Am 34. Spieltag der Premier League 2025-2026 gewann West Ham United im London Stadium mit 2:1 gegen den Everton FC. Nach einer torlosen ersten Halbzeit brachte Tomáš Souček die Gastgeber in Führung, bevor Everton spät durch Kiernan Dewsbury-Hall ausglich. In der Nachspielzeit stellte Callum Wilson den Endstand her.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Everton hatte über weite Strecken mehr vom Ball und bestätigte das mit 56 Prozent Ballbesitz sowie 469 Pässen gegenüber 375 bei West Ham. Auch die Passsicherheit lag bei den Gästen leicht vorne, denn 391 Zuspiele kamen an, bei West Ham waren es 303. Damit spielte sich Everton häufiger in längeren Ballbesitzphasen fest, ohne daraus früh eine klare Dominanz bei den Abschlüssen zu entwickeln.
Das Schussverhältnis blieb eng bei 10:11, und bei den Schüssen aufs Tor standen am Ende exakt 3:3. Diese Parität passt zu einem Spiel, in dem Everton zwar mehr Sequenzen in Ballbesitz hatte, West Ham aber in den entscheidenden Momenten im letzten Drittel effizienter wirkte. Beide Mannschaften verlagerten den Schwerpunkt der Abschlüsse in den Strafraum, West Ham kam dort auf 9 Versuche, Everton auf 8, was die Nähe des Spiels trotz unterschiedlicher Ballbesitzverteilung unterstreicht.
Die Expected-Goals-Werte rahmten das Kräfteverhältnis ebenfalls als eng ein: 1.17 für West Ham und 1.35 für Everton. Dass West Ham trotz niedrigerem xG zwei Tore erzielte, während Everton mit einem leicht höheren xG bei einem Treffer blieb, war am Ende weniger eine Frage der Anzahl an Chancen als der Verwertung in den wenigen klaren Abschlussmomenten.
Schlüsselmomente und Effizienz
Die erste Halbzeit blieb ohne Tore und ohne statistischen Ausschlag auf eine Seite, was sich in der Gesamtverteilung von Abschlüssen und Schüssen aufs Tor widerspiegelt. Everton sammelte vor der Pause zudem bereits zwei Verwarnungen, als Jake O’Brien in der 38. Minute und später James Tarkowski kurz nach Wiederbeginn in der 47. Minute Gelb sahen. West Ham nutzte danach eine Phase, in der das Spiel mehr in Richtung beider Strafräume kippte.
In der 52. Minute fiel das 1:0 für West Ham: Tomáš Souček traf nach Vorarbeit von Jarrod Bowen. Für Bowen war es der erste von zwei Assists und damit der direkt messbare Einfluss auf den Spielausgang, der sich auch in seinem Rating von 8 einordnet. Souček prägte die Szene nicht nur mit dem Tor, sondern auch mit eigener Abschlussbeteiligung, denn er kam auf zwei Schüsse, davon einen aufs Tor, und erhielt mit 8.6 eines der auffälligsten Ratings im Spiel.
Everton reagierte auf den Rückstand unter anderem mit zwei Wechseln in der 65. Minute, als Timothy Iroegbunam und Tyrique George kamen. Der späte Ausgleich fiel dennoch erst in der 88. Minute, als Kiernan Dewsbury-Hall nach Assist von Tarkowski zum 1:1 traf. Tarkowski verband damit eine stabile Beteiligung am Ballbesitzspiel der Gäste, er spielte 61 Pässe bei hoher Genauigkeit und lieferte zwei Key Pässe, und seine direkte Vorlage wurde durch sein Rating von 8 zusätzlich als Ausreißer auf Everton-Seite gestützt.
West Ham konterte den Ausgleich nicht über längere Kontrolle, sondern über die letzte effiziente Aktion: In der 90. plus drei Minute erzielte Callum Wilson das 2:1 erneut nach Assist von Bowen. Wilsons Einsatzzeit war kurz, sein Beitrag aber maximal zielgerichtet, denn sein einziger Schuss ging aufs Tor und wurde zum Siegtreffer. Dass West Ham damit zwei Tore aus drei Schüssen aufs Tor machte, war der zentrale Effizienzhebel gegenüber Everton, das bei gleicher Anzahl an Schüssen aufs Tor nur einmal traf.
Zweikämpfe, Unterbrechungen und Spielrhythmus
Die Partie war von vielen kleineren Unterbrechungen geprägt, ohne dass sie in Platzverweisen mündete. Everton beging elf Fouls, West Ham neun, und die Kartenverteilung kippte leicht zu den Gästen mit vier Gelben gegenüber drei bei West Ham. Neben den frühen Verwarnungen auf Everton-Seite fiel auch die Phase nach dem späten 2:1 durch weitere Gelbe Karten auf, darunter Axel Disasi in der 90. plus vier Minute und Callum Wilson in der 90. plus sechs Minute, jeweils wegen Unsportlichkeit beziehungsweise Zeitspiel.
In den Standards blieb der Vorteil gering: Everton hatte vier Ecken, West Ham drei. Auch Abseitsstellungen und Torhüteraktionen deuten auf ein Spiel mit begrenzter Anzahl wirklich offener Szenen hin, denn es gab insgesamt nur drei Abseitsstellungen und auf beiden Seiten lediglich je eine Parade. Die enge Torhüterstatistik passt zu den 3:3 Schüssen aufs Tor und zeigt, dass viele Abschlüsse entweder geblockt wurden oder am Tor vorbeigingen, was sich zudem in den abgewehrten Schüssen ausdrückt, bei denen Everton mit fünf geblockten Versuchen etwas häufiger gestoppt wurde als West Ham mit drei.
Ein auffälliger West-Ham-Faktor lag im direkten Beitrag einzelner Spieler in den Duellen und im letzten Drittel. Crysencio Summerville zog viele Aktionen an sich, führte zwanzig Duelle und holte fünf Fouls heraus, was den Rhythmus mehrfach in Richtung ruhender Bälle und Neuaufbau verschob. El Hadji Malick Diouf brachte mit fünf Key Pässen eine hohe Anzahl an vorletzten und letzten Zuspielen in Abschlussnähe ein und erhielt mit 8 ebenfalls ein herausstechendes Rating. Diese Beiträge erklären, warum West Ham trotz geringerer Passmenge wiederholt zu Aktionen im Strafraum kam und seine neun Strafraumabschlüsse überhaupt erreichte.
Zusammenfassung
- West Ham United gewann am 34. Spieltag der Premier League 2025-2026 im London Stadium mit 2:1 gegen den Everton FC.
- Everton hatte mehr Ballbesitz und mehr Pässe, die Abschlusszahlen und Schüsse aufs Tor blieben jedoch ausgeglichen.
- Das 1:0 fiel in der 52. Minute durch Tomáš Souček nach Assist von Jarrod Bowen, der später auch das 2:1 vorbereitete.
- Everton glich spät durch Kiernan Dewsbury-Hall nach Vorlage von James Tarkowski aus, bevor Callum Wilson in der Nachspielzeit entschied.
- West Ham verwertete zwei von drei Schüssen aufs Tor und drehte damit ein Spiel mit ähnlicher Chancenverteilung zu seinen Gunsten.