Im Rahmen einer Serie in der für Klubs spielfreien Zeit gehen wir in der Geschichte bis zu fünf Jahre zurück und fassen bei einigen Fehlkäufen der heimischen Topklubs zusammen, was nach ihrer Zeit beim jeweiligen Verein aus ihnen wurde.
Wir beginnen mit Red Bull Salzburg, wo sich der eine oder andere Kicker trotz großer Vorschusslorbeeren nicht so entwickelte wie erhofft.
Bryan Okoh
Im Sommer 2019 holte man den damals erst 16-jährigen Bryan Okoh um stolze zwei Millionen Euro aus dem Nachwuchs von Lausanne-Sport. Aber der gebürtige Texaner mit Schweizer Staatsbürgerschaft spielte in Salzburg praktisch keine Rolle und kam für die Kampfmannschaft der „Roten Bullen“ nur auf drei Einsätze und einen Treffer. Im Sommer 2025 kehrte der Innenverteidiger, der in Salzburg eineinhalb Jahre durch einen Kreuzbandriss zurückgeworfen wurde, nach Lausanne zurück, wo er nur ein halbes Jahr verbrachte, ehe er um 2,5 Millionen Euro vom französischen Klub Auxerre verpflichtet und bis 2029 gebunden wurde. Erst vor wenigen Wochen folgte aber die nächste Hiobsbotschaft für den ehemaligen Schweizer U21-Nationalspieler, der sich speziell im letzten Jahr massiv stabilisieren konnte. Okoh erlitt einen zweiten Kreuzbandriss und fällt bis ins Jahr 2027 aus.
Maximiliano Coufriez
Um etwas mehr Routine in die eigene Innenverteidigung zu bringen, lieh Salzburg im Jänner 2025 den Belgier Maximiliano Coufriez aus. Dieser bestritt für die „Roten Bullen“ aber nur fünf Partien und fehlte immer wieder aufgrund von Adduktoren und Rückenproblemen. Coufriez wechselte daraufhin im vergangenen Sommer wieder zu seinem Stammklub Clermont Foot zurück, wo er in der zweiten französischen Liga in der abgelaufenen Saison nur die Hälfte der Spiele absolvierte. Sein Vertrag bei den Franzosen läuft nun aus und seine Zukunft ist vorerst noch ungeklärt.
Ignace van der Brempt
Ebenfalls keinen bleibenden Eindruck in Salzburg hinterließ mit Ignace van der Brempt ein weiterer belgischer Defensivspieler. Der Rechtsverteidiger wurde im Jänner 2022 um fünf Millionen Euro vom FC Brügge verpflichtet, brachte es bei Salzburg aber nur auf 28 Einsätze und wurde zunächst an den Hamburger SV und später an Como Calcio verliehen. Como bezahlte im Juli 2025 schließlich auch die Kaufoption in Höhe von fünf Millionen Euro an die Salzburger. Beim großen Überraschungsteam der Serie A, das die Saison auf dem vierten Platz beendete, pendelte Van der Brempt wie schon in der Vorsaison zwischen Platz und Bank und brachte es insgesamt in zwei Saisonen auf 43 Partien.
Antoine Bernede
Riesige Vorschusslorbeeren brachte der französische Box-to-Box-Midfielder Antoine Bernede mit. Dieser wurde im Frühjahr 2019 ablösefrei von Paris Saint-Germain verpflichtet, aber der heute 27-Jährige blieb hinter den Erwartungen und brachte es in 66 Spielen nur auf ein Tor und vier Assists. Gegen Ende seiner Vertragslaufzeit wechselte Bernede zunächst leihweise nach Lausanne, das schließlich im Sommer 2023 2,2 Millionen Euro Ablöse für den gebürtigen Pariser bezahlte. Im Februar 2025, nach 75 Partien für Lausanne, folgte ein Transfer in die Serie A zu Hellas Verona, das ebenfalls etwa zwei Millionen Euro bezahlte und wo Bernede auch in dieser Saison Stammspieler war, aber mit seinem Team in die Serie B absteigen musste. Wie es mit dem Mittelfeldspieler weitergeht, ist demnach vorerst noch unklar.
Samson Tijani
Ein großer Pechvogel der jüngeren Salzburg-Vergangenheit war der heute 24-jährige Nigerianer Samson Tijani. Dieser kam im Sommer 2020 in die Mozartstadt und kostete Salzburg eine Million Euro. Später wurde er an Hartberg und den Wolfsberger AC verliehen. Zwischenzeitlich fehlte er aber ein ganzes Jahr aufgrund eines Schien- und Wadenbreinbruchs. Erst im Herbst 2024 folgte nach vier Jahren in Österreich ein Wechsel ins Ausland: Beim norwegischen Erstligisten Fredrikstad konnte sich der dreifache nigerianische Nationalspieler überhaupt nicht durchsetzen. In der abgelaufenen Saison war er schließlich Stammspieler beim tschechischen Erstligisten Dukla Prag und auch einer der Stabileren in einer Mannschaft, die die Ligasaison auf dem letzten Platz abschloss und den Gang in die zweite Liga antreten muss. Somit ist auch beim defensiven Mittelfeldspieler die Zukunft noch nicht geklärt.
Darko Todorovic
In der Saison 2018/19 machte der bosnische Rechtsverteidiger Darko Todorovic zwölf Bundesliga-Partien für die Salzburger. Er spielte danach aber nie wieder für die „Bullen“, obwohl er ihnen offiziell noch bis 2022 gehörte. Der 16-fache bosnische Nationalspieler wurde an Holstein Kiel, Hajduk Split und Akhmad Grozny verliehen und Letztere verpflichteten ihn schließlich im Sommer 2022 fest. Der 29-Jährige kam für den tschetschenischen Klub auf 114 Einsätze, wechselte aber im vergangenen Februar eine Etage tiefer. Gegen eine Ablöse von etwa 400.000 Euro schloss sich Todorovic dem Zweitligisten Fakel Voronezh an, der prompt den Aufstieg in die erste russische Liga schaffte.
Jasper van der Werff
Ebenfalls mehr erwartet hatte man sich in Salzburg vom Schweizer Innenverteidiger Jasper van der Werff. Der ehemalige U21-Nationalspieler seines Landes kam für die „Bullen“ allerdings nur auf vier Bundesliga-Einsätze. Später kickte er eineinhalb Jahre leihweise für den FC Basel und danach zwei Jahre in Deutschlands zweiter Bundesliga für den SC Paderborn. Im Sommer 2024 wechselte er ablösefrei nach Rumänien und kam bei Universitatea Cluj unter. Dort spielte er zuletzt zwei Saisonen, fehlte allerdings das gesamte letzte Jahr verletzungsbedingt. Zuletzt wurde bekannt gegeben, dass sein Vertrag bei den Rumänen nicht verlängert werden wird.
Roko Simic
Als möglicher künftiger Top-Stürmer wurde 2021 der Kroate Roko Simic angekündigt. Diesen ließ sich Salzburg vier Millionen Euro kosten, was bis heute der Rekordtransfer von Lokomotiva Zagreb ist. In Salzburg blieb der 190cm-Mann aber klar hinter den Erwartungen und kam in 54 Pflichtspielen nur auf sieben Tore. Eine Leihe führte ihn zum FC Zürich und im Sommer 2024 schlug schließlich Cardiff City zu und verpflichtete Simic um zwei Millionen Euro fest. Für Cardiff kam er allerdings zu keinem einzigen Einsatz und wurde zwei weitere Male verliehen: Im belgischen Kortrijk spielte er nur viermal und zuletzt erzielte er in 28 Partien für den Karlsruher SC gerademal drei Tore.

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als „Gschropp“ sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen
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