Der Como 1907 gewann am 28. Spieltag der Serie A 2025-2026 bei Cagliari mit 2:1. Die Gäste gingen früh durch Martin Baturina in Führung, Cagliari glich nach der Pause durch Sebastiano Esposito aus. In der Schlussphase entschied Lucas da Cunha die Partie mit dem 2:1.
Ballzirkulation und Spielkontrolle
Como legte das Spiel über längere Phasen auf Ballbesitz an und kam insgesamt auf 57 Prozent sowie 491 Pässe, von denen 407 ankamen. Cagliari blieb mit 43 Prozent und 354 Pässen deutlich darunter, was sich auch im Rhythmus widerspiegelte: Como konnte häufiger in geordneten Sequenzen aufbauen, während Cagliari öfter über kürzere Ballbesitzphasen und direkte Aktionen gehen musste.
Trotz dieser klaren Unterschiede in der Zirkulation blieb die reine Abschlussmenge ausgeglichen. Beide Teams kamen auf 8:8 Schüsse, auch die Verteilung der Abschlüsse war nahezu spiegelbildlich mit jeweils vier Versuchen innerhalb und vier außerhalb des Strafraums. Das passte zu einem Spiel, in dem Como mehr Spielanteile hatte, Cagliari aber den Zugang zu eigenen Abschlüssen nicht verlor und die Aktionen häufig früher abschloss, statt längere Angriffe auszuspielen.
In der Bewertung einzelner Akteure unterstreicht das Bild vor allem Lucas da Cunha. Sein Spielerrating von 8,5 stach als klarer Ausreißer heraus und passte zu seinem Einfluss auf beide Tore, einmal als Vorlagengeber und später als Torschütze, bei gleichzeitig hoher Aktivität in Duellen und im Gegenpressing mit zehn gewonnenen Duellen und sechs Tacklings.
Entscheidende Phasen und Torabfolge
Die frühe Führung für Como in der vierzehnten Minute gab dem Spiel eine klare Richtung. Martin Baturina verwertete nach Vorlage von Lucas da Cunha das 0:1, wodurch Como den eigenen Ballbesitzansatz in eine konkrete Führung übersetzen konnte. Bemerkenswert blieb, dass die Gäste trotz der Führung kein deutliches Chancenplus herausspielten, was sich im niedrigen Expected-Goals-Wert von 0.55 ebenso zeigt wie im knappen Verhältnis bei Schüssen aufs Tor von 2:3 aus Como-Sicht.
Cagliari kam nach der Pause zum Ausgleich, als Sebastiano Esposito in der 56. Minute nach Assist von Adam Obert zum 1:1 traf. Esposito hatte in seinen 78 Minuten nur einen eigenen Abschluss, der dann aber auf das Tor ging und direkt zum Treffer führte. Diese Effizienz war ein wesentlicher Grund, warum Cagliari bei insgesamt nur 0.47 Expected Goals überhaupt auf Augenhöhe beim Spielstand blieb.
Die entscheidende Sequenz folgte in der Schlussphase. In der 76. Minute traf Lucas da Cunha nach Vorlage von Ignace Van der Brempt zum 1:2. Dass das Spiel danach nicht mehr kippte, hing auch mit dem Timing der Wechsel zusammen: Como reagierte nach dem 1:1 zunächst mit Morata für Douvikas in der 62. Minute und stabilisierte später mit drei Wechseln in der 81. Minute. Cagliari brachte zwischen der 73. und 87. Minute mehrere Einwechslungen, kam aber in dieser Phase nicht mehr zu einem Abschlussprofil, das den späten Ausgleich nahelegte.
Zweikämpfe, Unterbrechungen und Strafraumzugang
Die Partie war stark von Duellen und Unterbrechungen geprägt. Insgesamt standen 35 Fouls zu Buche, 17 bei Cagliari und 18 bei Como, dazu vier Gelbe Karten, drei davon für Cagliari. Diese Daten deuten auf viele direkte Duelle hin, die Ballbesitzphasen immer wieder stoppten und die Anzahl klarer Abschlussaktionen begrenzten, was sich in den insgesamt niedrigen Expected-Goals-Werten beider Teams widerspiegelt.
Auffällig war außerdem die hohe Abseitszahl von Cagliari mit 7:2. Das spricht für viele Vorwärtsläufe in die Tiefe und häufige Versuche, hinter die letzte Linie zu kommen, die jedoch mehrfach zu früh gestartet wurden und so Angriffe ohne Abschluss enden ließen. Im Gegenzug blieb Como bei solchen Situationen kontrollierter, kam mit weniger Abseitsstellungen aus und hielt damit mehr Angriffe am Leben, auch wenn daraus nicht automatisch mehr Schüsse entstanden.
Im Strafraumzugang blieb es ausgeglichen, da beide Mannschaften jeweils vier Abschlüsse aus dem Sechzehner hatten. Den Unterschied machte weniger die Menge als die Verwertung zu den passenden Zeitpunkten. Como benötigte nur zwei Schüsse aufs Tor für zwei Treffer, während Cagliari bei drei Schüssen aufs Tor nur einmal erfolgreich war. Dass Cagliaris Torhüter Elia Caprile bei zwei Gegentoren auf null Paraden kam, passt zur hohen Effizienz der Como-Abschlüsse. Auf der anderen Seite hielt Jean Butez mit zwei Paraden das Auswärtsteam in Momenten stabil, in denen Cagliari zumindest aufs Tor brachte.
Zusammenfassung
- Como gewann bei Cagliari in der Serie A 2025-2026 mit 2:1 und entschied das Spiel durch Tore in der vierzehnten und 76. Minute
- Como hatte mehr Ballbesitz und deutlich mehr Pässe, das Schussverhältnis blieb mit 8:8 jedoch ausgeglichen
- Die Expected Goals lagen eng beieinander mit 0.47 zu 0.55, die Entscheidung fiel über die höhere Verwertung der Como-Schüsse aufs Tor
- Cagliaris sieben Abseitsstellungen und die hohe Foulzahl auf beiden Seiten prägten den Spielfluss und reduzierten längere Angriffsphasen
- Lucas da Cunha prägte beide Como-Tore als Vorlagengeber und Torschütze und setzte sich mit einem Rating von 8,5 klar ab