Im Hinspiel der UEFA Europa League 2025-2026 Finalspiele gewann Celtic beim VfB Stuttgart mit 1:0 durch ein Tor in der ersten Minute. Danach bestimmte Stuttgart über weite Strecken Ballbesitz und Spielanteile, kam aber trotz vieler Abschlüsse nicht zum Ausgleich. Ein Stuttgarter Treffer wurde in der Schlussphase nach VAR-Prüfung wegen Abseits aberkannt.
Früher Rückstand und veränderte Spielstatik
Der Spielverlauf wurde durch das 0:1 in der ersten Minute früh in eine Richtung gedrückt: Celtic ging durch Luke McCowan in Führung, vorbereitet von Junior Adamu. Mit diesem Vorsprung konnte sich der Gast über lange Phasen auf das Verteidigen des eigenen Strafraums konzentrieren, während Stuttgart die Partie über Ballbesitz und Passvolumen in die gegnerische Hälfte schob.
Die Zahlen zeigen diese Statik deutlich. Stuttgart kam auf 66 Prozent Ballbesitz und spielte 582 Pässe, Celtic dagegen auf 34 Prozent und 300 Pässe. Aus dieser Verteilung ergab sich ein dauerhafter Stuttgarter Druck in Richtung Strafraum, während Celtic im Spiel nach vorn sehr selten in Abschlusspositionen kam. Das Schussverhältnis von 22:3 zugunsten des VfB und die Expected Goals von 1,86 zu 0,30 spiegeln, wie stark das Spiel nach dem frühen Treffer kippt: Stuttgart investierte dauerhaft in Angriffe, Celtic verwaltete die Führung vor allem über das Verhindern von klaren Abschlüssen.
Trotz der dominanten Feldwerte blieb Stuttgart im Ergebnis hinter der eigenen Aktivität zurück. Celtic musste nur zwei Schüsse aufs Tor zulassen, die Relation der Schüsse aufs Tor lag bei 8:2 für den VfB, ohne dass daraus ein Treffer entstand. Auf der anderen Seite reichte Celtic ein effizienter Startmoment, um den Rest des Spiels aus einer vorteilhaften Ergebnisposition zu gestalten.
Chancenbild, Strafraumnähe und Abschlussqualität
Stuttgarts Überlegenheit zeigte sich nicht nur in der Gesamtzahl der Abschlüsse, sondern auch in der Nähe zum Tor. Dreizehn der 22 Schüsse kamen aus dem Sechzehner, nur neun von außerhalb. Das deutet auf wiederholte Strafraumaktionen hin, die jedoch entweder im letzten Moment geblockt, gehalten oder nicht in ein Tor umgemünzt wurden. Auffällig ist dabei die Zahl abgewehrter Stuttgarter Schüsse: neun Abschlüsse wurden geblockt, ein Wert, der gut zur Defensivrolle von Celtic passt und erklärt, warum aus hohem Ballbesitz nicht automatisch ein offener Schlagabtausch wurde.
Die Torhüterstatistik unterstreicht ebenfalls das Chancenbild. Celtics Torhüter Viljami Sinisalo kam auf sechs Paraden, Alexander Nübel auf nur eine. Stuttgart brachte also regelmäßig Bälle aufs Tor, Celtic hingegen nur selten. Gleichzeitig zeigt die geringe Anzahl an Celtic-Abschlüssen, dass die Gäste nach der Führung kaum in längeren Ballbesitzphasen nachrückten, sondern ihre Offensivaktionen eher punktuell blieben.
Im individuellen Beitrag war bei Stuttgart Chris Führich nach seiner Einwechslung zur Pause besonders präsent: vier Key Pässe in 45 Minuten und ein Rating von 7,5 deuten darauf hin, dass er in der zweiten Halbzeit mehr direkte Zuspiele in gefährliche Zonen lieferte. Deniz Undav brachte zwei Schüsse aufs Tor und legte drei Key Pässe nach, sein Rating von 7,3 passt zu einer Rolle als zentraler Zielspieler im letzten Drittel. Dennoch blieb der entscheidende Abschluss aus, was sich im Gesamtergebnis trotz 1,86 Expected Goals niederschlug.
Auf Celtic-Seite ragte die Defensivarbeit einzelner Spieler klar heraus. Dane Murray erzielte mit 8,3 das höchste Rating seines Teams, Marcelo Saracchi lag mit 8,2 knapp dahinter. In Kombination mit den vielen geblockten Stuttgarter Schüssen ergibt sich ein Bild, in dem Celtic den Strafraum über längere Strecken verdichtete und Abschlüsse häufig vor dem Torabschluss entschärfte. Dass Stuttgart zudem zwölf Ecken erarbeitete und Celtic nur sieben, passt zur dauerhaften Präsenz des VfB im letzten Drittel, ohne dass daraus ein Tor folgte.
Schlussphase, Wechsel und der aberkannte Ausgleich
Die Wechsel spiegelten den Spielstand und die Rollenverteilung. Stuttgart reagierte zur Halbzeit mit Führich für Jamie Leweling und brachte später mit Ermedin Demirović und Angelo Stiller zwei weitere Spieler, um die Offensivpräsenz und die Passsicherheit in der zweiten Linie zu erhöhen. Stiller kam nach seiner Einwechslung auf 33 Pässe bei 31 angekommenen Zuspielen und gewann vier von sechs Duellen, was den Eindruck bestätigt, dass Stuttgart den Ballbesitz in der Schlussphase weiter stabil hielt und erneut in die Abschlusszonen kam.
Celtic wechselte dagegen mehrfach positions- und lastorientiert. Nach dem Assist wurde Adamu nach 55 Minuten durch Tomáš Čvančara ersetzt, zudem kam Anthony Ralston für den bereits verwarnten C. Donovan, der in der 45. Minute wegen Haltens Gelb gesehen hatte. Diese Anpassungen korrespondieren mit Celtics höherer Foulzahl von zwölf gegenüber fünf beim VfB, was auf viele Unterbrechungen und Zweikämpfe in Phasen hindeutet, in denen Stuttgart Druck aufbaute.
Der zentrale Moment der Schlussphase war die VAR-Entscheidung in der 76. Minute: Ein Treffer von Undav wurde wegen Abseits aberkannt. In einem Spiel, das Stuttgart über 90 Minuten mit 22 Abschlüssen, 8:2 Schüssen aufs Tor und deutlicher Strafraumnähe prägte, blieb damit der eine Abschluss aus, der die Dominanz in ein Tor übersetzt hätte. Für Celtic war dieses Ereignis im Kontext der wenigen eigenen Offensivaktionen der entscheidende Bestandsschutz der Führung, zumal danach kein weiterer im Spielbericht erfasster Ausgleichsmoment mehr folgte.
Zusammenfassung
- Celtic gewann beim VfB Stuttgart in der UEFA Europa League 2025-2026 Finalspiele mit 1:0 durch das Tor in der ersten Minute.
- Stuttgart kontrollierte Ballbesitz und Passvolumen deutlich, blieb aber trotz 22:3 Schüssen und 1,86 zu 0,30 Expected Goals ohne Treffer.
- Das Chancenbild wurde durch Strafraumszenen und viele geblockte Stuttgarter Abschlüsse geprägt, Sinisalo musste sechs Paraden zeigen.
- Die Wechsel verstärkten Stuttgarts Druck in der zweiten Halbzeit, während Celtic mit foulorientiertem Verteidigen und Anpassungen nach Gelb stabil blieb.
- Der VAR aberkannte in der 76. Minute ein Undav-Tor wegen Abseits und hielt damit das 0:1 bis zum Ende fest.