Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart trennten sich am elften Spieltag der Bundesliga 2025-2026 im SIGNAL IDUNA PARK mit 3:3. Dortmund führte zur Pause nach einem Elfmetertor und einem weiteren Treffer mit 2:0. Nach dem Seitenwechsel glich Stuttgart durch drei Tore von Deniz Undav aus, ehe Dortmund spät erneut vorlegte und Stuttgart in der Nachspielzeit wieder ausglich.
Spielverlauf und Momentumsprünge
Die erste Halbzeit war vor allem durch Dortmunder Effizienz geprägt. Der Führungstreffer fiel in der vierunddreißigsten Minute per Elfmeter durch Emre Can, danach erhöhte Maximilian Beier in der einundvierzigsten Minute auf 2:0. Bis dahin blieb Stuttgart ohne Tor, obwohl die Gäste insgesamt etwas mehr Ballbesitz hatten und im Verlauf des Spiels auch mehr Pässe spielten.
Nach der Pause kippte das Spiel früh in Richtung Stuttgart. Deniz Undav verkürzte in der siebenundvierzigsten Minute nach Vorlage von Bilal El Khannouss auf 2:1, was den Spielstand unmittelbar wieder öffnete. In dieser Phase wurde auch deutlich, dass das Spiel nicht in einem kontrollierten Nach-Verwalten aufging, sondern sich in beide Strafräume verlagerte.
Ein zusätzlicher Wendepunkt war die Szene in der sechsundfünfzigsten Minute, als ein Dortmunder Tor durch Serhou Guirassy nach VAR-Entscheidung aberkannt wurde. Damit blieb es beim knappen Vorsprung, statt dass Dortmund wieder auf zwei Tore Abstand gestellt hätte. Stuttgart nutzte die enge Konstellation später konsequent, glich in der einundsiebzigsten Minute erneut durch Undav aus und drehte die Dramaturgie endgültig in ein offenes Schlagabtauschspiel.
Die Schlussphase brachte noch zwei weitere Ausschläge: Dortmund ging in der neunundachtzigsten Minute durch Karim-David Adeyemi wieder in Führung, vorbereitet von Beier. Stuttgart antwortete jedoch sofort und erzielte in der neunzigsten Minute den 3:3-Endstand, erneut durch Undav, diesmal nach Vorlage von Chris Führich, der kurz zuvor eingewechselt worden war. So entstand ein Spiel, das in zwei klar getrennte Halbzeiten zerfiel, aber am Ende in einem konstant hohen Wechseltempo der Tore mündete.
Chancenbild, Strafraumpräsenz und Effizienz
Die Verteilung der Abschlüsse bestätigt den offenen Charakter: Stuttgart kam auf 16 Schüsse, Dortmund auf 14, bei den Schüssen aufs Tor stand es 6:6. Beide Teams waren also ähnlich häufig wirklich zielgenau, nur die Wege dorthin unterschieden sich in der Wirkung. Auffällig ist, dass sich die gefährlichen Aktionen bei beiden Mannschaften stark in den Strafraum verlagerten, denn Dortmund nahm 10 seiner 14 Schüsse innerhalb des Sechzehners, Stuttgart sogar 12 von 16.
Trotz des ausgeglichenen Schussbildes lag der statistische Vorteil in der Chancenqualität klar bei Dortmund. Mit 2.99 Expected Goals stand ein deutlich höherer Wert als Stuttgarts 1.55, was eher zu einem Dortmunder Sieg als zu einem Remis passt. Umso stärker fällt auf, dass Stuttgart aus vergleichsweise geringerer erwarteter Torwahrscheinlichkeit drei Treffer erzielte und damit eine überdurchschnittliche Verwertung hatte.
Das Torprofil unterstreicht diese Effizienz vor allem bei Deniz Undav. Er kam auf fünf Schüsse, davon drei aufs Tor, und erzielte alle drei Stuttgarter Treffer. Dass Stuttgart bei insgesamt nur 1.55 Expected Goals dreimal trifft, ist ohne eine solche Zuspitzung auf einen sehr produktiven Abschlussspieler kaum erklärbar. Gleichzeitig zeigt Dortmunds eigener Output von drei Toren bei 2.99 Expected Goals, dass auch die Hausherren viele gute Situationen erzeugten, aber trotz der Anzahl und Qualität der Chancen nicht absetzen konnten.
Bei den Torhütern spiegelt sich dieses Bild ebenfalls: Gregor Kobel und Alexander Nübel verbuchten jeweils drei Paraden bei drei Gegentoren. Die Schlussfolgerung daraus ist weniger eine Torwartgeschichte als eine, in der beide Teams regelmäßig in Abschlusspositionen kamen, aus denen klare, prämierte Schüsse entstanden, die schwer zu verteidigen und schwer zu halten waren.
Einfluss einzelner Akteure und Wechselwirkungen
Bei Stuttgart ist der spielentscheidende Einfluss von Deniz Undav sowohl im Ereignisprotokoll als auch in den Einzelwerten eindeutig. Sein Spielerrating von 9.2 war ein klarer Ausreißer und passt zu drei Toren bei fünf Abschlüssen. Bemerkenswert ist, dass seine Treffer auf unterschiedliche Vorlagen verteilt waren: einmal von Bilal El Khannouss, einmal von Maximilian Mittelstädt und beim 3:3 von Chris Führich. Das zeigt, dass Stuttgart seine Tore nicht über eine einzige wiederholte Route erzielte, sondern mehrere Vorbereiter in die entscheidenden Situationen brachte.
Angelo Stiller war in der Ballzirkulation und als Passgeber auffällig eingebunden. Mit 93 Pässen bei 81 erfolgreichen Zuspielen und sieben Key Pässen war er der zentrale Verteiler der Gäste, was zum höheren Ballbesitz von 54 Prozent und zur insgesamt höheren Passzahl von 509 passt. Dieser Anteil erklärt, weshalb Stuttgart trotz des 0:2-Rückstands zur Pause im zweiten Durchgang regelmäßig in Abschlussräume kam und die Partie auf ein 6:6 bei Schüssen aufs Tor ziehen konnte.
Auf Dortmunder Seite standen Beier und Adeyemi für die größte direkte Torgefahr. Maximilian Beier erzielte das 2:0, bereitete das 3:2 vor und kam auf zwei Schüsse, beide aufs Tor; sein Rating von 7.9 ordnet ihn als einen der prägenden Dortmunder Akteure ein. Adeyemi kam erst in der siebenundsiebzigsten Minute, benötigte dann aber nur wenige Minuten für zwei Schüsse aufs Tor und das Tor zum 3:2, was sich ebenfalls in einem Rating von 7.9 niederschlägt.
Dortmunds Führungstore entstanden damit aus einer Kombination aus Standardsituation und effizienter Chancenverwertung, während der spätere Führungsimpuls aus der Bank kam. Gleichzeitig blieb Dortmunds Spiel nicht ohne Brüche: Julian Brandt verließ das Feld in der dreiundsiebzigsten Minute, und kurz zuvor hatte der VAR ein Dortmunder Tor aberkannt. Diese beiden Punkte sind im Ablauf relevant, weil Dortmund damit in einer Phase, in der ein drittes Tor möglich war, entweder ohne Zählbares blieb oder personell umstellte, während Stuttgart kurz darauf erst ausglich und später sofort nach dem 3:2 erneut zuschlug.
Zusammenfassung
- 3:3 zwischen Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart nach 2:0 zur Pause und drei Undav-Toren im zweiten Durchgang
- Ausgeglichenes Abschlussbild mit 14:16 Schüssen und 6:6 Schüssen aufs Tor, bei starker Strafraumlastigkeit auf beiden Seiten
- Deutlicher Vorteil Dortmund bei Expected Goals mit 2.99 zu 1.55, Stuttgart traf dennoch dreimal und glich in der neunzigsten Minute aus
- Schlüsselereignisse nach der Pause: Undavs 2:1 direkt nach Wiederanpfiff und das aberkannte Dortmunder Tor nach VAR in Minute 56
- Prägende Einzelbeiträge: Undav mit Rating 9.2 und Dreierpack, Beier mit Tor und Assist sowie Adeyemi mit spätem Jokertor