In der Bundesliga 2025-2026 gewann Borussia Dortmund am siebzehnten Spieltag im SIGNAL IDUNA PARK mit 3:0 gegen den SV Werder Bremen. Die Partie kippte früh durch das 1:0 in der elften Minute und blieb bis zur Schlussphase offen, bevor Dortmund mit zwei Treffern zwischen der 76. und 83. Minute nachlegte. Trotz höherer Spielanteile der Bremer entschied Dortmund das Spiel über die klarere Chancenproduktion.
Frühe Führung und Dortmunder Präsenz im Strafraum
Der Spielverlauf wurde früh durch das 1:0 geprägt: Nico Schlotterbeck traf in der elften Minute, vorbereitet von Julian Ryerson. Das verschob die Statik der Begegnung insofern, als Werder in der Folge zwar mehr Ballbesitz sammelte, Dortmund aber häufiger in die gefährlichen Zonen kam. Das spiegelt sich im Gesamtbild klar wider: 15:5 Schüsse und 6:3 Schüsse aufs Tor zugunsten der Gastgeber.
Besonders deutlich war die Differenz bei der Nähe zum Tor. Dortmund kam auf 11 Abschlüsse innerhalb des Sechzehners, Werder lediglich auf zwei. Aus dieser Verteilung erklärt sich auch der Abstand in den Expected Goals, die bei 2.02 zu 0.33 lagen. Werder hielt den Ball mit 54 Prozent und mit 528 zu 436 Pässen länger, doch die längeren Phasen im Aufbau führten selten zu Abschlüssen aus zentralen Räumen. Dortmund erzeugte dagegen aus weniger Ballbesitz mehr Strafraumaktionen und damit eine beständigere Abschlussqualität.
Individuell stach Schlotterbeck nicht nur wegen des Treffers heraus, sondern auch über die Einordnung der Leistung: Mit einem Spielerrating von 7,9 setzte er den klaren Ausreißer bei Dortmund. Dass sein einziger Abschluss direkt aufs Tor ging und zum Tor führte, passt zur Dortmunder Effizienz in den entscheidenden Momenten.
Werder mit mehr Ballbesitz, aber begrenzter Durchschlagskraft
Werder hatte über längere Strecken die größere Ballzirkulation und passierte Dortmund häufig über zusätzliche Stationen, was sich in den 528 Gesamtpässen und 446 erfolgreichen Pässen zeigt. Diese Überlegenheit im Spielanteil blieb jedoch weitgehend ohne Ertrag im letzten Drittel, weil sich daraus zu wenige Abschlüsse ergaben und diese selten aus dem Strafraum kamen. Fünf Schüsse insgesamt bei drei Schüssen aufs Tor sind in einem Auswärtsspiel nicht automatisch wenig, wirken hier aber im Verhältnis zu Dortmunder 15 Versuchen klar unterlegen.
Die Bremer Abschlüsse verteilten sich zudem stärker auf Situationen außerhalb der Box, mit drei Schüssen von außerhalb des Sechzehners bei insgesamt fünf Versuchen. Dortmunds Defensivarbeit ließ damit vor allem Abschlüsse aus weniger gefährlichen Zonen zu, während der eigene Angriff regelmäßig in den Strafraum kam. Dass Dortmund vier Schüsse der Bremer nicht abwehren musste, während Werder bei abgewehrten Dortmunder Abschlüssen bei null stand, passt zur unterschiedlichen Nähe zum Tor: Dortmund fand häufiger direkte Wege bis zum Abschluss, Werder musste häufiger aus dem Aufbau heraus neu ansetzen.
Bei den Duellen und Unterbrechungen blieb die Partie insgesamt kontrolliert, aber mit einer leichten Asymmetrie: Dortmund beging 13 Fouls und sah zwei Gelbe Karten, Werder kam mit acht Fouls und ohne Verwarnung durch. Diese Werte erklären nicht den Spielausgang, zeigen aber, dass Dortmund in einzelnen Momenten stärker in direkte Zweikämpfe und Unterbrechungen ging, ohne dass Werder daraus zu klaren Standardsituationen oder Druckphasen mit vielen Abschlüssen kam. Auch die Eckbälle waren mit 3:3 ausgeglichen, was den Eindruck stützt, dass Werder zwar Spielanteile hatte, aber nur selten zu längeren Abschlussserien oder klarer Strafraumdominanz fand.
Wechsel und Schlussphase als Faktor für die klare Entscheidung
Die Partie blieb nach dem 1:0 lange beim knappen Vorsprung, bis Dortmund sie in der Schlussphase deutlich machte. Auffällig ist, dass die entscheidende Zuspitzung nach einer Wechselphase einsetzte. Zur Halbzeit ersetzte Emre Can den bereits verwarnten Niklas Süle, der nach 23 Minuten Gelb gesehen hatte und bis zur Auswechslung drei Fouls beging. Can brachte ab Minute 46 eine sehr saubere Passbilanz ein, mit 29 erfolgreichen Pässen bei 30 Versuchen, was Dortmund half, Ballverluste in der eigenen Zirkulation gering zu halten.
In der 67. Minute folgte eine dreifache Dortmunder Umstellung mit Serhou Guirassy, Daniel Svensson und Jobe Bellingham. Kurz danach fiel die Vorentscheidung über die Produktivität im letzten Drittel: In der 76. Minute traf Marcel Sabitzer nach Vorlage von Felix Nmecha zum 2:0. Sabitzer verband dabei Abschlussqualität mit Präsenz, nahm insgesamt drei Schüsse und brachte zwei davon aufs Tor. Sein Spielerrating von 7,3 ordnet die Leistung als eine der stabilen Säulen ein, ohne sie über das Tor hinaus zu überhöhen.
Der dritte Treffer folgte in der 83. Minute durch Guirassy, vorbereitet von Bellingham. Guirassy benötigte dafür nur einen Schuss, der ebenfalls aufs Tor ging, und kam trotz kurzer Einsatzzeit auf ein Spielerrating von 7,7. Das unterstreicht die hohe Effizienz der Dortmunder Schlussphase, in der aus vergleichsweise wenigen eigenen Aktionen nach den Wechseln sofort zählbare Ergebnisse entstanden. Bellingham lieferte den Assist und war zudem in kurzen Sequenzen gegen den Ball präsent, ohne dass sich daraus ein breiterer Werder-Druck hätte entwickeln können.
Werder reagierte zwischen der 69. und 81. Minute ebenfalls mit mehreren Wechseln, unter anderem mit Milošević sowie später Mbangula, Puertas und Deman. Am Verhältnis von Abschlüssen und Expected Goals änderte sich dadurch jedoch nichts Entscheidendes. Dortmund blieb beim Zugriff auf den Strafraum klar vorne, während Werder in der Schlussphase zwar weiterhin den Ball hatte, aber nicht mehr in die Nähe kam, um das Spiel noch einmal in eine offene Phase zu bringen.
Zusammenfassung
- Borussia Dortmund gewann in der Bundesliga 2025-2026 am siebzehnten Spieltag mit 3:0 gegen den SV Werder Bremen, mit Toren in der elften, 76. und 83. Minute.
- Werder hatte mit 54 Prozent und 528 zu 436 Pässen mehr Spielanteile, Dortmund erzeugte daraus jedoch das deutlich bessere Schussverhältnis von 15:5 und 6:3 Schüssen aufs Tor.
- Die entscheidende Differenz lag in der Strafraumnähe: 11 zu zwei Abschlüsse im Sechzehner und 2.02 zu 0.33 Expected Goals zugunsten von Dortmund.
- Die Dortmunder Schlussphase wurde nach den Wechseln ab Minute 67 klarer, mit Treffern von Sabitzer nach Nmecha-Vorlage und Guirassy nach Bellingham-Assist.
- Schlotterbeck als Torschütze zum 1:0 war mit einem Rating von 7,9 der auffälligste Dortmunder, Guirassy setzte mit Rating 7,7 als Einwechselspieler einen effizienten Akzent.