Der SC Freiburg gewann am dritten Spieltag der Bundesliga 2025-2026 im Europa-Park Stadion mit 3:1 gegen den VfB Stuttgart. Zur Pause führte der VfB nach einem Treffer von Ermedin Demirović in der zwanzigsten Minute mit 1:0. Freiburg drehte die Partie in der Schlussphase durch zwei Treffer von Igor Matanović und ein weiteres Tor von Derry Lionel Scherhant, wobei das 3:1 per Elfmeter fiel.
Ballbesitz gegen Durchschlagskraft
Der VfB Stuttgart hatte über weite Strecken mehr Ballkontrolle, was sich in 54 Prozent Ballbesitz und 455 gespielten Pässen niederschlug. Freiburg lag mit 46 Prozent Ballbesitz und 362 Pässen darunter, erzeugte aus dem eigenen Spiel jedoch deutlich mehr unmittelbare Torgefahr. Das Schussverhältnis von 14:7 und die Schüsse aufs Tor von 6:2 spiegeln, dass Freiburg häufiger in Abschlusspositionen kam und den gegnerischen Torhüter stärker beschäftigte.
Auffällig ist die Verteilung der Abschlüsse: Freiburg brachte zehn seiner vierzehn Schüsse aus dem Strafraum an, Stuttgart nur vier von sieben. Damit lag der Schwerpunkt der Freiburger Angriffe klar näher am Tor, während der VfB häufiger auf Situationen angewiesen war, die weniger direkt im Zentrum des Strafraums endeten. Passend dazu steht ein Expected-Goals-Verhältnis von 1,55 zu 0,53, das die Chancenqualität insgesamt zugunsten der Gastgeber abbildet und den Spielstand trotz des späten Umschwungs im Ergebnisrahmen plausibel macht.
Auch in der defensiven Ausführung lassen sich Unterschiede ablesen: Freiburg blockte fünf Stuttgarter Schüsse, der VfB nur einen Freiburger Abschluss. In Kombination mit den drei Paraden von Alexander Nübel gegenüber nur einer Parade von Noah Atubolu wird deutlich, dass Stuttgart in der zweiten Halbzeit länger verteidigen musste, ohne die Freiburger Abschlussserien konsequent vom Tor fernzuhalten.
Der Spielverlauf bis zur Schlussphase
Der VfB ging in der zwanzigsten Minute in Führung, als Demirović nach Vorarbeit von Jamie Leweling traf. Diese Szene blieb im Datenbild der ersten Halbzeit als entscheidender Ertrag Stuttgarter Offensivaktionen stehen, denn bis zur Pause änderte sich am Spielstand nichts. Freiburg benötigte trotz eigener Aktivität im Spielverlauf den letzten Durchbruch zunächst nicht, blieb aber über die gesamte Partie das Team mit dem höheren Abschlussvolumen.
Nach dem Seitenwechsel verschob sich die Dynamik nicht in Richtung Stuttgarter Kontrolle über das Ergebnis, sondern hin zu wachsenden Freiburger Angriffswellen. Die sieben Freiburger Eckbälle gegenüber nur einem Stuttgarter Eckball sind ein Hinweis darauf, dass Freiburg wiederholt im letzten Drittel festsetzen konnte und Ballgewinne oder zweite Bälle häufiger in neue Angriffe überführte. Gleichzeitig blieb Stuttgart bei dreizehn Fouls deutlich häufiger in Zweikämpfe gezwungen als Freiburg mit acht, was zur Spielanlage passt, in der der VfB zwar mehr Ballbesitz hatte, aber defensiv viele Situationen unterbrechen musste.
Die Wechsel ab Minute 63 markierten den Übergang in die entscheidende Phase. Freiburg brachte Derry Lionel Scherhant für Vincenzo Grifo, Stuttgart reagierte mit Tiago Tomás für Badredine Bouanani und später mit weiteren Wechseln auf den Außenbahnen und im Offensivzentrum. Entscheidend war, dass Freiburg nach diesen Umstellungen seine Präsenz in Abschlussräumen nicht verlor, sondern in den letzten zehn Minuten sogar die klaren Ereignisse setzte.
Effizienz der Einwechselspieler und die Entscheidung
Die Partie kippte zwischen der 81. und der 90. Minute in kurzer Folge. Igor Matanović glich in der 81. Minute aus, vorbereitet von Lukas Kübler, und brachte Freiburg damit zurück in ein Spiel, das bis dahin vor allem am Ergebnis gemessen gegen die Datenlage lief. Nur fünf Minuten später erzielte Scherhant das 2:1 und drehte die Begegnung endgültig zugunsten der Gastgeber, ehe Matanović in der 90. Minute per Elfmeter auf 3:1 stellte.
Gerade die Einwechselspieler prägten damit die Entscheidung. Matanović kam erst in der 78. Minute und lieferte in kurzer Einsatzzeit zwei Tore, darunter ein Strafstoß, bei gleichzeitig zwei Schüssen aufs Tor aus zwei Versuchen. Sein Spielerrating von 8,3 sticht als klarer Ausreißer nach oben heraus und passt zur unmittelbaren Wirkung seiner wenigen Aktionen. Scherhant, seit der 63. Minute auf dem Platz, brachte ebenfalls zwei Schüsse aufs Tor aus zwei Abschlüssen unter und wurde für sein Tor mit einem Rating von 7,3 eingeordnet, was seine Rolle als entscheidender Faktor in der Schlussphase unterstreicht.
Auf Stuttgarter Seite war Demirović mit seinem Treffer der zentrale Ertrag im Offensivspiel, ebenfalls mit einem Rating von 7,3. Danach kam vom VfB trotz des höheren Ballbesitzes zu wenig nach, was sich an nur zwei Schüssen aufs Tor über die gesamte Spielzeit ablesen lässt. Die späte Rote Karte gegen Johan Manzambi in der Nachspielzeit änderte am Ergebnis nichts mehr, bleibt aber als zusätzlicher Einschnitt in einem Spiel stehen, das Freiburg zu diesem Zeitpunkt bereits über die Tore in der Schlussphase entschieden hatte.
Zusammenfassung
- Der SC Freiburg drehte das Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart nach 0:1-Pausenrückstand zu einem 3:1, das durch einen späten Elfmeter abgesichert wurde.
- Stuttgart hatte mehr Ballbesitz und mehr Pässe, Freiburg erzeugte jedoch deutlich mehr Abschlüsse und mehr Schüsse aufs Tor.
- Die Chancenqualität lag mit 1,55 zu 0,53 Expected Goals klar bei Freiburg, passend zu zehn Strafraumabschlüssen gegenüber vier des VfB.
- Die Entscheidung fiel in der Schlussphase durch die Einwechselspieler, vor allem durch Igor Matanović mit zwei Toren und einem Rating von 8,3 sowie Derry Lionel Scherhant mit dem 2:1.
- Stuttgarts Offensivertrag blieb nach dem frühen Treffer von Ermedin Demirović begrenzt, was sich in nur zwei Schüssen aufs Tor widerspiegelte.