Der AC Milan gewann am 28. Spieltag der Serie A 2025-2026 im Stadio Giuseppe Meazza mit 1:0 gegen Inter Mailand. Das einzige Tor des Spiels fiel in der 35. Minute durch Pervis Estupiñán nach Vorarbeit von Youssouf Fofana. Danach blieb Inter über weite Strecken spielbestimmend, kam aber trotz klarer Ballbesitzvorteile nicht zum Ausgleich.
Ballbesitz und Feldposition
Inter Mailand prägte das Spiel über die Verteilung der Spielanteile: 62 Prozent Ballbesitz und 617 Pässe bei 559 erfolgreichen Zuspielen standen 38 Prozent Ballbesitz und 380 Pässe des AC Milan gegenüber. Diese Dominanz zeigte sich vor allem in längeren Passfolgen und höherer Aktivität im Aufbau, während der AC Milan deutlich häufiger ohne Ball agierte und Phasen in tieferen Zonen verteidigte.
Allerdings führte die Ballzirkulation nicht automatisch zu einer entsprechend deutlichen Überlegenheit im Abschlussbild. Das Schussverhältnis blieb mit 10:9 knapp zugunsten von Inter, bei den Schüssen aufs Tor stand es 2:2. Auch die Verteilung der Abschlüsse aus dem Strafraum war ausgeglichen, beide Teams kamen auf 6 Schüsse innerhalb des Sechzehners. Damit blieb Inters Spielkontrolle in erster Linie eine Frage von Ballbesitz und Passvolumen, weniger eine des klaren Chancenabstands.
Dass der AC Milan mit nur einem Eckball auskam, Inter aber auch nur drei Ecken erhielt, passte zum Charakter der Partie: viel Spiel im Mittelfeld und im Vorfeld des Strafraums, aber vergleichsweise wenige Sequenzen, die in klaren Endprodukt-Situationen mündeten. Gleichzeitig spiegeln 12:8 Fouls zugunsten von Inter eine Partie, in der Inter häufiger in Zweikämpfe und Unterbrechungen kam, während der AC Milan seine Momente eher punktuell setzte.
Der Treffer vor der Pause und seine Einordnung
Der spielentscheidende Moment fiel in der 35. Minute: Estupiñán brachte den AC Milan nach Assist von Fofana mit 1:0 in Führung. Der Treffer war zugleich Milans effizienteste Phase im ersten Durchgang, denn insgesamt erzeugte die Mannschaft nur 0,77 Expected Goals. Dass aus diesem Wert ein Tor entstand, war für den Spielverlauf zentral, weil Inter trotz höherer Gesamtgefahr von 1,08 Expected Goals ohne Ertrag blieb.
In der Folge verschob sich die Balance erwartbar stärker in Richtung Inter, ohne dass sich das in einer klaren Zunahme der Torabschlüsse aufs Ziel abbildete. Inter blieb über die gesamte Partie bei zwei Schüssen aufs Tor, identisch zum AC Milan. Das bedeutete: Inter kam zwar in Abschlusspositionen, aber entweder fehlte der letzte Kontakt in Richtung Tor, oder Abschlüsse wurden früh geblockt, was durch drei abgewehrte Schüsse bei Inter unterstrichen wird.
Auf der anderen Seite blieb der AC Milan nach dem 1:0 in der Summe vorsichtig: neun Schüsse sind kein Minimalwert, doch nur zwei davon gingen auf das Tor. Die Chancenverteilung legt nahe, dass Milan nicht konsequent auf das zweite Tor drückte, sondern die eigenen Angriffe eher selektiv setzte und die Absicherung in den Vordergrund stellte. Besonders auffällig ist dabei, dass Milan trotz geringeren Ballbesitzes ebenfalls auf sechs Strafraumabschlüsse kam, also die wenigen Vorstöße durchaus bis in gefährliche Zonen brachte.
Duellführung, Wechsel und Entscheidungsdetails
In der defensiven Ausführung hatte der AC Milan mehrere stabile Einzelbeiträge, die zum knappen Ergebnis passten. Mike Maignan bestätigte das mit zwei Paraden und einem starken Spielerrating von 7,6, womit er zu den prägenden Faktoren der Schlussphase gehörte, weil Inter bei den wenigen Abschlüssen aufs Tor nicht durchkam. In der letzten Linie fiel zudem Strahinja Pavlovič mit fünf gewonnenen Duellen aus fünf auf, was in einem Spiel mit hoher Inter-Passzahl wichtig war, um direkte Aktionen im eigenen Drittel zu bereinigen.
Im Aufbau übernahm beim AC Milan Luka Modrić mit 64 Pässen und 57 angekommenen Zuspielen eine zentrale Rolle, passend zu seinem Rating von 7,5. Auch wenn Milan insgesamt deutlich weniger Pässe spielte, stabilisierte er die Ballbesitzphasen, die es gab, und half, nach Ballgewinnen nicht sofort wieder unter Druck zu geraten. Ergänzend brachte Christian Pulišić bis zu seiner Auswechslung in der 84. Minute messbare Offensivimpulse: drei Key-Pässe, drei erfolgreiche Dribblings aus drei Versuchen und ein Rating von 7,3 ordnen ihn als wichtigsten Vorbereiter im letzten Drittel ein, ohne dass daraus ein weiteres Tor entstand.
Inter reagierte nach einer Stunde mit einem Doppelwechsel: Sučić für Mkhitaryan und Dumfries für Luis Henrique kamen in der 59. Minute, später folgten Carlos Augusto für Bastoni und Frattesi für Barella in der 68. Minute sowie Diouf in der 80. Minute. Diese Eingriffe veränderten die personelle Besetzung, aber nicht die statistische Grundlinie der Partie: Inter blieb bei zwei Schüssen aufs Tor, und auch die Gesamtzahl der Abschlüsse stieg nicht in einen Bereich, der das Spiel klar kippen ließ. Auffällig ist, dass Inter im Verlauf der zweiten Halbzeit mehrere Verwarnungen sammelte, darunter Bastoni in der 65. Minute und Dumfries in der 69. Minute, was in einer engen Schlussphase zusätzlichen Druck auf die Zweikampfführung legte.
Beim AC Milan zielten die Wechsel ab der 73. Minute sichtbar auf Spielkontrolle und Absicherung: Füllkrug ersetzte Leão, Ricci kam für Fofana, später folgte Nkunku für Pulišić. In den Daten zeigt sich dabei weniger eine Offensivsteigerung, sondern eher die Verwaltung des Vorsprungs: Milan blieb bei zwei Schüssen aufs Tor, hielt Inter zugleich auf derselben Zahl. Dass Inter trotz 62 Prozent Ballbesitz und der höheren Expected-Goals-Summe kein Tor erzielte, entschied sich damit nicht an einem Chancensturm, sondern an der Kombination aus begrenzter Präzision im Abschluss und Milans sauberer Verteidigung der wenigen Zielschüsse.
Zusammenfassung
- Der AC Milan gewann in der Serie A 2025-2026 gegen Inter Mailand mit 1:0, das Tor fiel in der 35. Minute durch Estupiñán nach Assist von Fofana.
- Inter hatte mit 62 Prozent Ballbesitz und 617:380 Pässen klare Spielanteile, ohne daraus ein deutliches Plus an Torabschlüssen zu erzeugen.
- Das Abschlussbild blieb eng: 10:9 Schüsse für Inter, 2:2 Schüsse aufs Tor und 6:6 Strafraumabschlüsse.
- Die Expected Goals lagen bei 1,08 für Inter und 0,77 für den AC Milan, entscheidend war Milans Effizienz beim Führungstreffer und Inters fehlender Ertrag.
- Maignan mit zwei Paraden und Rating 7,6 sowie Pavlovič mit 5:0 gewonnenen Duellen stützten Milans 1:0 bis zum Ende.