Der Deportivo Alavés hat am 32. Spieltag der La Liga 2025-2026 im Estadio de Mendizorroza Real Mallorca mit 2:1 geschlagen. Mallorca ging in der ersten Halbzeit durch ein Tor von Jan Virgili in Führung, zur Pause stand es 0:1. In der zweiten Halbzeit drehte Alavés die Partie mit zwei Treffern von Antonio Martínez.
Spielverlauf und Momentum
Die Partie kippte klar zwischen den Halbzeiten. Mallorca nutzte in Minute 18 eine seiner wenigen Offensivaktionen zur Führung, als Jan Virgili nach Vorarbeit von Samuel Costa traf. In der Folge blieb die Führung bis zur Pause bestehen, obwohl die Gesamtdaten bereits auf eine wachsende Spielkontrolle von Alavés hindeuteten, die sich später auch im Chancenbild niederschlug.
Nach dem Seitenwechsel übersetzte Alavés diese Aktivität in direkte Durchbrüche im Strafraum. Der Ausgleich fiel in Minute 56, erneut mit einem klaren Bezug zur Flügel- beziehungsweise Vorlagenarbeit: Abderrahmane Rebbach bereitete vor, Antonio Martínez verwertete. Spätestens mit dem zweiten Treffer in Minute 69, vorbereitet von Ángel Pérez, war der Spielverlauf endgültig gedreht, weil Mallorca im weiteren Verlauf nicht mehr in eine Abschlussfrequenz kam, die den Rückstand statistisch hätte unterfüttern können.
Auffällig für den Verlauf war auch, dass Alavés sehr früh wechseln musste: Bereits in Minute 5 kam Ibrahim Diabaté für Lucas Boyé. Am Muster der zweiten Halbzeit änderte das nichts, eher im Gegenteil: Mit zunehmender Spielzeit wuchs der Anteil an Szenen im letzten Drittel, die Alavés in Abschlüsse ummünzte, während Mallorca nach dem 1:0 keine zweite Druckphase etablieren konnte.
Chancenbild und Effizienz im Abschluss
Das Chancenverhältnis war deutlich zugunsten von Alavés: 14:4 Schüsse und 4:2 Schüsse aufs Tor sprechen für eine klare Verlagerung des Spiels in Richtung Mallorca-Tor. Noch klarer wurde es über die Abschlusszonen: Alavés kam auf 8:2 Schüsse innerhalb des Sechzehners und erarbeitete sich damit die höherwertigen Situationen. Diese räumliche Verteilung passt zum Spielstand nach der Pause, weil die beiden Alavés-Tore aus einer Phase stammen, in der Mallorca den Zugriff im Strafraumbereich nicht stabil halten konnte.
Die Expected Goals unterstreichen diese Asymmetrie: 1.02 zu 0.28 zugunsten von Alavés. Dass Mallorca trotz des frühen Tores insgesamt bei niedriger Chancenqualität blieb, zeigt, wie selten die Gäste nach dem 0:1 noch zu Aktionen kamen, die zu Abschlüssen aus guten Positionen führten. Alavés wiederum gewann das Spiel nicht über eine außergewöhnliche Chancenflut, sondern über einen konstanten Vorteil an Strafraumaktionen, der schließlich in zwei präzise verwertete Situationen mündete.
Auch Standards und zweite Bälle spielten in das Gesamtbild hinein. Alavés holte 9:4 Ecken heraus, was die längeren Phasen in Tornähe spiegelt. Mallorca musste zudem mehr Abschlüsse blocken lassen, als es selbst blockte, weil Alavés insgesamt sieben abgewehrte Schüsse verzeichnete. In Summe entstand so ein Spiel, in dem Mallorca zwar zuerst traf, danach aber über die Gesamtdaten immer stärker in die Rolle des Verteidigers gedrückt wurde.
Ballbesitz, Passspiel und prägende Einzelbeiträge
Im Ballbesitz war das Spiel nahezu ausgeglichen, 51 zu 49 Prozent, und auch die Passzahlen lagen dicht beieinander: 398 zu 401 Pässe. Der Unterschied lag weniger im Volumen als in der Wirkung in Tornähe. Alavés verband den leicht höheren Ballbesitz mit deutlich mehr Abschlüssen und mehr Aktionen im Strafraum, während Mallorca mit ähnlicher Passanzahl wesentlich seltener in Abschlussräume kam.
Bei Alavés war Antonio Martínez der entscheidende Faktor, weil er die wenigen klaren Gelegenheiten der zweiten Halbzeit konsequent nutzte. Seine zwei Tore bei zwei Schüssen aufs Tor und sein Spielerrating von 9.2 als klarer Ausreißer erklären den Unterschied zwischen optischer Feldkontrolle und tatsächlichem Ergebnis. Rebbach und Ángel Pérez prägten die entscheidenden Sequenzen über ihre Vorlagen, beide endeten mit einem Rating von 7.0, und lieferten damit den direkten Ertrag aus den verbesserten Strafraumaktionen nach der Pause.
Auf der Gegenseite war Jan Virgili trotz des insgesamt passiven Offensivprofils Mallorcas der auffälligste Abschlussakteur, weil sein einziger Schuss aufs Tor direkt zum 0:1 führte. Sein Rating von 7.3 passt dazu, weil er im Spielverlauf als Torschütze den größten direkten Einfluss hatte. Dass Mallorca den Vorsprung dennoch nicht verteidigte, hing auch damit zusammen, dass Alavés nach dem Ausgleich weiter Abschlüsse produzierte, während Mallorca im Bereich der Torabschlüsse insgesamt bei vier Versuchen stehen blieb.
Zusammenfassung
- Alavés gewann gegen Real Mallorca in der La Liga 2025-2026 mit 2:1 nach 0:1 zur Pause
- Mallorca ging in Minute 18 durch Jan Virgili in Führung, Alavés drehte das Spiel nach der Pause durch zwei Tore von Antonio Martínez in Minute 56 und 69
- Das Chancenbild war deutlich: 14:4 Schüsse, 8:2 Abschlüsse im Strafraum und 1.02 zu 0.28 Expected Goals zugunsten von Alavés
- Der Ballbesitz war mit 51 zu 49 Prozent ausgeglichen, Alavés übersetzte die Spielanteile jedoch deutlich häufiger in Abschlüsse und Ecken 9:4
- Antonio Martínez war mit zwei Treffern und dem Rating 9.2 der prägende Spieler, die Vorlagen kamen von Rebbach und Ángel Pérez