Am vierundzwanzigsten Spieltag der Ligue 1 2025-2026 gewann der Paris Saint-Germain im Stade Océane mit 1:0 beim AC Le Havre. Das Spiel wurde in der ersten Halbzeit durch ein Tor von Bradley Barcola nach Vorarbeit von Kang-In Lee entschieden. In der zweiten Halbzeit blieb es trotz weiterer PSG-Chancen und eines verschossenen Elfmeters von Désiré Doué beim knappen Auswärtssieg.
Ballbesitz und Spielrichtung
Die Partie kippte von Beginn an klar in Richtung des Paris Saint-Germain, was sich in der Ballbesitzverteilung von 68 zu 32 Prozent und in der Passmenge von 701 zu 320 widerspiegelte. PSG brachte mit 637 erfolgreichen Pässen eine sehr hohe Sicherheit in der Zirkulation auf den Platz, während der AC Le Havre mit 242 erfolgreichen Pässen deutlich seltener in längere Ballbesitzphasen kam. Dadurch verlagerte sich das Geschehen über weite Strecken in die Hälfte der Gastgeber, ohne dass Le Havre über längere Sequenzen Entlastung herstellen konnte.
Auch im letzten Drittel zeigte sich die einseitige Spielrichtung anhand der Abschlusszonen. PSG kam auf 22 Schüsse, davon 15 innerhalb des Sechzehners, Le Havre dagegen auf nur sieben Schüsse mit lediglich zwei Abschlüssen aus dem Strafraum. Diese Relation passt zur erwartbaren Chancenqualität, die sich in 3.88 zu 0.58 Expected Goals ausdrückt: PSG erspielte sich nicht nur deutlich mehr Versuche, sondern vor allem wesentlich gefährlichere.
Das Spiel blieb trotz des klaren territorialen Übergewichts nicht komplett einseitig im Rhythmus, weil Le Havre mit drei Abseitsstellungen und zwölf Fouls immer wieder versuchte, PSGs Vorstöße zu unterbrechen und die Höhe der Angriffe zu stören. PSG blieb dabei vergleichsweise diszipliniert, kam ohne Gelbe Karte aus und beging nur zehn Fouls, was zur Folge hatte, dass die Gäste ihre Druckphasen nur selten durch Karten oder Standardsituationen in ungünstigen Zonen unterbrechen mussten.
Chancenprofil und Effizienz
Das entscheidende Tor fiel in Minute 37, als Bradley Barcola nach Assist von Kang-In Lee traf. Dass PSG zu diesem Zeitpunkt in Führung ging, passte zur zunehmenden Zahl an Abschlüssen und zur hohen Präsenz im Strafraum, die sich über die gesamten neunzig Minuten fortsetzte. Barcola blieb insgesamt bei zwei Schüssen und einem Treffer, lieferte aber zusätzlich drei Key-Pässe und damit nicht nur den Abschluss, sondern auch Beteiligung an der letzten Aktion vor Chancen.
Der AC Le Havre blieb offensiv dagegen stark limitiert. Von nur einem Schuss aufs Tor bei sieben Versuchen insgesamt lässt sich ableiten, dass die Gäste den Gastgeber meist außerhalb wirklich gefährlicher Abschlusspositionen hielten. Die eine Le-Havre-Hereingabe oder Abschlusssequenz, die tatsächlich auf das Tor kam, führte zu genau einer Parade von Matvey Safonov, während PSG neun Schüsse aufs Tor brachte und damit dauerhaft Prüfungen erzwang.
Der Spielverlauf der zweiten Halbzeit unterstrich vor allem die Frage der Effizienz: PSG hätte das Ergebnis klarer gestalten können. In Minute 79 ließ Désiré Doué einen Elfmeter ungenutzt, was das Spiel bis in die Schlussphase offen hielt. Trotzdem blieb das Chancenbild auch danach deutlich auf Seiten der Gäste, weil PSG die Zahl der Abschlüsse hoch hielt und Le Havre weiterhin kaum Strafraumaktionen zustande brachte.
Defensive Arbeit und prägende Einzelbeiträge
Dass Le Havre bis zum Ende im Spiel blieb, hing in erster Linie am Torhüter: Mory Diaw kam auf sieben Paraden und erhielt mit einem Spielerrating von 9 den klaren Ausreißerwert der Partie. Bei neun PSG-Schüssen aufs Tor und 3.88 Expected Goals war sein Beitrag zentral dafür, dass aus der Dominanz der Gäste nur ein Gegentor entstand. Gleichzeitig zeigt der Wert von nur fünf abgewehrten PSG-Schüssen durch Feldspieler, dass viele Abschlüsse tatsächlich durchkamen und Diaw mehrfach direkt eingreifen musste.
Bei PSG verteilte sich die Kontrolle über Ball und Raum auf mehrere Spieler, ohne dass ein einziger Akteur alle Werte dominierte. Auffällig stabil war Illia Zabarnyi mit einem Rating von 7.5, der bei hoher Passquote und gewonnenen Duellen dazu beitrug, dass Le Havre kaum in zweite Bälle oder Umschaltmomente kam. In der Zirkulation stachen Vitór Machado Ferreira mit 111 Pässen und einem Rating von 7.3 sowie Lucas Hernández mit 97 Pässen und einem Rating von 7.3 hervor, was zur großen Passüberlegenheit des Auswärtsteams passte und den langen Ballbesitzphasen Substanz gab.
Le Havre musste seine Defensive auch über Fouls und Karten stabilisieren. Drei Gelbe Karten, darunter das Halten von Timothée Joseph Pembélé in Minute 31 und weitere Verwarnungen in der Schlussphase, zeigen den hohen Anteil an direkten Unterbrechungen, die nötig waren, um PSGs Angriffe zu bremsen. Die Wechsel zur einundsechzigsten Minute auf beiden Seiten veränderten das Grundbild nicht: PSG brachte mit Nuno Mendes und Doué zusätzliche Aktionen nach vorn, Le Havre reagierte personell, blieb aber im Angriffsdrittel weiterhin selten präsent.
Zusammenfassung
- Der Paris Saint-Germain gewann in der Ligue 1 beim AC Le Havre mit 1:0, das Tor fiel in Minute 37 durch Barcola nach Assist von Kang-In Lee.
- PSG kontrollierte das Spiel über Ballbesitz und Passvolumen und kam zu einem klaren Chancenplus mit 22:7 Schüssen und 9:1 Schüssen aufs Tor.
- Die Chancenqualität lag deutlich bei PSG, erkennbar an 3.88 zu 0.58 Expected Goals und 15:2 Strafraumabschlüssen.
- Der verschossene Elfmeter von Doué in Minute 79 hielt das Ergebnis eng, änderte aber nicht das Chancenprofil der zweiten Halbzeit.
- Le Havre blieb vor allem durch Torhüter Diaw mit sieben Paraden und Rating 9 im Spiel, während PSG defensiv nur wenig zuließ.