertigere Torchancen vor, als die gesamte bosnische Mannschaft zusammen.

Diese wirkte einfach zu matt und offenbarte zum Teil schwerwiegende konditionelle Mängel. Susic ist wohl anzukreiden, trotz der schwachen und energieglosen Leistung seiner Elf, dem aussichtslos wirkenden Kampf zu lange zugeschaut zu haben. Anstatt bereits in der Halbzeit auf das 4-4-2 mit Ibisevic, welches sich in der Qualifikation mehr als nur bewährt hatte, umzustellen, rang er sich erst Mitte der zweiten Spielhälfte zu diesem Schritt durch. Wohl zu spät, wenngleich es nach der Systemumstellung nicht wirklich besser wurde. Bosnien fand nur eine echte hochwertige Chance von Dzeko, unmittelbar vor dem Ende, vor. Nigeria verteidigte geschickt, ließ nichts Zwingendes zu und im Konter blitzte immer wieder Emenikes Gefährlichkeit auf. Der Spielverlauf spielte Keshis Mannen natürlich voll in die Karten, die sich somit im Turnier zurückmeldeten.

Im Anschluss an diese Begegnung sorgte ein unbestritten unglückliches Foto, das den lachenden Referee O’Leary zeigt, der Vincent Enyeama umarmt, für reichlich Diskussionsstoff. Insbesondere vor dem Hintergrund betrachtet, dass der Neuseeländer den Bosniern die reguläre Führung aberkannt hatte. Eine Fehlentscheidung, die man wahrlich nicht als knapp bezeichnen konnte. Manipulationsvorwürfe sind hier allerdings wohl dennoch nicht angebracht, auch wenn Nigeria immer wieder mit solchen konfrontiert beziehungsweise damit in Verbindung gebracht wird. Mittelfeldakteur Onazi, bei Lazio unter Vertrag, bestreitet Vorwürfe, sich mit Mittelsmännern über Spielabsprachen, die WM-Spiele betroffen haben sollen, unterhalten zu haben. Da Onazi weder einen Elfmeter verursachte, noch eine Gelbe Karte erhielt, angeblich handelt es sich hierbei um die zwei angedachten möglichen Varianten der Manipulation, dürften derartige Berichte jedoch stark anzuzweifeln sein. Zuletzt sorgte auch noch Ersatztorhüter Ejide, im ohnehin schon unter Manipulationsverdacht stehenden Vorbereitungsmatch gegen Schottland, für Aufsehen, als er den Ball, nachdem er ihn bereits gesichert hatte, noch ins eigene Tor „warf“(siehe Video unten). Diese Causa wird untersucht, die Ergebnisse stehen allerdings noch aus. Jedenfalls wirft sie alles andere als ein gutes Licht auf die „Super Eagles“. Nachdem auch gegen Kamerun und Ghana während der WM Manipulationsvorwürfe laut wurden, ist der afrikanische Fußball auch in dieser Hinsicht schwer gebeutelt.

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Furchtloser, couragierter Leistung gegen Argentinien folgt Trainingsboykott

Schlechter hätte das finale Gruppenspiel gegen die Argentinier nicht beginnen können. Lionel Messis Extraklasse blitzte zum wiederholten Male im Turnierverlauf auf, der Defensivverbund ließ ihn im Mittelfeld gewähren, attackierte nicht entschlossen genug, sodass Messi selbst einen schönen Angriff injizieren konnte, der Ball landete bei Di Maria, dessen Schuss Enyeama durch eine Glanztat entschärfte. Ein Nigerianer klärte das abspringende Leder auf der Linie, genau vor die Füße von Messi, der durchgelaufen war, und die Kugel ins Netz drosch. Nigeria zeigte sich aber keinesfalls geschockt, gleich im Gegenstoß ließ Musa Zabaleta alt aussehen und schlenzte den Ball wundervoll an Romero vorbei ins Netz. Die Verwundbarkeit der argentinischen Defensive wurde mittels dieses einfachen und doch wirkungsvollen Spielzugs eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Messis herausragende Fähigkeiten besorgten kurz vor dem Pausenpfiff die nicht unverdiente, neuerliche argentinische Führung. Er zirkelte einen Freistoß gekonnt über die Mauer – Enyeama ohne jede Chance. Die „Super Eagles“ bewiesen nach dem Seitenwechsel ein großes Kämpferherz, Musa schnürte nach sehenswerter Kombination seinen Doppelpack. Nur drei Minuten später kam Rojo nach einem Corner etwas glücklich an den Ball und besorgte den 2:3-Endstand. Nigeria steckte zwar nie auf, fand aber nur mehr wenige Torchancen vor, beide Teams hatten in weiterer Folge Schwierigkeiten Chancen zu kreieren. Aufgrund der
1:3-Pleite des iranischen Teams gegen Bosnien reichten Nigeria, die erkämpften vier Punkte, um ins Achtelfinale einzuziehen.

Nach der Vorrunde ereignete sich die Posse um die Prämien: Vier Tage vor dem Achtelfinale erschienen Yobo und Co nicht zum vereinbarten Training, zogen es übereinstimmenden Medienberichten zufolge stattdessen vor, über ausständige Prämien zu debattieren. Um den Protest und die Unruhe rund um ein Antreten im Achtelfinale im Keim zu ersticken, soll Musa Amadu, Generalsekretär des nigerianischen Verbandes, nach Nigeria gereist sein, um die für jeden Spieler geforderten 30 000 Dollar nach Brasilien einzufliegen. Den Spielern waren nur die Bonuszahlungen für die Gruppenspiele in bar ausbezahlt worden. So gesehen schien man nicht gerade überzeugt vom eigenen Team, ansonsten hätte man ja die Prämien für das Erreichen der K. O. –Phase in weiser Voraussicht, gleich zur WM mitnehmen können. Dank des raschen Einlenkens des Verbandes konnte der Boykott nach lediglich einem Tag wieder beigelegt werden, die Spieler betonten, sich voll auf die bevorstehende Aufgabe gegen Frankreich zu fokussieren. Coach Keshi verneinte einen Trainingsboykott, er sei nicht gewillt, sich durch Störgeräusche von außen von großen Zielen abbringen zu lassen. Friede, Freude, Eierkuchen – so lautete das Motto vor dem Achtelfinale.

Abgezockte Franzosen entscheiden Duell auf Augenhöhe spät für sich

Die sich in glänzender Form befindlichen Franzosen vor der Brust, gingen die „Super Eagles“ dennoch voller Zuversicht in dieses Aufeinandertreffen. Das Selbstvertrauen nach den beiden stark verbesserten Leistungen gegen Bosnien und Mitfavorit Argentinien stimmte. Die Afrikaner fanden anfangs auch besser in die Begegnung, Emenike wuchtete das Leder in Minute 18 ins Netz, stand dabei aber hauchdünn im Abseits. Die Nigerianer kontrollierten das Spiel und ließen die in der Vorrunde so überzeugenden Franzosen überhaupt nicht ins Spiel kommen. Wohl im Wissen um die französische Konterstärke sowie um das bevorzugte Operieren von „Les Bleus“ mit langen, präzisen, genau getimten Schlägen hinter die Abwehr, wie es auch gegen Deutschland immer wieder zu beobachten war, regierte im nigerianischen Aufbauspiel die Vorsicht.

So lässt es sich erklären, dass auch die „Super Eagles“ keine wirklichen Torchancen mehr vorfanden, einzig Emenike zwang Lloris kurz vor der Pause zu einer Parade. Auf Seiten der Franzosen scheiterte Jungstar Pogba nach herrlicher Valbuena-Flanke am starken Emenike. (22.) Auch nach Seitenwechsel dominierte Nigeria lange Zeit das Geschehen, ohne wirklich gefährlich zu werden. Peter Odemwingie prüfte den französischen Kapitän, der sich allerdings keine Blöße gab. Ansonsten verlief die zweite Hälfte weitgehend enttäuschend, war arm an Höhepunkten. Die Franzosen fielen Mitte der zweiten Hälfte eher durch übertriebene Härte, als durch spielerische Ideen auf. Einzig Benzema, hatte die Führung am Fuß, Enyeama reagierte abermals im Stile eines Klasse-Keepers und bewahrte sein Team vor dem Rückstand. In weiterer Folge reagierte Deschamps, brachte Griezman für den komplett enttäuschenden Giroud. Durch diese Maßnahme rückte Benzema vom Flügel ins Zentrum, er konnte sich dort weitaus besser behaupten und auch der eingewechselte Sociedad-Legionär vermochte für neue Impulse im Offensivspiel zu sorgen. Nigeria sah sich nun einem immer größer werdenden französischen Druck ausgesetzt, Cabaye scheiterte mit einem echten Hammer aus der Distanz an der Unterkante der Lattte. Benzema fand ein weiteres Mal seinen Meister im nigerianischen Schlussmann, Moses kratzte das Leder nach Enyeama-Parade von der Linie. Das Spiel der Franzosen wirkte mit einem Mal viel belebter, entschlossener und geradliniger. Nigeria kämpfte wacker, stemmte sich mit aller Kraft gegen das drohende Unheil, konnte selbst allerdings kaum mehr für Entlastung sorgen. Und ausgerechnet der bislang fehlerlose, überragende Enyeama sollte zum tragischen Helden werden: in Minute 79 flog er nach einer Valbuena-Ecke am Ball vorbei, Pogba nickte das Leder über die Linie. Die Schlussoffensive Nigerias brachte nichts mehr ein, ein unglückliches Eigentor von Yobo war der traurige Schlusspunkt einer wirklich starken Leistung, die Hoffnung für die Zukunft geben sollte.

Die Nachwehen der WM

Nachdem Nigeria die Heimreise antreten musste, droht nun die FIFA zum wiederholten Male Nigeria von kommenden Bewerben auszuschließen. Die nigerianische Regierung übt Einfluss auf den nigerianischen Verband (NFF) aus. Dieses Vorgehen widerspricht klar den FIFA-Regularien. Die drohende Suspendierung steht im Raum, da Verbandspräsident Aminu Maigari, unmittelbar nach der Ankunft in Nigeria festgenommen wurde. Zudem seinen einige Exekutivmitglieder der NFF ungerechtfertigterweise von ihren Aufgaben entbunden worden. Bereits 2010 hatten sich ähnliche Vorfälle zugespielt, damals sprach die FIFA letzten Endes die Suspendierung wirklich aus. Diese mögliche Konsequenz schwebt nun wie ein Damoklesschwert über dem nigerianischen Verband – man darf auf die weiteren Entwicklungen in dieser Causa gespannt sein.

Trainer Keshi kehrte den „Super Eagles“ bereits den Rücken, ihm winkt der Teamchefposten seines Heimatlandes Südafrika.

Abschließend bleibt wohl zu resümieren, dass Nigeria eine gute WM spielte, nach einem mehr als holprigen Start in die Spur fand und gegen Frankreich denkbar knapp scheiterte. Erst Enyeama ebnete Benzema und Co den Weg ins Viertelfinale. Ob der chaotischen Verhältnisse im Verband ist es äußerst schwer vorherzusagen, inwieweit der eingeschlagene Weg weiterverfolgt werden kann. Möglicherweise steht sich der Verband wieder einmal selbst im Weg und muss eine weitere Suspendierung durch die FIFA hinnehmen. Alles in allem spielten die Nebenschauplätze sicher eine gewisse Rolle für das Scheitern am selbstgesteckten Ziel, dem erstmaligen Einzug ins Viertelfinale. Im Gegensatz zu Ghana und Kamerun glückte es, sich in den wichtigen Momenten zu fokussieren und an einem Strang zu ziehen.

Dennoch gelang es den Adlern nicht zu Höhenflügen anzusetzen und in neue Sphären aufzusteigen – man scheiterte allerdings nur zu Teilen an sich selbst, im Achtelfinale war dem Afrikameister auch das Glück nicht hold.

David Kühhas, www.abseits.at

David Kühhas

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