Argentinien gewann in den Finalspielen der Weltmeisterschaft 2026 am zweiten Spieltag im Mercedes-Benz Stadium mit 3:2 gegen Ägypten. Zur Pause führte Ägypten nach einem Treffer in der fünfzehnten Minute mit 1:0, zudem vergab Lionel Messi in der einundzwanzigsten Minute einen Elfmeter. Nach dem 0:2 in der siebenundsechzigsten Minute drehte Argentinien die Partie mit drei Toren zwischen der neunundsiebzigsten Minute und der Nachspielzeit.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Über weite Strecken lief das Spiel in einer klaren Verteilung: Argentinien hatte mit 64 Prozent Ballbesitz und 598 Pässen bei 537 erfolgreichen Zuspielen deutlich mehr Ballzirkulation, während Ägypten mit 36 Prozent Ballbesitz und 345 Pässen überwiegend aus tieferen Phasen heraus agierte. Diese Dominanz spiegelte sich in der Menge und Qualität der Abschlüsse: Argentinien kam auf 19 Schüsse und sieben Schüsse aufs Tor, Ägypten auf fünf Schüsse und zwei Schüsse aufs Tor. Auch das Expected-Goals-Verhältnis von 2,90 zu 0,97 ordnet ein, dass sich das Spielgeschehen häufiger und länger in Richtung ägyptisches Tor verlagerte.
Die Eckbälle unterstreichen diese Feldlage zusätzlich. Argentinien erspielte sich sechs Ecken, Ägypten nur eine, was zu einem hohen Anteil an Aktionen in Tornähe passt. Gleichzeitig zeigt die Statistik, dass Ägypten in den wenigen eigenen Ballbesitzphasen effizient in Abschlusssituationen kam, denn vier der fünf Schüsse entstanden im Strafraum. Argentinien brachte ebenfalls viele Situationen in den Sechzehner, insgesamt elf Abschlüsse aus dem Strafraum, und ergänzte das mit acht Versuchen von außerhalb, wodurch der ägyptische Torhüter Mostafa Shobeir zu vier Paraden kam.
Im argentinischen Aufbau war Leandro Paredes ein klarer Taktgeber über das Passvolumen. Er spielte 118 Pässe bei 114 erfolgreichen Zuspielen und band damit viele Ballbesitzphasen zusammen, was zur hohen Gesamtzahl an Pässen und zur langen Spielzeit in ägyptischer Hälfte passt. In der Offensive war Messi als zentraler Verbindungsspieler auffällig, gemessen an sechs Key-Pässen und insgesamt 51 Pässen, auch wenn der frühe verschossene Elfmeter den Spielstand zunächst nicht zugunsten Argentiniens veränderte.
Chancenverteilung und Effizienz
Der Spielverlauf war trotz der klaren argentinischen Spielanteile lange gegenläufig, weil Ägypten seine wenigen Situationen konsequent auf die Anzeigetafel brachte. In der fünfzehnten Minute traf Yasser Ibrahim nach Vorlage von Marwan Attia zum 0:1. In einer Phase, in der Argentinien bereits mehr Ballbesitz hatte, brachte dieses Tor Ägypten in die Lage, noch stärker aus einer abwartenden Grundhaltung heraus auf einzelne Angriffe zu setzen.
Auf argentinischer Seite blieb der Ausgleich im ersten Durchgang trotz Chancenlage aus, auch weil Messi in der einundzwanzigsten Minute einen Elfmeter vergab. Das wirkte sich im Ergebnis unmittelbar aus, ohne dass sich die grundsätzliche Chancenverteilung drehte: Argentinien blieb das aktivere Team, kam aber bis zur Pause nicht über das 0:1 hinaus. Dass Ägyptens Torhüter am Ende trotz drei Gegentoren ein Rating von 7,2 erhielt und vier Paraden verzeichnete, passt zu einer Partie, in der er über längere Strecken häufiger gefordert war als sein Gegenüber.
Nach der Pause spitzte sich diese Diskrepanz zwischen Spielanteilen und Ergebnis weiter zu. In der achtundfünfzigsten Minute wurde ein ägyptischer Treffer durch VAR wegen eines Fouls aberkannt, bevor Ägypten in der siebenundsechzigsten Minute dennoch auf 0:2 stellte. Mostafa Mohamed traf nach Assist von Haissem Hassan und erhöhte damit in einer Phase, in der Argentinien weiterhin die höheren Anteile hatte, den Druck auf den Favoriten. Aus den Daten ist erkennbar, dass Ägypten trotz geringer Abschlusszahl im richtigen Moment zu klaren Situationen kam, während Argentinien für seinen Ertrag deutlich mehr Anläufe benötigte.
Die Schlussphase drehte dieses Verhältnis. Zwischen der neunundsiebzigsten Minute und der Nachspielzeit verwertete Argentinien seine Offensivaktionen deutlich besser: Cristian Romero verkürzte in der neunundsiebzigsten Minute nach Vorlage von Messi, Messi traf in der dreiundachtzigsten Minute nach Assist von Gonzalo Montiel, und Enzo Fernández erzielte in der zweiten Minute der Nachspielzeit nach Zuspiel von Lautaro Martínez das 3:2. Dass Argentinien am Ende aus 19 Schüssen drei Tore machte und damit näher an seinem xG-Wert von 2,90 blieb, erklärt den späten Umschwung als Ergebnis anhaltender Chancenproduktion, nicht als kurzfristige Zufallsspitze.
Einfluss der Wechsel und Schlüsselspieler
Die entscheidenden Impulse fielen zeitlich eng mit den Wechseln in der zweiten Halbzeit zusammen. Argentinien brachte in der sechsundsechzigsten Minute Nicolás González für Nicolás Tagliafico und Lautaro Martínez für Rodrigo De Paul. Unmittelbar danach fiel zwar das 0:2, doch in der Schlussphase tauchten die eingewechselten Spieler im direkten Torverlauf auf. Lautaro Martínez lieferte in der Nachspielzeit den Assist zum Siegtreffer, und González steuerte in kurzer Einsatzzeit zwei Key-Pässe bei, was zu einer spürbaren Zunahme an direkten Aktionen im letzten Drittel in dieser Phase passt.
Auch der Wechsel auf der rechten Seite hatte einen nachweisbaren Einfluss. Montiel kam in der dreiundsiebzigsten Minute für Nahuel Molina und gab später die Vorlage zum 2:2. Zudem brachte er den Assistwert und eine hohe Passsicherheit mit 13 erfolgreichen Pässen aus 14 Versuchen ein, was in einer Phase mit hohem Druck und vielen Anschlussaktionen wichtig war, um Angriffe sauber zu Ende zu spielen. Auf ägyptischer Seite wurde Haissem Hassan, der das 0:2 vorbereitet hatte, in der dreiundsiebzigsten Minute ausgewechselt, womit ein direkter Vorlagengeber in der Schlussphase nicht mehr auf dem Feld stand.
Bei den Schlüsselspielern fällt vor allem Messi als zentraler Faktor in der Wende auf, trotz des verschossenen Elfmeters. Er beendete das Spiel mit einem Tor, einem Assist, sechs Key-Pässen und fünf erfolgreichen Dribblings aus sieben Versuchen, dazu mit dem klaren Top-Rating von 9,0 in seinem Team. Die beiden argentinischen Torschützen Romero und Enzo Fernández waren ebenfalls herausragend eingebunden: Beide trafen mit jeweils ihrem einzigen Schuss aufs Tor, und beide erhielten ein Rating von 7,9. Romero gewann zudem sieben seiner zehn Duelle, was zeigt, dass er nicht nur als Torschütze, sondern auch in den direkten Situationen präsent war.
Ägypten hatte einzelne Spieler mit hoher Wirkung in wenigen Szenen. Mostafa Mohamed, Torschütze zum 0:2, kam in achtzig Minuten auf ein Tor bei einem Schuss und erhielt mit 7,7 ein hohes Rating, während Yasser Ibrahim als erster Torschütze ebenfalls effektiv war und mit 7,2 bewertet wurde. Gleichzeitig machte sich die geringere Präsenz in Ballbesitzdaten bemerkbar: Ägyptens Offensivspieler hatten im Vergleich deutlich weniger Passaktionen, und die vier Gelben Karten in der Nachspielzeitphase spiegeln eine Schlussphase wider, in der Ägypten das argentinische Anlaufen vor allem mit Unterbrechungen und Zweikämpfen beantwortete.
Zusammenfassung
- Argentinien drehte ein 0:2 nach Toren in der 79., 83. und 90.+2 Minute zum 3:2 in den Finalspielen der Weltmeisterschaft 2026.
- Das Spiel lief über lange Phasen in argentinischer Feldüberlegenheit mit 64 Prozent Ballbesitz, 19:5 Schüssen und 2,90 zu 0,97 Expected Goals.
- Ägypten blieb bis in die Schlussphase effizient, führte zur Pause 1:0, erhöhte nach dem VAR-aberkannten Treffer später auf 2:0 und kam insgesamt auf zwei Tore bei zwei Schüssen aufs Tor.
- Die argentinischen Wechsel wirkten im Torverlauf, da Montiel das 2:2 vorbereitete und Lautaro Martínez den Assist zum 3:2 gab.
- Messi prägte die Wende mit einem Tor, einem Assist und sechs Key-Pässen, trotz des verschossenen Elfmeters in der 21. Minute.