Am 34. Spieltag der La Liga 2025-2026 gewann der Athletic Bilbao im Estadio de Mendizorroza mit 4:2 bei Deportivo Alaves. Alaves ging früh in Führung und nahm ein 1:0 mit in die Pause, ehe Bilbao direkt nach dem Seitenwechsel ausglich. Nach dem zwischenzeitlichen 2:1 für Alaves drehte Bilbao die Partie mit drei Treffern in der Schlussphase.
Frühe Führung, dann veränderte Spieldynamik nach der Pause
Der Einstieg in die Partie gehörte dem Deportivo Alaves, das bereits in der achten Minute in Führung ging: Antonio Blanco traf nach Vorlage von Ángel Pérez zum 1:0. In der Folge blieb das Spiel bis zur Halbzeit torarm, was auch durch die insgesamt niedrigen Expected Goals gestützt wird. Alaves kam auf 0,49 xG, Bilbao auf 0,92 xG, was eher für Phasenarbeit im letzten Drittel als für ein offenes Chancenfestival spricht.
Die entscheidende Verschiebung kam mit Wiederanpfiff. Der Athletic Bilbao wechselte zur Pause dreifach und erzielte direkt in der 46. Minute den Ausgleich durch Roberto Navarro nach Assist von Nicholas Williams. Damit war das Spielbild nicht zwangsläufig komplett gedreht, aber die Aktivität Bilbaos im Strafraum bekam mehr Gewicht: Sieben der neun Bilbao-Schüsse kamen aus dem Sechzehner, während Alaves nur vier seiner sieben Abschlüsse aus dieser Zone nahm. Das passte zur zweiten Halbzeit, in der Bilbao häufiger in Abschlussräume kam, ohne dafür einen klaren Ballbesitzvorteil zu benötigen.
Strafraumpräsenz und Effizienz als Trennlinie
In den Grunddaten war die Partie eng: 51 Prozent Ballbesitz für den Athletic Bilbao, 49 Prozent für Alaves, dazu ein ähnliches Passvolumen mit 387 zu 378 Pässen. Auch das Schussverhältnis blieb moderat bei 9:7 für Bilbao, und bei den Schüssen aufs Tor stand es 4:4. Der Unterschied entstand weniger über Masse als über die Positionierung der Abschlüsse und die Verwertung in den entscheidenden Momenten.
Alaves war bemerkenswert effizient gemessen an den eigenen Chancenwerten. Zwei Tore bei 0,49 xG und vier Schüsse aufs Tor aus insgesamt sieben Abschlüssen zeigen, dass das Heimteam seine wenigen klaren Aktionen in Treffer ummünzte. Das zweite Tor fiel in der 68. Minute, als Facundo Tenaglia nach Vorlage von Abderrahmane Rebbach zum 2:1 traf. Tenaglia stach damit nicht nur als Torschütze heraus, sondern auch in der Arbeit gegen den Ball: vier Tacklings, dazu sieben gewonnene Duelle bei neun Versuchen und ein Rating von 7,5 als sichtbarer Ausreißer im Alaves-Team. Auch Antonio Blanco verband Torgefahr mit Beteiligung am Spiel, traf zum 1:0 und kam auf ein Rating von 7,7, das innerhalb der Mannschaft klar oben lag.
Bilbao blieb dennoch die Mannschaft, die im Strafraum konstanter präsent war und diese Präsenz spät in Tore übersetzte. Drei der vier Bilbao-Treffer fielen nach der 74. Minute, und zwei davon gingen auf das Konto von Nicholas Williams. Sein Beitrag war nicht nur quantitativ, sondern auch in der Zuspitzung entscheidend: zwei Tore, ein Assist, drei Schüsse insgesamt und ein Rating von 8,9 als deutliches Topniveau in dieser Partie. Unterstützt wurde das vor allem durch Gorka Guruzeta, der zwei Assists beisteuerte und damit direkt an der späten Entscheidung beteiligt war, sowie durch Oihan Sancet, der nach seiner Einwechslung traf und mit einem Rating von 8,0 einen klaren Einfluss aus der zweiten Reihe nachwies.
Wechsel und Spielkontrolle in der Schlussphase
Die Wechsel zur Pause waren der markanteste Eingriff in den Spielverlauf. Bilbao brachte Íñigo Ruiz de Galarreta, Roberto Navarro und Oihan Sancet, und alle drei griffen sichtbar in die entscheidenden Sequenzen ein. Navarro lieferte den sofortigen Ausgleich, Sancet erzielte das 2:2 in der 74. Minute nach Vorlage von Yuri Berchiche, und damit war die Partie in eine Phase überführt, in der Bilbao die letzten Aktionen häufiger in Tornähe bekam. Dass Bilbao nach dem 2:1-Rückstand nicht über längere Ballbesitzphasen dominierte, zeigt der enge Besitzwert, aber die Qualität der letzten Aktionen verschob sich in Richtung Auswärtsteam.
Ab der 83. Minute kippte das Spiel endgültig. Nicholas Williams traf zunächst nach Assist von Guruzeta zum 3:2 und legte in der 87. Minute, erneut nach Guruzeta-Zuspiel, das 4:2 nach. Diese Doppelsequenz stand sinnbildlich für Bilbaos bessere Durchschlagskraft in den entscheidenden Minuten: Ein vergleichsweise überschaubares Schussvolumen reichte, weil die Abschlüsse aus zentralen Räumen kamen und Bilbao die wenigen klaren Möglichkeiten konsequent verwertete.
Alaves konnte dem in der Schlussphase statistisch wie praktisch wenig entgegensetzen. Das Heimteam kam insgesamt nur auf drei Eckbälle gegenüber sechs bei Bilbao, was zur geringeren Dauerpräsenz im letzten Drittel passte. Dazu kam eine Spielweise, die in vielen Zweikämpfen endete: vier Gelbe Karten bei Alaves, drei bei Bilbao, insgesamt acht Fouls gegen dreizehn. Die Kartenfolge deutete auf häufige Unterbrechungen und einzelne riskante Aktionen hin, veränderte aber das Kräfteverhältnis nicht entscheidend. Dass der Athletic Bilbao bei vier Gegentoren keine Torhüterparade von Alaves im Datensatz stehen hat und zugleich selbst zwei Paraden von Unai Simón verzeichnet sind, unterstreicht vor allem, dass Bilbaos Abschlüsse in der Endphase sehr effizient waren und Alaves trotz eigener Treffer in Summe weniger Szenen mit dauerhaftem Druck in Tornähe produzierte.
Zusammenfassung
- Der Athletic Bilbao gewinnt bei Deportivo Alaves mit 4:2 nach 0:1 zur Pause.
- Alaves trifft früh durch Antonio Blanco und erhöht in der 68. Minute durch Tenaglia, bleibt insgesamt aber bei wenigen Abschlüssen.
- Bilbao gleicht direkt nach der Pause durch eingewechselten Roberto Navarro aus und dreht das Spiel ab der 74. Minute endgültig.
- Die entscheidende Differenz entsteht über Bilbaos häufigere Abschlüsse im Strafraum und die Effizienz in der Schlussphase.
- Nicholas Williams mit zwei Toren und einem Assist sowie Sancet nach Einwechslung prägen die Wende, während Tenaglia und Blanco bei Alaves als zentrale Faktoren der zwei Treffer herausragen.