Atalanta Bergamo gewann am 24. Spieltag der Serie A 2025-2026 im Gewiss Stadium mit 2:1 gegen die Cremonese. Die Gastgeber gingen in der ersten Halbzeit durch Treffer in der 13. und 25. Minute mit 2:0 in Führung. In der Schlussphase verkürzte die Cremonese in der 90. Minute, ehe Atalanta in der Nachspielzeit noch ein Tor per VAR aberkannt bekam.
Frühe Führung und klare Chancenlage
Der Spielverlauf wurde früh in eine Richtung gelenkt, weil Atalanta seine Aktivität im letzten Drittel bereits in der Anfangsphase in Tore umsetzte. In der 13. Minute traf Nikola Krstović nach Vorarbeit von Giacomo Raspadori zum 1:0, in der 25. Minute erhöhte Davide Zappacosta nach Zuspiel von Mario Pašalić auf 2:0. Damit stand nach gut einer halben Stunde ein Ergebnis, das zur grundsätzlichen Verteilung der Offensivaktionen passte.
Über die gesamte Partie blieb Atalanta das deutlich abschlusssuchendere Team. Das Schussverhältnis von 29:12 und vor allem die 9:2 Schüsse aufs Tor zeigen, dass die Gastgeber nicht nur häufiger zum Abschluss kamen, sondern auch öfter Abschlüsse produzierten, die das Tor tatsächlich prüften. Diese Tendenz wird durch die Strafraumwerte gestützt: Atalanta kam auf 21 Schüsse innerhalb des Sechzehners, die Cremonese auf sieben. Das erwartete Torverhältnis unterstreicht diese Richtung ebenfalls, mit 2.07 Expected Goals für Atalanta gegenüber 0.62 für die Cremonese.
In der individuellen Ausprägung waren die frühen Torschützen und Vorbereiter eng mit dieser Dominanz verknüpft. Zappacosta brachte seinen einzigen Schuss aufs Tor direkt im Ergebnis unter und kam dabei auf ein Spielerrating von 7.9, während Krstović neben seinem Treffer vier Abschlüsse beisteuerte und mit 7.2 bewertet wurde. Raspadori war als Vorlagengeber und als aktiver Abschlussspieler sichtbar, mit vier Schüssen und drei Schüssen aufs Tor bei einem Rating von 7.0.
Ballbesitz, Passvolumen und Druck über Standards
Die Spielkontrolle zeigte sich weniger über extreme Ballbesitzwerte als über die Summe an Ballaktionen und die Verlagerung des Spiels in die Hälfte der Cremonese. Atalanta kam auf 57 Prozent Ballbesitz und spielte 486 Pässe, die Cremonese auf 43 Prozent und 383 Pässe. Entscheidender als die Differenz im Ballbesitz war, dass Atalanta bei höherem Volumen auch mehr erfolgreiche Pässe sammelte, 400 gegenüber 293, was zu längeren Phasen im gegnerischen Drittel und wiederholten Angriffswellen beitrug.
Besonders greifbar wurde der Druck über die Eckballstatistik. Mit 13:2 Ecken war Atalanta über weite Strecken in Position, Abschlüsse und Hereingaben zu erzwingen und nach Abwehraktionen direkt nachzusetzen. Auch die Zahl abgewehrter Schüsse deutet auf diese Sequenzen hin: Atalanta hatte zehn geblockte Versuche, die Cremonese drei. Das spricht für viele Situationen, in denen Atalanta zum Abschluss kam, die Gäste aber im Strafraum oder an der Kante noch einen Fuß dazwischen bekamen.
Zu dieser Mischung aus Ballzirkulation und Abschlussdruck passten einzelne Profilwerte im Mittelfeld und in den Halbräumen. Mario Pašalić spielte sechs Key-Pässe bei 63 Pässen insgesamt und ordnete sich damit als zentraler Vorlagengeber ein, ohne dass Atalanta dafür auf Ballbesitz um des Ballbesitzes willen angewiesen war. Lazar Samardžić brachte bis zu seiner Auswechslung in der 70. Minute drei Key-Pässe, gewann sechs von 13 Duellen und zog selbst zwei Mal ab, was Atalantas Offensivaktionen zusätzlich breit machte.
Aufseiten der Cremonese war der Weg nach vorn im Vergleich dazu deutlich seltener in Abschlüsse übersetzt. Dass Atalanta nur eine Torhüterparade benötigte und Marco Carnesecchi bei zwei Schüssen aufs Tor der Gäste lediglich einmal eingreifen musste, spiegelt die geringe Frequenz wirklich gefährlicher Abschlüsse. Gleichzeitig zeigt die Passquote der Cremonese im Spielaufbau und unter Druck eine höhere Fehleranfälligkeit, da bei 383 Pässen nur 293 erfolgreich ankamen.
Spielverwaltung nach der Pause und späte Zuspitzung
Nach dem 2:0 zur Pause veränderte sich der Ergebnisrahmen zunächst nicht, obwohl die Cremonese früh in der zweiten Halbzeit personell nachlegte. Milan Đurić kam zur Pause für Federico Bonazzoli, später folgten mit Arnaldo Sanabria und Martín Payero weitere Wechsel in der 62. Minute. Diese Maßnahmen gingen mit mehr Präsenz in Duellen und einzelnen Abschlussmomenten einher, ohne dass sich die grundlegende Chancenbalance sofort verschob.
Atalanta reagierte im Verlauf der zweiten Hälfte ebenfalls mit Wechseln, die das Personalbild auf den Außenbahnen und in der letzten Linie veränderten. Nach der Gelben Karte für Sead Kolašinac in der 49. Minute wurde er in der 58. Minute durch Odilon Kossounou ersetzt, außerdem ging Zappacosta eine Minute später für Raoul Bellanova vom Feld. Diese Wechsel fielen in eine Phase, in der Atalanta weiterhin zu Abschlüssen kam, aber das Spiel stärker über Spielkontrolle und wiederholte Angriffe statt über weitere frühe Tore laufen ließ.
Dass die Cremonese bis in die Schlussminute hinein im Spiel blieb, hatte weniger mit einer ausgeglichenen Chancenproduktion zu tun als mit der Tatsache, dass Atalanta aus der Vielzahl an Situationen kein drittes Tor nachlegte. Der Torhüter der Gäste, Emilio Audero, kam auf sieben Paraden, was bei nur zwei Gegentoren ein klares Zeichen dafür ist, wie häufig Atalanta zu Abschlüssen kam, die im Zielbereich lagen. Gleichzeitig ist der späte Anschlusstreffer durch Morten Thorsby in der 90. Minute, vorbereitet von Sebastiano Luperto, als punktueller Durchbruch in einer ansonsten eher dünnen Offensivbilanz der Cremonese zu lesen.
Die Nachspielzeit brachte zusätzliche Zuspitzung, weil Atalanta noch ein Tor erzielte, das nach VAR-Entscheidung nicht zählte. Damit blieb es beim 2:1, obwohl Atalanta das Spiel über weite Strecken mit Ballbesitzvorteilen, deutlichem Eckballplus und klarerem Schuss- und Expected-Goals-Profil geprägt hatte. In den Zweikämpfen ragte bei der Cremonese Thorsby heraus, der 18 Duelle führte und elf gewann und mit seinem Treffer zum 7.7-Rating kam, während bei Atalanta Scalvini mit elf gewonnenen Duellen aus 13 und einem Rating von 7.9 die defensive Stabilität in vielen direkten Aktionen absicherte.
Zusammenfassung
- Atalanta Bergamo setzte sich in der Serie A 2025-2026 gegen die Cremonese mit 2:1 durch und führte zur Pause 2:0.
- Die frühe Führung entstand durch Treffer von Krstović in der 13. Minute und Zappacosta in der 25. Minute, beide mit Assist.
- Atalanta hatte die deutlich höhere Abschluss- und Strafraumaktivität, sichtbar in 29:12 Schüssen, 9:2 Schüssen aufs Tor und 21:7 Schüssen im Sechzehner.
- Der Spielverlauf spiegelte sich in 2.07 zu 0.62 Expected Goals sowie in 13:2 Ecken und sieben Paraden von Audero wider.
- Die Cremonese kam spät durch Thorsby zum Anschluss, Atalanta hatte in der Nachspielzeit ein Tor, das per VAR aberkannt wurde.