Der TSV Hartberg und der SCR Altach trennten sich am neunzehnten Spieltag der Österreich Bundesliga 2025-2026 in der PROfertil ARENA mit 0:0. Über weite Strecken blieb das Spiel im Ergebnis ausgeglichen, obwohl beide Teams jeweils neun Abschlüsse verzeichneten. Hartberg brachte dabei deutlich mehr Versuche auf das Tor, während Altach lange ohne zwingende Präzision im Abschluss blieb.
Ballbesitz und Passspiel im Gleichgewicht
Der Spielverlauf wurde über längere Phasen von ausgeglichenen Spielanteilen getragen. Hartberg kam auf 51 Prozent Ballbesitz, Altach auf 49 Prozent, was sich auch in der Anzahl der Pässe widerspiegelte. Hartberg spielte 394 Pässe und brachte 312 davon an, Altach 374 mit 288 erfolgreichen Zuspielen. Damit hatte Hartberg insgesamt etwas mehr Ballzirkulation und eine leicht höhere Genauigkeit, ohne dass daraus automatisch eine klare Dominanz im letzten Drittel entstand.
In der Art, wie beide Teams in Ballbesitz blieben, zeigte sich eher ein Spiel mit vielen Sequenzen im Mittelfeld als ein dauerhafter Belagerungszustand vor einem Strafraum. Die Eckbälle lagen mit 4:5 knapp bei Altach, was darauf hindeutet, dass auch die Gäste wiederholt in Zonen kamen, aus denen zumindest Standardsituationen entstanden. Gleichzeitig blieb die Offensivproduktion beider Seiten in der Summe kontrolliert, was zu den niedrigen Expected Goals passt. Hartberg lag bei 0.46, Altach bei 0.52, also auf einem Niveau, das eher auf viele Abschlüsse mit geringer Abschlussqualität als auf wenige hochkarätige Chancen verweist.
Chancenprofil: gleiche Schusszahl, unterschiedliche Zielgenauigkeit
Obwohl das Schussverhältnis mit 9:9 exakt ausgeglichen war, kippte das Bild bei den Schüssen aufs Tor deutlich. Hartberg brachte fünf Abschlüsse auf das Tor, Altach nur einen. Dieser Unterschied prägte die zweite Ebene der Partie: Hartberg kam häufiger zu Situationen, in denen der Torhüter gefordert war, während Altach seine Abschlüsse seltener so platzierte, dass sie als echte Prüfungen gewertet wurden.
Das spiegelt sich direkt in den Paraden wider. Altachs Torhüter Dejan Stojanovic musste fünfmal eingreifen und kam dabei auf ein Spielerrating von 7.3, das im Kontext des torlosen Unentschiedens als stabilisierender Faktor zu lesen ist. Auf der anderen Seite verzeichnete Hartbergs Torhüter Tom Ritzy Hülsmann nur eine Parade, was weniger auf eine einseitige Spielkontrolle als auf Altachs fehlende Präzision im Abschluss hindeutet.
Interessant ist, dass beide Teams ähnlich häufig in den Strafraumabschluss kamen. Hartberg hatte sieben Schüsse innerhalb des Sechzehners, Altach sechs. Das deutet auf vergleichbare Wege in Abschlussräume hin, allerdings endeten Hartbergs Aktionen häufiger in zielgenauen Abschlüssen. Auch die Verteilung der Distanzschüsse blieb moderat. Hartberg kam nur auf zwei Abschlüsse von außerhalb, Altach auf drei, was insgesamt zu einem Spiel passt, in dem viele Angriffe zwar in Abschlüsse mündeten, diese aber selten als klarer Durchbruch aus hoher Nähe oder nach perfekter Vorarbeit erschienen.
Zweikämpfe, Fouls und Wechsel als Taktgeber der zweiten Halbzeit
Die zweite Halbzeit brachte die auffälligsten Einschnitte über Karten und Wechsel. Altach sammelte drei Gelbe Karten, Hartberg eine. Den Auftakt machte Ousmane Diawara mit Gelb in der 52. Minute, verbunden mit der Sperre für das nächste Spiel, und wurde fünf Minuten später durch Srđan Hrstić ersetzt. Diese Sequenz deutete auf eine Phase hin, in der Altach stärker über direkte Duelle und Unterbrechungen agierte, was auch zur höheren Foulzahl passt. Altach kam auf sieben Fouls, Hartberg auf drei, also mehr als doppelt so viele.
Hartbergs Wechsel zwischen der 66. und 74. Minute zielten erkennbar auf frische Aktionen in unterschiedlichen Zonen. Damjan Kovacevic ersetzte Maximilian Sebastian Marc Hennig, Lukas Fridrikas kam für Elias Havel, später folgte Jed Drew für den in der 65. Minute verwarnten Spieler mit der ID 5995763. Dass Hartberg dabei trotz der Wechsel seine Abschlussqualität im Verhältnis stabil hielt, lässt sich über die weiterhin klar bessere Zielgenauigkeit im Teamvergleich einordnen.
Individuell stach bei Hartberg vor allem Dominic Vincze heraus. Mit einem Rating von 7.7 war er der auffälligste Spieler in den vorliegenden Daten und verband das mit hoher Aktivität in Duellen, mehreren erfolgreichen Dribblings und einem Schlüsselpass. Auch Tobias Kainz und Fabian Wilfinger lagen jeweils bei 7.2 und damit in einem Bereich, der zu Hartbergs leicht besserer Kontrolle in Ballbesitz und zu häufigeren Aktionen mit Torabschluss passt. Auf Altacher Seite fiel neben Stojanovic besonders Filip Milojević mit 7.5 auf, gestützt durch viele defensive Beiträge wie Tacklings und Interceptions, was zur Gesamtstatistik passt, in der Altach zwar gleich viele Schüsse zuließ, aber deutlich mehr Schüsse aufs Tor verteidigen musste.
Zusammenfassung
- 0:0 zwischen dem TSV Hartberg und dem SCR Altach am neunzehnten Spieltag der Österreich Bundesliga 2025-2026
- Ballbesitz und Passzahlen nahezu ausgeglichen, mit leichtem Plus für Hartberg bei Umfang und Genauigkeit
- Gleiches Schussverhältnis 9:9, aber klare Differenz bei Schüssen aufs Tor 5:1 zugunsten von Hartberg
- Expected Goals auf niedrigem Niveau und eng beieinander, 0.46 zu 0.52, passend zu vielen Abschlüssen ohne hohe Abschlussqualität
- Altachs Torhüter Stojanovic mit fünf Paraden und Rating 7.3 als Schlüsselfaktor für das torlose Ergebnis