Am 36. Spieltag der Championship 2025-2026 gewann der Millwall im MKM Stadium mit 3:1 bei dem Hull City. Nach dem frühen 0:1 durch Jake Cooper glich der Hull City durch Joseph Gelhardt zeitnah aus, zur Pause stand es 1:1. In der Schlussphase entschieden Treffer von Mihailo Ivanović und Joshua Coburn die Partie zugunsten des Millwall.
Ballbesitz und Druckphasen
Der Hull City trug über weite Strecken das Spiel, was sich in 55 Prozent Ballbesitz und einem klaren Plus bei Pässen und Passvolumen zeigte, und zwar 367:297 gespielte Pässe. Auch die Anzahl der Abschlüsse unterstreicht die Spielrichtung: 22:7 Schüsse zugunsten der Gastgeber. Der Millwall war dagegen deutlich selektiver, brachte aber einen größeren Anteil seiner Versuche aufs Tor, denn beim Schuss-auf-Tor-Verhältnis lag der Hull City nur knapp vorn mit 5:4.
Auffällig war dabei weniger die Frage, ob der Hull City in gefährliche Zonen kam, sondern wie konstant und wie frei er dort abschließen konnte. Zwanzig der zweiundzwanzig Hull-Schüsse entstanden innerhalb des Sechzehners, während der Millwall in diesem Bereich nur drei Abschlüsse hatte. Das deutet auf viele Hull-Aktionen im Strafraum hin, aber auch darauf, dass der Millwall in den entscheidenden Momenten in Abschlussbahnen kam: Der Hull City hatte zehn abgewehrte Schüsse, der Millwall nur einen. Die hohe Blockzahl passt dazu, dass der Millwall viele Hull-Abschlüsse zwar zuließ, diese aber häufig vor dem Torabschluss noch entschärfte.
Effizienz und die Verteilung der Tore
Die Tore fielen in einem Spielverlauf, der zunächst offen wirkte, später aber klar kippte. In der vierzehnten Minute brachte Jake Cooper den Millwall in Führung, vorbereitet von Tristan Crama. Nur vier Minuten später glich Joseph Gelhardt nach Vorlage von Kyle Joseph aus. Diese frühe Abfolge nahm dem Spiel nicht das Tempo, verschob aber die Ausgangslage hin zu längeren Hull-Phasen mit Ball, ohne dass daraus sofort eine zweite Führung entstand.
Im Verhältnis von Chancenqualität zu Ergebnis liegt der zentrale Bruch: Der Hull City kam auf 2.42 Expected Goals, der Millwall auf 1.27, trotzdem endete es 1:3. In der Praxis bedeutete das, dass der Millwall in seinen wenigen Offensivmomenten deutlich mehr Zählbares produzierte, während der Hull City aus vielen Aktionen im Strafraum nur ein Tor machte. Dazu passte auch die Torhüter-Statistik: Anthony Patterson musste viermal parieren, der Hull-Keeper Ivor Pandur kam nur auf eine Parade, kassierte aber drei Gegentreffer. Der Millwall verteidigte also nicht nur in der Fläche, sondern überstand auch die Phasen, in denen Abschlüsse tatsächlich aufs Tor kamen.
Individuell spiegeln sich diese Unterschiede in wenigen, aber klaren Ausreißern: Cooper erzielte nicht nur das 0:1, sondern hatte mit 7.9 auch das höchste Rating im Millwall-Team. Auf Hull-Seite war Gelhardt mit seinem Treffer und zwei Schüssen aufs Tor der sichtbarste Endpunkt der Angriffe und kam auf 7.7. Das erklärt nicht das Ergebnis allein, aber es zeigt, dass der Millwall seine entscheidenden Szenen von Spielern getragen bekam, die auch in den Daten überdurchschnittlich präsent waren.
Schlussphase, Wechsel und Spielkontrolle
Nach der Pause blieb das Spiel bis in die letzte halbe Stunde hinein ergebnistechnisch offen, obwohl der Hull City weiter häufiger in Abschlusspositionen kam. Der Millwall reagierte früh mit zwei Wechseln zur Halbzeit, als Alfie Doughty und Luke Cundle kamen und Zak Sturge sowie Thomas Watson gingen. Die Partie wurde im zweiten Durchgang zudem intensiver in den Zweikämpfen geführt, was sich in insgesamt vier Millwall-Gelben Karten und fünfzehn Fouls gegenüber acht Hull-Fouls ausdrückte. Diese Häufung passte zu einer Spielweise, die viele Angriffe des Hull City in Unterbrechungen und direkte Duelle lenkte.
Den entscheidenden Impuls setzte der Millwall über einen weiteren Wechsel: Mihailo Ivanović kam in der 62. Minute und traf in der 70. Minute nach Assist von Oluwafemi Azeez zum 1:2. Azeez lieferte in Summe vier Key-Pässe und damit die auffälligste Vorlagenqualität im Millwall-Spiel, ohne dass der Ballbesitzanteil stieg. Der Hull City reagierte kurz darauf mit zwei eigenen Wechseln, als Lewis Koumas und Amir Hadžiahmetović in der 71. Minute kamen, doch die Partie blieb in der Entscheidungszone auf Millwall-Seite.
Nur acht Minuten nach dem 1:2 legte Joshua Coburn das 1:3 nach. Damit wurden die ohnehin wenigen Millwall-Abschlüsse maximal ertragreich, während der Hull City trotz anhaltender Aktivität nicht mehr durchkam. Dass der Hull City bei Ecken sogar vorn lag mit 4:2, unterstreicht nochmals die längeren Druckphasen, aber ohne den zweiten Treffer blieb der Aufwand statistisch hoch und ergebnistechnisch wirkungslos. Auch im Personalbild des Hull City sind eher punktuelle Offensivbeiträge zu sehen: Liam Millar brachte bis zu seiner Auswechslung in der 81. Minute drei Key-Pässe und ein Rating von 7.5 ein, dennoch blieb es bei einem Tor, weil die Vielzahl an Strafraumabschlüssen nicht in einen zweiten Treffer umschlug.
Zusammenfassung
- Der Millwall gewann in der Championship 2025-2026 beim Hull City mit 3:1 nach 1:1 zur Pause.
- Der Hull City hatte mehr Ballbesitz und ein deutliches Schussplus von 22:7, kam dabei überwiegend im Strafraum zum Abschluss.
- Der Millwall verteidigte viele Hull-Abschlüsse über Blocks und überstand vier Paraden von Anthony Patterson, während der Hull City trotz 2.42 Expected Goals nur einmal traf.
- Die Entscheidung fiel zwischen der 70. und 78. Minute durch Treffer von Einwechselspieler Mihailo Ivanović und Joshua Coburn bei insgesamt wenigen Millwall-Offensivaktionen.
- Jake Cooper war mit Tor und dem höchsten Millwall-Rating von 7.9 prägend, auf Hull-Seite stach Joseph Gelhardt mit dem Ausgleich und 7.7 heraus.