Zum Auftakt der Weltmeisterschaft 2026 in der Gruppenphase gewann Südkorea im Estadio AKRON mit 2:1 gegen Tschechien. Nach einer torlosen ersten Halbzeit brachte Ladislav Krejčí Tschechien in Führung, ehe Südkorea das Spiel im zweiten Durchgang mit zwei Treffern drehte. Die Entscheidung fiel durch Tore in der Phase zwischen der 67. und 80. Minute.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Südkorea prägte die Partie über weite Strecken über den Ball, was sich klar in den Teamwerten abbildete: 62 Prozent Ballbesitz, 542 Pässe und 469 erfolgreiche Zuspiele standen Tschechiens 38 Prozent Ballbesitz, 323 Pässen und 228 angekommenen Pässen gegenüber. Damit war das Spiel in vielen Phasen in Richtung des tschechischen Drittels verlagert, ohne dass die torlose erste Hälfte sofort zwingend wirken musste. Das Schussverhältnis von 15:8 und die klar höhere Expected-Goals-Zahl von 2.00 zu 0.84 zeigen dennoch, dass Südkorea über die Gesamtdistanz die häufigeren und hochwertigeren Abschlusssituationen produzierte.
Bemerkenswert ist dabei die Passsicherheit einzelner südkoreanischer Akteure, die den Ballbesitz in konkrete Angriffe überführten. Kang-In Lee brachte alle seine 37 Pässe an und lieferte dazu drei Key Pässe sowie fünf erfolgreiche Dribblings bei sechs Versuchen. Diese Mischung aus sicherer Ballzirkulation und direkten Aktionen half Südkorea, über längere Sequenzen im letzten Drittel zu bleiben, während Tschechien im eigenen Ballbesitz deutlich weniger Stabilität entwickelte und oft mit geringeren Passzahlen in den Angriffsaktionen blieb.
Chancenprofil und Effizienz im Strafraum
Der Unterschied zwischen optischer Spielkontrolle und echter Torgefahr lässt sich über die Verteilung der Abschlüsse genauer fassen. Südkorea kam auf zehn Schüsse innerhalb des Sechzehners und fünf von außerhalb, Tschechien auf fünf im Strafraum und drei Distanzversuche. Das zeigt, dass Südkorea nicht nur häufiger abschloss, sondern auch regelmäßiger in Zonen kam, aus denen Tore typischerweise wahrscheinlicher sind. Ergänzt wird das durch 6:4 Schüsse aufs Tor zugunsten Südkoreas, was eine etwas höhere Präzision im Abschluss unterstreicht.
In dieser Struktur lag ein Schlüssel, warum das 0:0 zur Pause nicht den Spieltrend negierte, sondern eher ein Zwischenstand blieb. Tschechiens Torhüter Matěj Kovář musste vier Paraden liefern und war damit stärker beschäftigt als sein Gegenüber Seung-Gyu Kim mit drei Paraden. Gleichzeitig spricht die Differenz bei abgewehrten Schüssen für das Verteidigungsverhalten in der Box: Südkorea bekam vier Abschlüsse geblockt, Tschechien nur einen. Das deutet darauf hin, dass Tschechien häufiger in Situationen kam, in denen ein Block im letzten Moment nötig war, während Südkorea seinerseits weniger Schüsse im Ansatz stoppen konnte, weil Tschechien insgesamt seltener in Abschlusspositionen kam.
In der individuellen Zuspitzung stach In-Beom Hwang heraus, der in achtundachtzig Minuten nicht nur den Ausgleich erzielte und den Siegtreffer vorbereitete, sondern auch mit 81 Pässen und 73 angekommenen Zuspielen die Angriffsentwicklung immer wieder ankurbelte. Sein Spielerrating von 8.9 unterstreicht diese zentrale Rolle. Auf der anderen Seite war Ladislav Krejčí als Torschütze Tschechiens auffälligster Faktor im letzten Drittel, sein Beitrag blieb in der Summe jedoch stärker an einzelne Momente gebunden als an ein dauerhaftes Chancenplus.
Schlüsselphase nach der Führung und Wirkung der Wechsel
Der Spielverlauf kippte in einer klar umrissenen Phase der zweiten Halbzeit. In der 59. Minute ging Tschechien durch Ladislav Krejčí in Führung, vorbereitet von Vladimír Coufal. Diese Szene war insofern ein Bruch, als sie nicht aus einer längeren tschechischen Druckphase heraus im Datenbild vorbereitet wirkt, sondern eher als effiziente Nutzung einer Gelegenheit in einem Spiel, das bis dahin stärker von Südkoreas Ballbesitz geprägt war.
Die Reaktion Südkoreas folgte unmittelbar über Aktionen, die in den Ereignissen und den Spielerbeiträgen greifbar sind. Nach dem Wechsel, der Hee-Chan Hwang in der 62. Minute für Jae-Sung Lee brachte, erhöhte Südkorea die Präsenz in den entscheidenden Minuten. In der 67. Minute fiel der Ausgleich durch In-Beom Hwang nach Vorlage von Kang-In Lee. Das Tor passte zum Muster, dass Südkorea über Ballbesitz und wiederholte Angriffe zu klareren Abschlüssen kam, statt sich auf Distanzschüsse zu beschränken.
Entscheidend war dann die Umstellung im Angriffszentrum: In der 69. Minute wurde Heung-Min Son ausgewechselt und Hyeon-Gyu Oh gebracht, der in der 80. Minute den 2:1-Siegtreffer erzielte, vorbereitet durch In-Beom Hwang. Dass Oh in nur einundzwanzig Minuten mit seinem einzigen Abschluss ein Tor machte und dazu ein Spielerrating von 7.3 erreichte, zeigt, wie wirkungsvoll diese Einwechslung im Rahmen des Spielverlaufs war. Auf tschechischer Seite erfolgte in der 64. Minute ein Dreifachwechsel mit Adam Hložek, Tomáš Chorý und Michal Sadílek, dennoch blieb die tschechische Offensivproduktion insgesamt begrenzt. Hložek kam zwar auf drei Abschlüsse und einen Schuss aufs Tor, aber im Gesamtbild änderte sich das Chancenverhältnis nicht grundlegend, zumal Südkorea weiter deutlich mehr Abschlüsse und die höhere Expected-Goals-Zahl verzeichnete.
Auch die Zweikampf- und Foulwerte geben der Schlussphase Kontur: Tschechien beging sechzehn Fouls gegenüber neun von Südkorea. Das passt zu einer Partie, in der Tschechien häufiger hinterherlaufen musste und im Zugriff auf die Ballzirkulation Südkoreas zu Unterbrechungen griff. Die einzige Gelbe Karte des Spiels sah Lee Gi-Hyuk in der Nachspielzeit, was weniger ein Thema der Spielkontrolle als ein singuläres Ereignis in einer bereits entschiedenen Endphase blieb.
Zusammenfassung
- Südkorea gewann in der WM-2026-Gruppenphase gegen Tschechien mit 2:1 nach 0:0 zur Halbzeit.
- Südkorea hatte deutlich mehr Ballbesitz und Passvolumen und verlagerte das Spiel über längere Phasen in die tschechische Hälfte.
- Das Chancenbild sprach für Südkorea, sichtbar im Schussverhältnis 15:8, bei 6:4 Schüssen aufs Tor und 2.00 zu 0.84 Expected Goals.
- Tschechien ging in der 59. Minute durch Krejčí nach Coufal-Vorlage in Führung, Südkorea antwortete mit Treffern in der 67. und 80. Minute.
- In-Beom Hwang prägte die Wende mit Tor und Assist, während der eingewechselte Hyeon-Gyu Oh den Siegtreffer erzielte.